Agger Tange

56.7308828.235626Koordinaten: 56° 43′ 51″ N, 8° 14′ 8″ O

Karte: Nordjylland
marker
Agger Tange
Magnify-clip.png
Nordjütland
Das Vogelschutzgebiet Agger Tange, im Hintergrund der Dünengürtel zur Nordsee.

Agger Tange ist eine 8,5 Kilometer lange Landzunge (Nehrung) im Norden Dänemarks, die im äußersten Südwesten der nordjütischen Insel herausragt. Die Landzunge trennt die Nordsee vom Limfjord und umfasst das Gebiet zwischen dem Dorf Agger in der Thisted Kommune und dem Thyborøn-Kanal.

Der Großteil von Agger Tange ist Naturschutzgebiet, das zugleich mit den umgebenden Gewässern als geschütztes Feuchtgebiet gemäß der Ramsar-Konvention ausgewiesen ist. Darüber hinaus gehört die Gegend zu den europäischen Vogelschutzgebieten sowie zu den EU-Schutzgebieten im Sinne der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.[1]

Parallel zur westlich gelegenen Nordsee verlaufen Küstendünen, während sich auf der dem Limfjord zugewandten Seite im Osten Strandwiesen befinden. Im Süden endet Agger Tange bei der Landspitze Svanholm, die sich durch Sandablagerungen gebildet hat und weiterhin von der Westküste Thys aus Richtung Süden wandert. Durch Abtragung verliert die Landzunge an das Meer bis zu neun Meter Land jährlich. Sandvorspülungen sowie 29 Buhnen im Abstand von jeweils 400 Metern sollen diesen Prozess verhindern. Die längste Buhne befindet sich unmittelbar an der Einfahrt in den Thyborøn-Kanal und ist über 800 Meter lang.[1]

Eine Fähre verbindet Agger Tange mit Thyborøn auf der gegenüberliegenden Landzunge Harboøre Tange.

Durchbrüche nach Sturmfluten

Historische Karte vom westlichen Abschnitt des Limfjords (um 1900)

Bereits in der Wikingerzeit durchbrach die Nordsee mehrmals die Landzunge und machte den Limfjord so zu einem schiffbaren Sund. Zum Beispiel passierte Knut der Große im Jahr 1027 Agger Tange auf dem Weg von England nach Dänemark. Zwar versandete um das Jahr 1100 die Durchfahrt im Westen, doch in den folgenden Jahrhunderten wurde die Landzunge mehrmals durchflutet - etwa in den Jahren 1560, 1572, 1586, 1624, 1656, 1685, 1825 und 1862.[2]

Aggerkanal

Während der Sturmflut vom 3. Februar 1825 entstand der Aggerkanal, der drei Kilometer nördlich des heutigen Thyborøn-Kanals lag. Die Strömung zwischen der Nordsee und dem Limfjord war so groß, dass der Kanal im Jahr 1849 eine Breite von 440 Metern erreichte. Im Jahr 1834, neun Jahre nach der Katastrophe, durchfuhren die ersten Schiffe den Kanal. Der Durchbruch der Nordsee führte im westlichen Limfjord zu einem kräftigen Aufschwung für den Handel und markanten Wachstum für die Städte. So passierten im Jahr 1855 bereits 1800 Schiffe den Kanal, der danach allerdings allmählich wieder versandete. Nach einer Sturmflut im Jahr 1862, bei der der Thyborøn-Kanal entstand, wurde die Schifffahrt durch den Aggerkanal Mitte der 1860er Jahre aufgegeben. 1875 folgte die Sperrung und der Thyborøn-Kanal ersetzte den Aggerkanal, der seit dem Jahr durch Küstenschutzmaßnahmen wie regelmäßige Sandvorspülungen offen gehalten wird. Reste des Aggerkanals sind aber nach wie vor im Osten von Agger Tange sichtbar.[3][1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Den Store Danske: Agger Tange, abgerufen am 10. Oktober 2010 (dänisch)
  2. Morten Pedersen: Agger Tange In Kulturarvsstyrelsen (Kulturerbeverwaltung): 1001 fortællinger om Danmark, abgerufen am 10. Oktober 2010 (dänisch)
  3. Den Store Danske: Aggerkanal, abgerufen am 10. Oktober 2010 (dänisch)

Die News der letzten Tage

29.09.2022
Physiologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Algen als mikroskopische Bioraffinerien
Fossile Rohstoffe sind begrenzt und nicht überall auf der Welt vorhanden oder dem Abbau zugänglich.
29.09.2022
Mikrobiologie | Physiologie
Neue Bakterienart im Darm entdeckt
Ob Pflanze, Tier oder Mensch, lebende Organismen sind von einer Vielzahl an Bakterien besiedelt.
28.09.2022
Genetik | Paläontologie | Evolution | Säugetierkunde
Genom-Zusammensetzung des frühesten gemeinsamen Vorfahren aller Säugetiere rekonstruiert
Das rekonstruierte Vorfahren-Genom kann zum Verständnis der Evolution der Säugetiere und zum Erhalt der heutigen Wildtiere beitragen.
27.09.2022
Genetik | Immunologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Thema Ernährungssicherheit: Struktur von Weizen-Immunprotein entschlüsselt
Ein internationales Forschungsteam hat entschlüsselt, wie Weizen sich vor einem tödlichen Krankheitserreger schützt.
26.09.2022
Ethologie
Neues von den gruppenlebenden Tieren: Hilfsbereitschaft und Familienbande
Die Bereitschaft, Artgenossen zu helfen, unterscheidet sich von Tierart zu Tierart – und auch zwischen Männchen und Weibchen.
26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.