Parenchymzelle


Parenchymzellen (ein auf Rudolf Virchow (1821-1905) zurückgehender Begriff im Rahmen seiner Zellularpathologie - abgeleitet von gr. παρα = daneben, darauf / ἐν = zwischen, unter / χέω = gießen) sind pflanzliche, tierische oder menschliche Zellen von unterschiedlichem Grad der Differenzierung. Sie unterstützen, wie der Name sagt, zusammen mit anderen Gewebsarten, „zwischen die sie eingegossen sind“, die Funktionen eines Gesamtorganismus. Mit der von der Wortbedeutung her sowohl beschreibenden als auch systematisierenden anatomischen Bezeichnung als einem Sammelbegriff ergibt sich die Frage nach dem Zusammenwirken unterschiedlicher Gewebe, ja sogar nach dem Zusammenwirken einzelner Parenchymzellen.

Menschliche und tierische Anatomie und Physiologie

Siehe auch: Hauptartikel Parenchym

In der menschlichen und tierischen Anatomie gibt es deutliche Unterschiede in der Verwendung des Begriffs je nach Grad der Evolution.

Medizin

Parenchym ist das spezifisch funktionstragende Gewebe eines Organs im Gegensatz zum interstitiellen Bindegewebe, siehe Weblink Parenchym. Parenchymzellen sind die das parenchymatöse Gewebe bildenden Einzelzellen. Je nach Organ besitzen sie unterschiedliche Bezeichnungen.

Neuron ist die Bezeichnung für eine Parenchymzelle des Nervensystems im Sinne einer funktionstragenden Einheit. Es ist die kleinste zelluläre Einheit des Nervensystems. Die kleinste aus mehreren Neuronen bestehende funktionelle Einheit des Nervensystems ist der monosynaptische Reflexbogen. Dieser besteht in einem Zusammenwirken zweier Nervenzellen, die über nur eine Synapse verbunden sind. Hier ist typischerweise eine Differenzierung in sensible und motorische Zellen festzustellen.

Nierenparenchymzelle ist die systematische Bezeichnung für den das Nephron als funktionelle Einheit aufbauenden und bildenden Zelltyp der Niere.

In ähnlicher Weise wird von Leberparenchymzellen, Lungenparenchymzellen, Drüsenparenchymzellen usw. gesprochen.

Wie bereits angedeutet können Parenchymzellen auch bestimmte Teilaufgaben innerhalb eines Organs übernehmen und so in ihrer Funktion Besonderheiten gegenüber anderen Parenchymzellen dieses Organs aufweisen, so z.B. die bereits genannten Neurone. [1]

Botanik

Parenchymzellen im Holzstrahl von Picea abies

Parenchymzellen in der Botanik sind relativ unspezialisierte pflanzliche Zellen, die das Grundgewebe pflanzlicher Organe darstellen. Sie besitzen elastische Primärwände. Ihre Einteilung:

Einzelnachweise

  1. Spitzer, Manfred: Geist im Netz, Modelle für Lernen, Denken und Handeln. Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg 1996, ISBN 3-8274-0109-7. Kap. Neuromodularität, Seite 121

Weblinks

Parenchym Roche-Lexikon Medizin

Die News der letzten Tage