Aufschluss (Geologie)

Aufschluss von Ton- und Sandsteinen des Keupers am Schwanberg bei Iphofen
Aufschluss von Kalksteinen des Oberjura am Dreifaltigkeitsberg auf der Schwäbischen Alb
Aufschluss Payson am Westrand des Erebus-Kraters auf dem Mars (Aufnahme des Opportunity-Rovers)

Ein Aufschluss, auch Ausbiss, ist eine Stelle an der Erdoberfläche, die den unverhüllten Gesteinsuntergrund zu Tage treten lässt. Dieser ist unter humiden (feuchten) Klimabedingungen oftmals weitgehend durch Boden oder Pflanzenbewuchs verdeckt. Idealerweise lassen sich in einem Aufschluss neben der Gesteinsart auch Gesteinsstrukturen wie Klüftung, Schichtung, Schieferung, etc. erkennen. Aufschlüsse sind auch Orte zur Aufnahme von Gesteins- oder Sedimentproben für wissenschaftliche oder technische Zwecke.

Man unterscheidet:

  • natürliche Aufschlüsse:
    • frei stehende Felsen (einzeln Felswände, großflächig im Hochgebirge)
    • Steilufer
    • durch Bergrutsch freigelegter Untergrund
    • Schichtstufen etc.
  • künstliche (anthropogene) Aufschlüsse:
    • Steinbrüche, Kiesgruben, Baugruben, Abbaufronten von Tagebauen
    • Stollen im Bergbau
    • Straßeneinschnitte
    • Schürfgräben etc.

Im weitesten Sinne kann man auch die Gesteinsproben, die durch geologische Bohrungen gewonnen wurden, als künstlichen Aufschluss bezeichnen.

Ist ein Gestein im Wesentlichen noch im Verbund mit seinem Untergrund, so spricht man von anstehendem Gestein oder dem Anstehenden. Es zeigt die an exakt dieser Stelle anzutreffenden geologischen Verhältnisse. Demgegenüber sind Steine Gesteinstrümmer ohne direkte Verbindung zu dem Untergrund, auf dem sie gefunden werden, und können durch die verschiedenen Formen der Abtragung umgelagert und herbeitransportiert worden sein. Nur bei größerer Häufung darf - mit Bedacht - auf das eventuell tieferliegende Anstehende geschlossen werden (→ Lesesteine).

Weblinks

 Commons: Aufschlüsse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Die News der letzten Tage

26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.
21.09.2022
Physiologie | Ethologie
Der australische „Ant-Slayer“: Spinne mit akrobatischer Jagdstrategie
Die Australische Kugelspinne Euryopis umbilicata lebt auf den Stämmen von Eukalyptusbäumen und versteckt sich tagsüber unter der Rinde.
21.09.2022
Ethologie | Primatologie
Steinwerkzeugvielfalt bei Schimpansen
Forschende haben gezeigt, dass Schimpansen in Westafrika Steinwerkzeuge benutzen und über eine ausgeprägte und wiedererkennbare materielle Kultur verfügen.
20.09.2022
Ökologie | Säugetierkunde
Neues von den Eichhörnchen in Berlin
Eichhörnchen gehören zu den in Großstädten wie Berlin am häufigsten gesichteten Wildtieren.
19.09.2022
Taxonomie | Insektenkunde
Wie viele Ameisen gibt es eigentlich?
Wie viele Sterne zählt unsere Galaxie?
19.09.2022
Zytologie | Genetik
Reparaturtrupp im Moos funktioniert auch im Menschen
Wenn in lebenden Zellen alles rund laufen soll, dann müssen die Erbinformationen stimmen, doch leider häufen sich im Laufe der Zeit durch Mutationen Fehler in der DNA an.