Ulmengewächse

Ulmengewächse
Illustration der Feld-Ulme (Ulmus minor)

Illustration der Feld-Ulme (Ulmus minor)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Ulmengewächse
Wissenschaftlicher Name
Ulmaceae
Mirb.

Die Ulmengewächse (Ulmaceae) sind eine Familie in der Ordnung Rosenartigen (Rosales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Die etwa sieben Gattungen und etwa 35 Arten sind hauptsächlich auf der Nordhalbkugel verbreitet. Einige Arten werden als Zierpflanzen verwendet und von einigen wird das Holz genutzt.

Beschreibung

Sie sind selten immergrüne oder meist laubabwerfende, meistens Bäume, selten Sträucher. Die wechselständig und meist zweizeilig an den Zweigen angeordneten, gestielten Laubblätter besitzen eine an der Basis asymmetrische Blattspreite mit stark gesägtem Blattrand. Nebenblätter sind vorhanden.

Samara der Sibirischen Ulme (Ulmus pumila).

Einzeln oder zu mehreren in unterschiedlich aufgebauten Blütenständen zusammengefasst stehen die Blüten. Die Blüten sind zwittrig oder eingeschlechtig. Es sind (zwei bis) fünf (bis neun) freie Blütenhüllblätter vorhanden. Die (zwei bis) vier bis acht (bis fünfzehn) fertilen Staubblätter sind untereinander frei. Meist zwei, selten drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie).

Die geflügelten Nussfrüchte, oder Flügelnüsse = Samara genannt, sind Spaltfrüchte, wobei der Fruchtknoten aus zwei Fruchtblättern besteht, die sich bei der Fruchtreife trennen.

Verbreitung

Die Arten haben ihre Areale hauptsächlich in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel.

In Mitteleuropa kommen insbesondere Bergulme (Ulmus glabra), Flatterulme (Ulmus laevis), Feldulme (Ulmus minor) und Englische Ulme (Ulmus procera) vor, letztere hauptsächlich in Frankreich und Großbritannien.

Japanische Zelkove (Zelkova serrata)
Ast mit Samara von Holoptelea integrifolia.
Stamm von Aphananthe philippinensis.

Systematik

Der Familienname Ulmaceae wurde 1815 durch Charles François Brisseau de Mirbel in Elem. Physiol. Veg. Bot., 2, S. 905 veröffentlicht. Die Typusgattung ist Ulmus L..

Die Familie Ulmaceae bestand lange Zeit nur aus den beiden Unterfamilien Celtidoideae und Ulmoideae innerhalb einer Ordnung Urticales. Molekulargenetische Untersuchungen zeigten, dass die sechs oder sieben Familien und 2600 Arten der früheren Ordnung Urticales mit in die Ordnung Rosales gehören. Es stellte sich heraus, dass die Unterfamilie Celtidoideae mit den Gattungen Aphananthe, Celtis, Gironniera, Pteroceltis und Trema nicht näher mit der Unterfamilie Ulmoideae verwandt sind [1][2]. Statt in die Ulmaceae gehören die Gattungen der Celtidoideae zu den Cannabaceae. [3]

Verwandte Familien innerhalb der Ordnung Rosales:

Rosales

Rosales s.str.


ex-Urticales

Ulmaceae


     

Cannabaceae


     

Moraceae


     

Urticaceae






In der Familie der Ulmaceae gibt es heute nur noch sieben Gattungen mit etwa 35 Arten [4]

  • Ampelocera Klotzsch: Mit mindestens drei Arten in der Neotropis.
  • Hemiptelea Planch.: Mit der einzigen Art:
    • Hemiptelea davidii (Hance) Planch.: Sie ist in China und Korea beheimatet.
  • Holoptelea Planch.: Mit etwa zwei Arten im tropischen Afrika.
  • Phyllostylon Capan. ex Benth. & Hook. f.: Mit etwa zwei Arten in der Neotropis.
  • Planera J.F.Gmelin: Mit der einzigen Art:
    • Planera aquatica J.F.Gmelin: Die Heimat ist der Südosten der USA. Liefert das „Falsche Sandelholz“.
  • Ulmen (Ulmus L.): Mit 20 bis 30 Arten. Ihre Früchte sind Samara, wobei der Same sich im Zentrum des Flügels befindet. Das Holz wird genutzt, vor allem zur Herstellung von Furnier.
  • Zelkoven (Zelkova Spach): Mit fünf bis sieben Arten.

Siehe auch

Quellen

  • Die Familie Ulmaceae nach aktueller Systematik bei der APWebsite. (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
  • Kenneth J. Sytsma, Jeffery Morawetz, J. Chris Pires, Molly Nepokroeff, Elena Conti, Michelle Zjhra, Jocelyn C. Hall & Mark W. Chase: Urticalean rosids: circumscription, rosid ancestry, and phylogenetics based on rbcL, trnL-F, and ndhF sequences., in American Journal of Botany, 2002, 89, S. 1531-1546: Online.

Einzelnachweise

  1. S. J. Wiegrefe, K. J. Sytsma & R. P. Guries: The Ulmaceae, one family or two? Evidence from chloroplast DNA restriction site mapping, In: Plant Systematics and Evolution, 210, 1998, S. 249-270.
  2. K. K. Ueda & Kosuge H. Tobe: A molecular phylogeny of Celtidaceae and Ulmaceae (Urticales) based on rbcL nucleotide sequences. in Journal of Plant Research, 110, 1997, S. 171-178.
  3. Kenneth J. Sytsma, Jeffery Morawetz, J. Chris Pires, Molly Nepokroeff, Elena Conti, Michelle Zjhra, Jocelyn C. Hall & Mark W. Chase: Urticalean rosids: circumscription, rosid ancestry, and phylogenetics based on rbcL, trnL-F, and ndhF sequences., in American Journal of Botany, 2002, 89, S. 1531-1546: Online.
  4. Eintrag bei GRIN.

Weblinks

 Commons: Ulmengewächse (Ulamaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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