Peristom

Das Peristom (griech. peri- um etwas herum und stóma Mund) ist ein in der Biologie häufig verwendeter Ausdruck. Er bezeichnet in der Zoologie die Umgebung des Mundes, das Mundfeld eines tierischen Lebewesens. In der Botanik wird der Begriff im übertragenen Sinn gebraucht. Die zahnförmigen Bildungen um die Mündung der Kapsel von Laubmoosen werden Peristom genannt, ebenso wird der Saum um die Öffnung der Fallenblätter einiger Fleischfressender Pflanzen so bezeichnet.

Zoologie

Bei den Wimpertierchen sind damit die Wimpernbildungen und andere Strukturen im Bereich des Cytostoms, des Zellmundes dieser Einzeller, gemeint. Bei Stachelhäutern wie den Seeigeln gibt es ebenfalls Bildungen um den Mund, die der Nahrungsaufnahme dienen. Dieses Mundfeld wird auch bei dieser Tiergruppe Peristom genannt. Ferner wird auch der Mundsaum an der Öffnung des Schneckenhauses als Peristom bezeichnet.

Botanik

Die zahnförmigen Bildungen um die Mündung der Kapsel von Laubmoosen nennt man Peristom. Die Form dieses Peristoms ist für die bryologischen Klassifikation dieser Moose wichtig.

Bei einigen Fleischfressenden Pflanzen, die mit Fallgrubenfallen arbeiten, wird der Kranz um die Öffnung der Fallenblätter Peristom genannt.

Laubmoose

Ein Kranz zahnähnlicher Gebilde auf dem Rand der Kapselmündung von Laubmoosen wird ebenfalls als Peristom bezeichnet. Die Morphologie dieser Bildung spielt bei der Systematik der Laubmoose eine große Rolle.

Die Peristomzähne sind oft sehr kompliziert aufgebaut. Sie können beispielsweise gegabelt, verbogen oder verdrillt sein. Bei vielen Moosen bestehen sie aus zwei Schichten mit unterschiedlichem Zellwandaufbau, die unterschiedlich stark quellen. Hierdurch kommt es bei wechselnden Luftfeuchtigkeiten ähnlich wie bei einem Bimetallstreifen zu einer Krümmungsbewegung. Die Kapsel kann so teilweise verschlossen oder geöffnet werden, so dass die Sporen nur bei einer trockenen Witterung allmählich freigesetzt werden.

Die Anzahl der Peristomzähne ist stets ein Vielfaches von 4.

Das Peristom kann auch aus zwei Reihen von Zähnen bestehen, wobei die innere Reihe (das "Endostom") viel zarter ist, als die derbe äußere Reihe (das "Exostom"). Man spricht in diesem Fall von einem "doppelten Peristom". Bei einem solchen stehen die Reihen oft versetzt. An der Quellbewegung ist nur die äußere Peristomreihe beteiligt.

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