Jochbogen

Jochbogen (gelb markiert) eines Hundes (Deutscher Boxer). 1 Schläfenbeinfortsatz, 2 Jochbeinfortsatz, 3 Stirnfortsatz, 4 Naht zwischen 1 und 2, 5 äußerer Gehörgang, 6 Crista supramastoidea.

Der Jochbogen (lat. Arcus zygomaticus) ist eine kräftige knöcherne Leiste des Schädels bei Säugetieren. Er beginnt unterhalb der Augenhöhle und zieht horizontal in Richtung Ohr. Der Jochbogen ist am lebenden Individuum gut durch die Haut tastbar.

Der Jochbogen setzt sich aus zwei Knochenfortsätzen zusammen. Der Schläfenbeinfortsatz des Jochbeins (Processus temporalis ossis zygomatici) bildet den vorderen Abschnitt, der Jochbeinfortsatz des Schläfenbeins (Processus zygomaticus ossis temporalis) den hinteren. Beide Fortsätze sind durch eine schräge Knochennaht miteinander verbunden. Oberhalb des äußeren Gehörgangs setzt sich der Jochbogen in eine seichte Knochenleiste (Crista supramastoidea) auf der Schläfenbeinschuppe fort. Vom Schläfenbeinfortsatz zieht etwa rechtwinklig noch der Stirnfortsatz des Jochbeins (Processus frontalis ossis zygomatici) nach oben, welcher die Augenhöhle hinten begrenzt. Bei Raubtieren ist dieser Fortsatz nur sehr kurz und vereinigt sich nicht mit dem Jochbeinfortsatz des Stirnbeins (Processus zygomaticus ossis frontalis).

Der Jochbogen begrenzt seitlich und unten die Schläfengrube (Fossa temporalis). Sein oberer Rand dient dem Ansatz der Faszie der Schläfengegend (Fascia temporalis), der untere Rand dient dem Ursprung des Musculus masseter, dem wichtigsten Kaumuskel.

Literatur

  • Franz-Viktor Salomon: Knöchernes Skelett. In: Franz-Viktor Salomon u. a. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. 2. erw. Aufl., Enke-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8304-1075-1, S. 37–110.

Die News der letzten Tage

26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.
21.09.2022
Physiologie | Ethologie
Der australische „Ant-Slayer“: Spinne mit akrobatischer Jagdstrategie
Die Australische Kugelspinne Euryopis umbilicata lebt auf den Stämmen von Eukalyptusbäumen und versteckt sich tagsüber unter der Rinde.
21.09.2022
Ethologie | Primatologie
Steinwerkzeugvielfalt bei Schimpansen
Forschende haben gezeigt, dass Schimpansen in Westafrika Steinwerkzeuge benutzen und über eine ausgeprägte und wiedererkennbare materielle Kultur verfügen.
20.09.2022
Ökologie | Säugetierkunde
Neues von den Eichhörnchen in Berlin
Eichhörnchen gehören zu den in Großstädten wie Berlin am häufigsten gesichteten Wildtieren.
19.09.2022
Taxonomie | Insektenkunde
Wie viele Ameisen gibt es eigentlich?
Wie viele Sterne zählt unsere Galaxie?
19.09.2022
Zytologie | Genetik
Reparaturtrupp im Moos funktioniert auch im Menschen
Wenn in lebenden Zellen alles rund laufen soll, dann müssen die Erbinformationen stimmen, doch leider häufen sich im Laufe der Zeit durch Mutationen Fehler in der DNA an.