ISO 14001

Die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest und ist Teil einer Normenfamilie. Diese Normenfamilie beinhaltet zahlreiche weitere Normen zu verschiedenen Bereichen des Umweltmanagements, unter anderem zu Ökobilanzen, zu Umweltkennzahlen bzw. zur Umweltleistungsbewertung. Sie kann sowohl auf produzierende als auch auf dienstleistende Unternehmen angewendet werden. Es geht nicht klar hervor, wann und ob eine solche Überprüfung wiederholt werden muss bzw. wie lange sie gültig ist.[1]

Ziel der Norm

Die ISO 14001 legt einen Schwerpunkt auf einen Kontinuierlichen Verbesserungsprozess als Mittel zur Erreichung der jeweils definierten Zielsetzung in Bezug auf die Umweltleistung einer Organisation (Unternehmen, Dienstleister, Behörde, etc.). Der kontinuierliche Verbesserungsprozess beruht auf der Methode Planen-Ausführen-Kontrollieren-Optimieren (Plan-Do-Check-Act, PDCA):

  • Planen: Festlegung der Zielsetzungen und Prozesse, um die Umsetzung der Umweltpolitik der Organisation zu erreichen
  • Ausführen: die Umsetzung der Prozesse
  • Kontrollieren: Überwachung der Prozesse hinsichtlich rechtlichen und anderen Anforderungen sowie Zielen der Umweltpolitik der Organisation; ggfs. Veröffentlichung der Umweltleistung (des Erfolgs der Organisation in Bezug auf ihre Umweltschutzmaßnahmen)
  • Optimieren: Falls notwendig müssen die Prozesse korrigiert (angepasst) werden

Hierzu soll ein Unternehmen eine betriebliche Umweltpolitik, Umweltziele und ein Umweltprogramm festlegen sowie ein entsprechendes Managementsystem aufbauen, das bei der Zielerreichung hilft. Als Unterstützung zur Beschreibung von Umweltauswirkungen hat sich die Stoffstromanalyse bewährt. Der Ansatz von Cleaner Production hilft, auf der Basis der Analyse von Stoff- und Energieströmen Optionen und Ziele zur Reduktion von Abfällen, Abwasser und Emissionen zu erarbeiten.

Um die gewünschte Umweltleistung erzielen zu können, soll die Organisation basierend auf ihrer Umweltpolitik (also ihren Zielsetzungen hinsichtlich Umweltschutz) im ersten Schritt ein Umweltmanagementsystem aufbauen und umsetzen. Durch regelmäßige Überprüfung der gesetzten (Umwelt)ziele und des Umweltmanagementsystems soll die kontinuierliche Verbesserung erreicht werden.

In der Norm wird ausdrücklich betont, dass sie keine absoluten Anforderungen für die Umweltleistung festlegt. Sie fordert aber die Einhaltung der Verpflichtungen, die sich die Organisation selbst in ihrer Umweltpolitik auferlegt hat. Allerdings, und das ist neu in der überarbeiteten ISO 14001, muss man zusagen, auch geltende rechtlichen Verpflichtungen einzuhalten. Die tatsächliche Einhaltung ist nicht erforderlich ("Commitment to Compliance" anstatt "Compliance" im Originaltext).[1]

Weiterentwicklung

Die ISO 14001 ist 1996 erstmals von der Internationalen Organisation für Normung veröffentlicht worden (14001:1996). Am 16. Juni 2000 wurde in Stockholm die Überarbeitung der Norm beschlossen. Im Wesentlichen wurden mit dieser Überarbeitung zwei Ziele verfolgt:

  • eine höhere Kompatibilität mit der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 und
  • die Beseitigung von Unklarheiten und damit eine größere Anwenderfreundlichkeit

Am 15. November 2004 wurde die überarbeitete internationale Fassung (ISO 14001:2004) veröffentlicht. Neben der internationalen (nur in englischer Sprache vorliegenden) Fassung gibt es noch weitere Fassungen dieser überarbeiteten Norm, nämlich die europäischen Fassungen.

Europäische Fassungen

Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN EN ISO 14001
Bereich Umweltmanagement
Titel Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung
Letzte Ausgabe 11.2009
ISO 14001

An der Bezeichnung EN der jeweiligen Fassung der ISO 14001 erkennt man, dass die von der ISO herausgegebene Norm vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) als europäische Norm (EN) übernommen worden ist. Hiermit besteht für alle Mitglieder der CEN die Verpflichtung, diese Norm unverändert zu übernehmen. Im deutschsprachigen Raum sind dies

  • das Deutsche Institut für Normung (DIN) mit der DIN-Norm DIN EN ISO 14001:2009-11 bzw. ISO 14001:2009
  • das Austrian Standards Institute (ASI) mit der ÖNORM EN ISO 14001:2009-08 bzw. ÖNORM EN ISO 14001:2009
  • die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) mit der SN EN ISO 14001:2005-01 bzw. SN EN ISO 14001:2005

Die fett geschriebene offizielle Bezeichnung der Norm zeigt das länderspezifische Veröffentlichungsjahr und den Monat an. Die derzeit aktuelle deutsche Norm DIN EN ISO 14001:2009-11 wurde am 1. November 2009 veröffentlicht.

Zertifizierung

Die Zertifizierung erfolgt durch akkreditierte Zertifizierer, z. B. in Deutschland durch Bureau Veritas, DEKRA, DQS, SGS oder TÜV. Nach Angaben der International Organization for Standardization (ISO) wurden bis Ende 2009 mindestens 223 149 Zertifikate basierend auf dem Regelwerk ISO 14001 international in 155 Ländern erteilt.[2]

Literatur

  • Doktoranden-Netzwerk Öko-Audit e.V. (Hrsg.): Umweltmanagementsysteme zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der EG-Öko-Audit-Verordnung und der DIN EN ISO 14001. Springer Verlag, Berlin Heidelberg 1998, ISBN 3-540-64690-6
  • René Gastl: Zehn Jahre ISO 14001: Stimmt die Richtung?. Qualität und Zuverlässigkeit 10/06, S. 18-19, 2006, ISSN 0720-1214
  • René Gastl: Kontinuierliche Verbesserung im Umweltmanagement. Die KVP-Forderung der ISO 14001 in Theorie und Unternehmenspraxis vdf-Verlag, 2te Auflage, Zürich 2009, ISBN 3-7281-3034-6
  • René Gastl: Zum Wohl von Umwelt und Organisation. Leitfaden für die praktische Umsetzung der ISO 14001. Qualität und Zuverlässigkeit 48(6), S. 608 - 609 (2003), ISSN 0720-1214
  • René Gastl: KVP-Forderung normierter Umweltmanagementsysteme in der Praxis: Ungebremste Fahrt ins Grüne oder Aufbruch in die ökologische Sackgasse?. UWF Umweltwirtschaftsforum 1/06, S. 41 - 45, (2006), ISSN 0943-3481.
  • Anonymus: ISO 14001 geliftet: Begriffliche und systematische Unschärfen beheben. Umwelt Magazin 34(12), S. 30 – 31 (2004), ISSN 0173-363X

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 ISO 14000 essentials
  2. The ISO Survey of certifications 2009, 18. Ausgabe (2010), ISBN 978-92-67-10535-2.

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