Ulrich Wolf (Humangenetiker)

Ulrich Wolf (* 2. Januar 1933 in Riesa, Sachsen) ist ein deutscher Humangenetiker. Nach ihm und Kurt Hirschhorn wurde das Wolf-Hirschhorn-Syndrom benannt.

Leben

Wolf wurde am 2. Januar 1933 als Sohn von Dr.-Ing. Reinhard Wolf und dessen Frau Gertrud (geb. Bergk) im sächsischen Riesa geboren. Seine Kindheit und Schulzeit verbrachte er in Roetha und Böhlen. Im Alter von sieben Jahren begann Ulrich Wolf das Cellospiel zu erlernen.

Von 1943 bis 1952 besuchte er das Thomasgymnasium in Leipzig, das Uhland-Gymnasium in Tübingen und das Gymnasium Petrinum in Dorsten. Im Frühjahr 1952 erlangte Wolf sein Abitur. Er studierte unter anderem Botanik an der Eberhard Karls Universität in Tübingen, an der Sorbonne in Paris und ab 1955 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Am 31. Dezember 1960 heiratete Ulrich Wolf Dr. phil. Maria Wehrmann; das Paar hat sechs Kinder.

Wirken

In den Folgejahren arbeitete Wolf mit Professor Stalder und Dr. Erika Bühler am Kinderspital in Basel, Helmut Baitsch, sowie Professor Klaus Pätau in Madison, Wisconsin/USA zusammen. Nach der Rückkehr aus den USA im Herbst 1962 ist er mit einer von ihm zusammengestellten Gruppe von Studenten und Wissenschaftlern im Bereich der Zytogenetik, die Forschungsrichtung, welche sich mit den (menschlichen) Chromosomen beschäftigt, tätig.

Im Jahr 1967 wird Wolf Akademischer Rat und zwei Jahre später Privatdozent für Humangenetik und Anthropologie an der medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau.

Auszeichnungen

Wolf ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und des Wissenschaftskollegs zu Berlin (englisch: Institute for Advanced Study). 1975 wurde Wolf zum Präsidenten der European Society of Human Genetics (ESHG) ernannt.

Das Wolf-Hirschhorn-Syndrom (auch als Chromosom 4p- Syndrom bekannt) ist eine seltene angeborene Erbkrankheit. Leitsymptom ist ein Minderwuchs verbunden mit einer extremen Verzögerung der geistigen und körperlichen Entwicklung sowie eine Kombination unterschiedlicher Fehlbildungen. Es ist nach Ulrich Wolf und Kurt Hirschhorn benannt, die das Krankheitsbild 1965 unabhängig voneinander erstmals beschrieben.

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