William Black (Arzt)

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Einzelne Fakten sind noch nicht ausreichend belegt. Biographische Daten wie Geburts- und Sterbeort noch nicht dargestellt. Seine "medizinstatistischen Erhebungen", die ihn zum Begründer der EbM machen, sollten in einem Unterkapitel gesondert ausgeführt werden.
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber bitte kopiere keine fremden Texte in diesen Artikel.

Die Hauptautoren wurden noch nicht informiert. Bitte benachrichtige sie!

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschlieVorlage:SSend diese Markierung.

William Black (* 1749 in Irland; † 1829) war ein englischer Arzt, Pharmakologe, Medizinhistoriker und erster bekannter Medizinstatistiker.

Leben und Werk

Er studierte und promovierte 1771 in Leyden, Titel seiner Arbeit Dissertatio medica de Pathologica inauguralis diagnosi, prognosi, et causis mortis in febribus frei übersetzt Diagnose, Prognose und Todesursache bei Fieber. Ihm ist die Abkehr von Aberglauben und der Niedergang von „widerlicher und bedeutungsloser“ Arzneien wie „Pulverisierte Totenschädel“ und „ein Mischmasch anderen Unflats“ zumindest in der Literatur zu verdanken.[1] Noch 1924 wurde Mumia vera Aegyptica von der Darmstädter Firma Merck als Droge zum Kilopreis von 12 Goldmark angeboten.[2]

1785 ließ er sich in London nieder und war zusammen mit Gilbert Blane (1749-1834) Arzt am General Dispensary for Poor Married Women. Black kann als einer der Begründer der evidenzbasierten Medizin[3] genannt werden. Diese lässt sich auf das in der zweiten Hälfte des im 18. Jahrhunderts von britischen Ärzten entwickelte Konzept der medical arithmetic zurückführen.[4] Erstmals findet sich die Bezeichnung in dem 1793 publizierten Artikel An Attempt to Improve the Evidence of Medicine des schottischen Arztes George Fordyce.[5] (siehe hierzu auch die Publikation[6])

Neben den „Regeln der ärztlichen Kunst“, der Anerkennung ärztlicher Autorität und üblichen medizinischen Verfahrensweisen gewannen systematische Beobachtungen und die empirisch erarbeitete Evidenz wissenschaftlicher Studien an Bedeutung. Das Verhalten der Ärzte änderte sich aber über viele Jahre nicht, wie einer der Begründer der „arithmetic observation“, William Black, bereits 1789 vorausgesehen hatte:

„With respect to medical arithmetic, what time must yet revolve before ignorance and bigotry shall be enlightened, prejudices and inveterate habits done away with, envy, malevolence and calumny, I cannot determine.“

Die europäische Frühgeschichte der Evidenzbasierte Medizin begann ungefähr 1780 in Großbritannien mit der Entwicklung der Methode der arithmetic observation und etwa 50 Jahre später in Frankreich mit der méthode numérique. Unter dieser Methode ist die Durchführung systematischer Beobachtungen von Patienten- beziehungsweise Bevölkerungsgruppen und die Nutzung mathematischer Verfahren sowie der Einsatz einfacher statistischer Methoden zu verstehen. Damit fiel in diese Zeit auch eine fundamentale Perspektivenänderung des Arztes: Von der alleinigen Betrachtung der individuellen Krankheitsgeschichte eines Patienten hin zur Berücksichtigung von statistischen Wahrscheinlichkeiten und quantitativ gesicherten Ergebnissen. Außerdem intensivierten sich die Auseinandersetzungen um die Art der medizinischen Evidenzgewinnung sowie um die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Werke (Auswahl)

  • William Black's, der Arzneywiss. Drs. zu London, Entwurf einer Geschichte der Arzneywissenschaft und Wundarzneykunst. Aus dem Englischen übersetzt, herausgegeben und mit einigen Zusätzen versehen von Dr. Joh. Chr. Fr. Scherf, Hochgräfl. lippischen Hofmedicus. Meyer, Lemgo 1789.
  • William Black: A comparative view of the mortality of the human species at all ages; and of the diseases and casualties by which they are destroyed or annoyed. Dilly, London 1788.
  • William Black: Vergleichung der Sterblichkeit des menschlichen Geschlechts in allen Altern, ihren Krankheiten und Unglücksfällen. Aus dem Englischen. Leipzig Junius 1789.

Literatur

  • Max Neuburger, Francis Clifton and William Black Eighteenth Century Critical Historians of Medicine. In: Journal Hist Med Allied Sci. V, S. 44–49.
  • Ulrich Tröhler: Quantifying Experience and Beating Biases: A New Cultur in Eighteens Century British Clinical Medcine. In: Gérard Jorland, George Weisz, Annick Opinel, Fondation Marcel Mérieux: Body counts: medical quantification in historical and sociological perspective. McGill-Queen's Press-MQUP, 2005, ISBN 0-7735-2925-X, S. 19–50. (S. 35 f.)

Weblinks

Weitere Nachweise

  1. Richard Sugg: ‘Good Physic but Bad Food’: Early Modern Attitudes to Medicinal Cannibalism and its Suppliers. In: Soc Hist Med. 19(2006), S. 225–240.
  2. Beatrix Geßler-Löhr: Mumia vera aegyptiaca im Abendland. (online)
  3. EbM, von englisch evidence-based medicine „auf Beweismaterial gestützte Heilkunde“), einer Richtung in der Medizin genannt werden, die fordert, dass bei jeder medizinischen Behandlung patientenorientierte Entscheidungen ausdrücklich auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit getroffen werden.
  4. William Black: Arithmetic and Medical Analysis of the Diseases and Mortality of the Human Species. London 1789
  5. zitiert bei U. Tröhler: To Improve the Evidence of Medicine. The 18th Century British Origins of a Critical Approach. Royal College of Physicians of Edinburgh, Edinburgh.
  6. William Clark, Jan Golinski, Simon Schaffer: The sciences in enlightened Europe. University of Chicago Press, 1999, ISBN 0-226-10940-2.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

22.07.2021
Mikrobiologie | Meeresbiologie
Alles ausgebucht am Meeresgrund
Ob Sommer oder Winter, ob Mitternachtssonne oder Polarnacht – auf dem Sand des Meeresbodens wohnen stets die gleichen Bakterien.
22.07.2021
Mykologie | Genetik | Bionik und Biotechnologie
Das Genom der Flechten ist verräterisch
Flechten können in unterschiedlichen Klimazonen verschiedene Naturstoffe produzieren die gebildeten Stoffe sind vor allem als Mittel gegen Krebs und andere Krankheiten bekannt.
21.07.2021
Ökologie
Mikroplastik in der Arktis
Rund um die Inselgruppe Svalbard (norwegisch für Spitzbergen) im arktischen Ozean stellen sogenannte Rhodolithe, aufgebaut aus kalkabscheidenden Rotalgen, ökologische Nischen für eine Vielzahl von Organismen zur Verfügung.
21.07.2021
Ethologie | Primatologie
Tödlicher Angriff von Schimpansen auf Gorillas beobachtet
Schimpansen sind in Ost- und Zentralafrika verbreitet und leben in einigen Gebieten, wie dem Loango-Nationalpark in Gabun, mit Gorillas gemeinsam im gleichen Habitat.
21.07.2021
Bionik und Biotechnologie | Insektenkunde
Wüstenameise wird Vorbild für Laufroboter
Barbara Schlögl hat im Westfälischen Institut für Bionik der Hochschulabteilung Bocholt eine Doktorarbeit geschrieben, in der sie der Wüstenameise Cataglyphis deren Fähigkeit abgekuckt hat, sich im Raum zu orientieren.
21.07.2021
Biodiversität | Neobiota
Italienische Höhlensalamander in Deutschland?
Nicht-einheimische Arten zählen zu den Hauptproblemen für den Verlust der Artenvielfalt.
21.07.2021
Zoologie | Genetik | Ökologie
Wolf-Hund-Mischlinge sicher erkennen
Forschende haben eine neue Methode vorgestellt, die es erlaubt, Wolf-Hund-Hybriden anhand von Umweltproben, wie Kot, Haaren oder Speichelresten sicher zu erkennen.
21.07.2021
Anthropologie | Primatologie
Gebrauch von Steinwerkzeugen: Schimpansen leben vor der Steinzeit
Anders als frühe Menschenarten scheinen Schimpansen nicht in der Lage zu sein, spontan scharfe Steinwerkzeuge herzustellen und zu nutzen.
21.07.2021
Ökologie | Klimawandel | Video
Vermehrte Regenfälle im Sommer verändern den Kohlenstoffkreislauf in der Arktis
Arktische Flüsse transportieren durch dem Klimawandel mehr Nährstoffe und Kohlenstoff. das hat potenzielle Auswirkungen auf Wasserqualität, Nahrungsketten und freiwerdende Klimagase.
21.07.2021
Anthropologie | Genetik | Paläontologie
25.000 Jahre altes menschliches Umweltgenom wiederhergestellt
Uralte Sedimente aus Höhlen können DNA über Jahrtausende konservieren, aber deren Analyse wird dadurch erschwert, dass meist nur wenige Sequenzen aus den Sedimenten gewonnen werden können.
19.07.2021
Zytologie | Physiologie | Biochemie
Wie reagieren unsere Zellen auf Hunger oder Stress?
Zellen reagieren auf Hunger oder Stress indem sie die Zusammensetzung der Proteine auf der Zelloberfläche verändern.
19.07.2021
Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Hecken sind Klimaschützer
Eine auf Ackerland neu angepflanzte Hecke von 720 m Länge kann langfristig die gesamten Treibhausgasemissionen, die ein Durchschnittsdeutscher innerhalb von 10 Jahren emittiert, kompensieren.