Blaukopf-Schmetterlingsfink

Blaukopfschmetterlingsfink
Blaukopfschmetterlingsfink (Uraeginthus cyanocephalus)

Blaukopfschmetterlingsfink (Uraeginthus cyanocephalus)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Prachtfinken
Gattung: Blauastrilde
Art: Blaukopfschmetterlingsfink
Wissenschaftlicher Name
Uraeginthus cyanocephalus
(Richmond, 1897)

Der Blaukopfschmetterlingsfink (Uraeginthus cyanocephalus), auch Blaukopfastrild genannt, ist eine Art aus der Gattung der Blauastrilde. Es werden für diese afrikanische Prachtfinkenart keine Unterarten unterschieden.

Erscheinungsbild

Der Blaukopf-Schmetterlingsfink erreicht eine Körperlänge von 14 Zentimeter und zählt damit zu den großen Prachtfinkenarten. Er ist ein naher Verwandter des Angola-Schmetterlingsfinken (Uraeginthus angolensis). Beiden Arten fehlen die roten Ohrflecke des gemeinen Schmetterlingsfinken (Uraeginthus bengalus); den Männchen des Blaukopf-Schmetterlingsfinken fehlen überdies auch die Grauzeichnung der Kopfplatte und des Nackens, sie haben einen vollständigen blauen Kopf. Die Farbe ist intensiver als beim Angola-Schmetterlingsfink.[1] Das Braun auf der Körperseite ist gelblich und die Unterschwanzdecken sind lebhaft hell gelbbraun. Die Augen sind rötlich und auch der Schnabel ist rot.

Das Weibchen ist am Oberkopf nur an der Stirn blau, ansonsten ist es braun. Einzelnen Individuen fehlt das Blau am Oberkopf sogar vollständig, sie weisen nur etwas Blau an den Körperseiten auf.

Verbreitung und Lebensweise

Der Blaukopf-Schmetterlingsfink ist nur in Ostafrika heimisch. Er kommt vom Süden Äthiopiens und Somalias durch Kenia und der Nordhälfte Tansanias vor. Sein Lebensraum sind Savannen mit leichtem Akazienbewuchs in der Nähe von Gewässern sowie Halbwüsten. In Kenia reicht seine Höhenverbreitung bis 1.300 Höhenmeter. Auf Kurzgrassavannen kommt er in anderen Regionen seines Verbreitungsgebietes auch bis 2000 Meter ü. NN vor. Blaukopf-Schmetterlingsfinke leben paarweise oder in kleinen Schwärmen. Häufig sind sie mit Blauastrilden und Schmetterlingsastrilden und gelegentlich auch mit dem Senegalamarant vergesellschaftet.[2]

Die Brutzeit variiert in Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet. Die Balz ist wie bei allen Blauastrilden eine Halmbalz. Das Nest wird in niedrigem Gebüsch errichtet und befindet sich häufig in der Nähe von Wespennestern.[3] Diese Verhaltensweise zeigt auch der Schmetterlingsfink. Blaukopf-Schmetterlingsfinken nutzen gelegentlich auch alte Webervögel. Das Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern. Die Brutzeit beträgt 13 bis 14 Tage. In den ersten Tagen nach dem Schlupf verfüttern die Altvögel überwiegend Insekten und erst nach etwa sieben Tagen beginnen sie, den Jungvögeln auch halbreife Samen zu bringen. Mit 18 bis 19 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Die Jugendmauser haben die Jungvögel etwa mit drei Monaten abgeschlossen und sind dann anhand des Gefieders nicht mehr von den Altvögeln zu unterscheiden.

Haltung

Blue-capped Cordon-bleu, Ngorongoro.jpg

Der Blaukopf-Schmetterlingsfink wurde erstmals 1927 nach Europa importiert. Erstimportland war England, von dort gelangten Individuen dieser Art auch nach Deutschland und Frankreich. Die Erstzucht gelang 1930 in Frankreich.[4] In seinen Haltungsansprüchen entspricht der Blaukopf-Schmetterlingsfink dem Schmetterlingsfink und dem Blauastrild.

Belege

Literatur

  • Horst Bielfeld: 300 Ziervögel kennen und pflegen, Ulmer Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8001-5737-2
  • Jürgen Nicolai (Hrsg), Joachim Steinbacher (Hrsg), Renate van den Elzen, Gerhard Hofmann, Claudia Mettke-Hofmann: Prachtfinken - Afrika, Serie Handbuch der Vogelpflege, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4964-3

Weblinks

 Commons: Blaukopf-Schmetterlingsfink – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Uraeginthus cyanocephalus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: BirdLife International, 2008. Abgerufen am 20. Dezember 2008

Einzelbelege

  1. Nicolai et al., S. 193
  2. Nicolai et al., S. 194
  3. Nicolai et al., S. 194
  4. Nicolai et al., S. 194

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