Museo Geologico Gemmellaro

Elefantenskelett im Museo Geologico Gemmellaro

Das Museo Geologico Gemmellaro ist ein geologisches und paläontologisches Museum in Palermo. Es befindet sich am Corso Tukory Nr. 131. Es ist der Universität Palermo angegliedert und eine Forschungs- und Lehranstalt. Das Museo Gemmellaro ist eine der bedeutendsten Institutionen dieser Art im Mittelmeerraum.

Geschichte

Seine Anfänge nahm das Institut 1838 als naturkundliche Sammlung des Wissenschaftlers Pietro Calcara (1819-1854).

1860 übernahm der palermitanische Wissenschaftler Gaetano Giorgio Gemmellaro die Sammlung und leitete es bis kurz vor seinem Tod 1904. Gemmellaro machte sich daran, die umfangreichen naturkundlichen Sammlungen des Grafen Airoli, in einem Kabinett in unmittelbarer Nähe der Räume der Theatiner an der Via Maqueda zu systematisieren, die dieser dem Institut zusammen mit einer stattlichen Geldsumme vermacht hatte. Gemmellaro besorgte neue Vitrinen und Schränke und betrieb unermüdlich seine Forschungen. Er begründete die geologische Stratigrafie , sein besonderes Interesse galt den Sizilianischen Zwergelefanten und verschiedenen Lavagesteinen.

Nach dem Ausscheiden Gemmellaros 1904 gab es keine Forschungsaktivitäten mehr und die Sammlung wurde weiterhin nur vergrößert. 1941 wurden bei einem Erdbeben Teile der Sammlung beschädigt, ein Bombenangriff 1943 verursachte weitere Schäden. Die Bestände wurden 1965 unachtsam in Kisten verstaut und in der Via Calatafimi gelagert. Teile der Funde gerieten dabei völlig durcheinander. 1970 brachte man die Sammlungen im heutigen Gebäude in der Via Tuckory unter. Der neue Direktor Enzio Burgio nahm 1975 die Forschungsarbeiten wieder auf und fing erneut an, die beschädigten und verwahrlosten Funde wieder zu ordnen. Die Forschungseinrichtung erlebte einen Aufschwung. 2001 verstarb Burgio.

Ausstellung

Versteinerte Haifischzähne im geologischen Museum Gemmellaro

Die Sammlungen sind in vier Sälen untergebracht.

Sala Burgio. Im Hauptsaal befindet sich eine Ausstellung über die Entwicklung der Kontinente und der Lebewesen. Anhand von Karten wird die Wanderung der Kontinente im Laufe der Erdgeschichte dargestellt. In den Schaukästen finden sich diverse Fossilien (Ammoniten, versteinerte Haifischzähnen u. a.) von den Anfängen der Erdgeschichte bis etwa zum Tertiär.

Sala degli elefanti. Hier gibt eine umfangreiche Ausstellung von Skeletten und Versteinerungen von verstorbener höherer Säugetiere zu sehen, wie zum Beispiel Elefanten oder Bisons, Schildkröten. Ein Höhepunkt ist hierbei die Ausstellung über die Entwicklung der inzwischen auf dieser Insel ausgestorbenen Elefanten, die über eine Landbrücke von Afrika nach Sizilien gekommen waren.

Sala dei Cristalli. Hier werden mineralogische Besonderheiten zur Schau gestellt. Die Ausstellung zeigt weltweit interessante Stücke, ist aber besonders auf sizilianische Gesteine spezialisiert, wie z. B. Lavagesteine und Calcite, die sich z. T. vor ca. sechs Millionen Jahren bildeten, als das Mittelmeer austrocknete. Höhepunkte sind hier Lavastücke der Isola Ferdinandea, die Carlo Gemmellaro während der kurzen Zeit ihrer Existenz dort sammelte und ein Stein mit einem eingeschlossenen Tropfen Meerwasser vor ca. sechs Millionen Jahren.

Sala del Uomo. Eine weitere Ausstellung befasst sich mit der Entwicklung der Menschen und ihrer Kultur auf der Insel. Hier werden Funde aus der Grotta San Teodoro bei Acquedolci (Messina) gezeigt. Es handelt sich um die Skelette von vier Männern und Frauen, sowie Steininstrumente, Bissspuren an Materialien und eine Halskette mit Haifischzähnen, woraus man Rückschlüsse auf die Lebensweise und Kultur dieser Menschen ziehen kann. Hier kann man das älteste erhaltene Skelett einer Sizilianerin (ca. 11.000 Jahre v. Chr.) bewundern.

Da die Räumlichkeiten für die umfangreichen Sammlungen viel zu klein sind, sucht die Abteilung seit Jahren nach einem geeigneteren Standort.

Weblinks

38.10881113.35926Koordinaten: 38° 6′ 32″ N, 13° 21′ 33″ O

Die News der letzten Tage

29.09.2022
Physiologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Algen als mikroskopische Bioraffinerien
Fossile Rohstoffe sind begrenzt und nicht überall auf der Welt vorhanden oder dem Abbau zugänglich.
29.09.2022
Mikrobiologie | Physiologie
Neue Bakterienart im Darm entdeckt
Ob Pflanze, Tier oder Mensch, lebende Organismen sind von einer Vielzahl an Bakterien besiedelt.
28.09.2022
Genetik | Paläontologie | Evolution | Säugetierkunde
Genom-Zusammensetzung des frühesten gemeinsamen Vorfahren aller Säugetiere rekonstruiert
Das rekonstruierte Vorfahren-Genom kann zum Verständnis der Evolution der Säugetiere und zum Erhalt der heutigen Wildtiere beitragen.
27.09.2022
Genetik | Immunologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Thema Ernährungssicherheit: Struktur von Weizen-Immunprotein entschlüsselt
Ein internationales Forschungsteam hat entschlüsselt, wie Weizen sich vor einem tödlichen Krankheitserreger schützt.
26.09.2022
Ethologie
Neues von den gruppenlebenden Tieren: Hilfsbereitschaft und Familienbande
Die Bereitschaft, Artgenossen zu helfen, unterscheidet sich von Tierart zu Tierart – und auch zwischen Männchen und Weibchen.
26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.