Blutbeere

Blutbeere
Blutbeere (Rivina humilis) mit Früchten

Blutbeere (Rivina humilis) mit Früchten

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kermesbeerengewächse (Phytolaccaceae)
Unterfamilie: Rivinioideae
Gattung: Rivina
Art: Blutbeere
Wissenschaftlicher Name
Rivina humilis
L.
Blutbeere als Zierpflanze
Laubblätter und Blütenstände

Die Blutbeere (Rivina humilis), oder Korallenbeere genannt, ist die einzige Pflanzenart der Gattung Rivina aus der Familie der Kermesbeerengewächse (Phytolaccaceae). Sie kommt vom südlichen Nordamerika bis in das tropische Südamerika vor [1] [2].

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Blutbeere wächst als laubwerfende, ausdauernde, krautige Pflanze bis Halbstrauch und erreicht Wuchshöhen zwischen 0,4 und 2 Meter. Je nach Standort sind die vegetativen Pflanzenteile mehr oder weniger kahl oder intensiv flaumig behaart. Der selbständig aufrechte oder klimmende, gerippte Stängel kann an seiner Basis verholzen.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist zwischen 1 und 11 Zentimeter lang. Die mit einer Länge von 2,5 bis 15 Zentimeter und einer Breite von 1,5 bis 9 Zentimeter lanzettliche, elliptische oder längliche bis deltaförmige oder eiförmige Blattspreite besitzt eine keilförmige, gerundete, gestutzte oder herzförmige Basis.

Generative Merkmale

Die Blutbeere kann das ganze Jahr über blühen. Die end- oder seitenständigen auf einem 1 bis 5 Zentimeter langen Blütenstandsschaft steht ein traubiger Blütenstand, der Längen von 4 bis 15 Zentimeter erreicht und fünf bis fünfzig Blüten enthält. Der Blütenstiel streckt sich von 2 Millimeter während der Anthese bis auf 8 Millimeter bei der Fruchtreife.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und vierzählig mit einfacher Blütenhülle. Die vier mit einer Länge von 1,5 bis 3,5 Millimeter elliptischen, länglichen, verkehrt-lanzettlichen oder verkehrt-eiförmigen Blütenhüllblätter wechseln ihre Farbe von Grün in der Knospe zu Weiß und Rosa im Laufe der Anthese. Die vier Staubblätter besitzen eine Länge von 1 bis 2 Millimeter. Das einzige Fruchtblatt endet in einem oft gekrümmten Griffel mit einer kopfigen Narbe.

Es werden einsamige, mit einem Durchmesser von 2,5 bis 5 Millimeter fast kugelige Beeren gebildet, die sich bei Reife rot bis orangefarben oder gelb färben. Die 2 bis 3 Millimeter großen, linsenförmigen Samen sind in dünne, intensive flaumig behaarte Häute eingehüllt.

Der Chromosomensatz beträgt 2n = 108.

Verbreitung

Natürlicherweise kommt sie in den südlichen USA, in Mexiko, auf den Karibischen Inseln, sowie in Mittel- und Südamerika vor. Als Neophyt ist sie nunmehr pantropisch verbreitet. [3] [4] [5]

Systematik

Rivina humilis ist die einzige Pflanzenart der Gattung Rivina in der Unterfamilie Rivinioideae innerhalb der Familie Phytolaccaceae. Die Erstveröffentlichung von Rivina humilis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 121. Der Gattungsname Rivina ehrt August Quirinus Rivinus. Synonyme für Rivina humilis L. sind: Rivina laevis L. und Rivina portulaccoides Nuttall.

Nutzung

Aus den Früchten der Blutbeere wurde ein roter Farbstoff gewonnen.

Im subtropischen Klima wird sie als salztoleranter Bodendecker in Küstennähe angepflanzt. [6] Sie eignet sich als Zierpflanze für halbschattige Standorte.

Quellen

  • Mark A. Nienaber & John W. Thieret: Phytolaccaceae in der Flora of North America, Volume 4, 2003, S. 9-10: Die Gattung und Art - Online. (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
  • Thomas B. Croat: Flora of Barro Colorado Island, University Press, Stanford 1978, ISBN 0-8047-0950-5.

Einzelnachweise

  1. Rivina humilis in den USA
  2. A. Molina R.: Enumeración de las plantas de Honduras. Escuela Agricola Panamericana, Tegucigalpa (Honduras) 1975 In: Ceiba. 19(1), S. 1-118.
  3. tropicos.org: Rivina humilis L.
  4. J. Steyermark et al.: Flora of the Venezuelan Guayana Project. 1995
  5. V. Funk, T. Hollowell, P. Berry, C. Kelloff, S.N. Alexander: Checklist of the Plants of the Guiana Shield. (Venezuela: Amazonas, Bolivar, Delta Amacuro; Guyana, Surinam, French Guiana). Dep. of Botany, National Museum of Natural History, Washington 2007, In: Contributions from the United States National Herbarium. 55, S. 1–584.
  6. Rivina humilis bei magnoliagardensnursery.com.

Weblinks

 Commons: Blutbeere (Rivina humilis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News

20.01.2021
Genetik | Evolution
Was das Genom des Lungenfischs über die Landeroberung der Wirbeltiere verrät
Das vollständig sequenzierte Genom des Australischen Lungenfisches ist das größte sequenzierte Tiergenom und hilft, den Landgang der Wirbeltiere besser zu verstehen.
20.01.2021
Zoologie | Ethologie
Weniger gestresst: Hochrangige Hyänenmännchen haben bei Weibchen beste Chancen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) haben herausgefunden, dass die Interaktion mit anderen Männchen für rangniedrige Tüpfelhyänenmännchen "stressiger" ist als für hochrangige.
18.01.2021
Zytologie | Entwicklungsbiologie
Die ersten Löwen-Embryonen aus eingefrorenen Eizellen
E
18.01.2021
Mikrobiologie | Biochemie | Biotechnologie
Mikroorganismus baut Phenol unter extremen Bedingungen ab
Forschende vom Leibniz-Institut DSMZ in Braunschweig haben den Abbau von Phenol durch Saccharolobus solfataricus charakterisiert.
18.01.2021
Physiologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Methanausstoß von Milchkühen messen
Wissenschaftler des Instituts für Nutztierbiologie Dummerstorf haben ein neues Verfahren zur Vorhersage des Methanausstoßes einer Milchkuh entwickelt.
18.01.2021
Zoologie | Genetik | Ethologie
Berliner Igel bilden keine genetisch isolierten Bestände
Igel leben sowohl auf dem Lande als auch in größeren Städten.
16.01.2021
Botanik | Taxonomie
Die einzigartige Flora Neukaledoniens
Sieben neue Arten der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) haben Forscher*innen der Universität Bayreuth in Neukaledonien entdeckt. Auf den Spuren des britischen Entdeckers James Cook untersuchten sie im Frühjahr 2019 die Flora auf der Inselgruppe im Südwestpazifik.
16.01.2021
Taxonomie | Fischkunde
Neue Fischgattung aus Indien: Der Kiemenschlitzaal
Senckenberg-Wissenschaftler Ralf Britz hat gemeinsam mit internationalen Kolleg*innen eine neue Fischgattung beschrieben.
16.01.2021
Anthropologie
Wo man lebt, prägt das Verhalten
Je nachdem, wo auf der Welt sie leben, organisieren Menschen aus Jäger- und Sammlergesellschaften sich ihr Leben zum Beispiel bei der Nahrungssuche, Fortpflanzung, Betreuung des Nachwuchses und sogar hinsichtlich ihres sozialen Umfelds ähnlich wie Säugetier- und Vogelarten, mit denen sie ihren Lebensraum teilen.
16.01.2021
Ökologie | Biochemie
Wie Pflanzen Abwehrgifte bilden ohne sich selbst zu schaden
In einer neuen Studie klären Forschende des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie und der Universität Münster die Biosynthese und genaue Wirkungsweise von Diterpen-Glykosiden in wilden Tabakpflanzen auf.
13.01.2021
Zoologie | Ethologie | Meeresbiologie
Kegelrobben fressen Seehunde, Schweinswale – und ihre Artgenossen
Kegelrobben (Halichoerus grypus) sind Deutschlands größte freilebende Raubtiere. Viele Feriengäste kennen das Bild, wenn sie auf Helgoland am Strand oder in anderen Nordseeregionen auf Sandbänken liegen – friedlich nebeneinander oder neben Seehunden.
12.01.2021
Botanik | Ökologie | Insektenkunde
Schmetterling beweist: Karpaten waren in der Eiszeit teilweise bewaldet
Senckenberg-Wissenschaftler haben die Rückzugsorte des Tagfalters Erebia aethiops während der letzten Eiszeit in Europa untersucht.
12.01.2021
Mikrobiologie | Biochemie
Bakterium produziert pharmazeutische Allzweckwaffe
Ein Wirkstoff aus den Blättern einer Zierpflanze gilt seit einigen Jahren als möglicher Vorreiter einer neuen Gruppe potenter Medikamente.
11.01.2021
Zoologie | Physiologie | Video
Neon-grünes Leuchten beim Wüstengecko
Forschende der Zoologischen Staatssammlung München (SNSB-ZSM), der LMU und der Hochschule München haben entdeckt, dass der Wüstengecko Pachydactylus rangei aus Namibia unter UV-Licht stark neon-grün fluoreszierende Streifen an den Körperseiten und um die Augen zeigt.
11.01.2021
Ethologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Ziegen mögen Denksport
Wissenschaftler untersuchten in einem Deutsch-Schweizer Projekt die Lernfähigkeit von Ziegen.
09.01.2021
Ethologie | Neurobiologie
Schlaf für Erholung des Gehirns unersetzlich
Forscher*innen des Universitätsklinikums Freiburg weisen erstmals direkt nach, dass während des Schlafens im Gehirn aktive Erholungsprozesse ablaufen, die sich nicht durch Ruhe ersetzen lassen. Die Erkenntnisse sind relevant für optimale Leistung.
07.01.2021
Ökologie | Biodiversität
Starker Rückgang einer einst zahlreichen Tierart
Eine erneute Untersuchung der Puku-Antilopen im Kasanka Nationalpark in Sambia dokumentiert einen starken Rückgang.
07.01.2021
Ethologie | Video | Primatologie
Guineapaviane grunzen mit Akzent
Vokales Lernen führt zur Anpassung der Lautstruktur in einer mehrstufigen Pavian-Gesellschaft.
07.01.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Das neue Gesicht der Antarktis
Die Antarktis könnte künftig ergrünen und von neuen Arten besiedelt werden. Andererseits dürften Spezies verschwinden.
07.01.2021
Klimawandel | Meeresbiologie | Neobiota
Biodiversitäts-Kollaps im östlichen Mittelmeer
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Paolo G.
07.01.2021
Botanik | Klimawandel
Klimawandel verursachte Mangrovensterben in Oman
Vor rund 6.000 Jahren verschwanden die meisten Mangroven-Bestände an den Küsten Omans.
04.01.2021
Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Angepasste Konzepte für die Vielfalt der Waldbewirtschaftung
Europas Wälder müssen heute viele Funktionen gleichzeitig erfüllen. Wer Holz nutzt und die Biodiversität fördert, deckt zwei wichtige davon ab.
01.01.2021
Physiologie | Paläontologie
Früher Säuger mit erstaunlich präzisem Biss
Wissenschaftlern ist es gelungen, die Kaubewegung eines frühen Säugetiers zu rekonstruieren, das vor knapp 150 Millionen Jahren gelebt hat. Demnach arbeitete sein Gebiss äußerst präzise und mit erstaunlich hoher Effizienz.
29.12.2020
Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Klimakrise lässt Seen schrumpfen
Autoren plädieren in Fachartikel für mehr Aufmerksamkeit für Regionen, in denen der Wasserpegel sinkt.
28.12.2020
Zoologie | Physiologie | Ethologie
Globale Studie über Frequenzen von Vogelgesängen
Viele Tiere kommunizieren über akustische Signale.