Sydney Brenner

E. Lederberg, Gunther Stent, Sydney Brenner und Joshua Lederberg, 1965

Sydney Brenner, CH (* 13. Januar 1927 in Germiston, Südafrika) ist ein britischer Biologe, der 2002 zusammen mit H. Robert Horvitz und John E. Sulston den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielt. Geehrt wurden die Forscher für ihre Arbeit auf dem Gebiet der „genetischen Regulation der Organentwicklung und des programmierten Zelltods“.

Brenner wurde als Sohn jüdischer Emigranten in Germiston, Südafrika, geboren, studierte an der Universität Witwatersrand in Südafrika Medizin und promovierte 1954 am Exeter College der Universität Oxford im Fach „Physikalische Chemie“. Nach einer kurzen Zeit in einem chemischen Laboratorium wechselte er 1956 an das MRC Laboratory of Molecular Biology in Cambridge. Dort widmete er sich der Molekularbiologie und wurde im Jahre 1979 auch Leiter der entsprechenden Abteilung, sieben Jahre später wurde er Direktor der molekulargenetischen Abteilung des Instituts, dessen Leitung er bis 1991 innehatte. Von 1996 bis 2000 forschte er als Präsident und Wissenschaftsdirektor am molekularwissenschaftlichen Institut La Jolla und Berkeley, Kalifornien. Gegenwärtig ist er am Janelia Farm Research Campus in Ashburn, Virginia tätig.

Brenner etablierte den Fadenwurm Caenorhabditis elegans als Modellorganismus und studierte dessen Organentwicklung und die Entwicklung des Nervensystems. Mit Hilfe von C. elegans wurden auch die ersten Gene, die bei der Apoptose eine wichtige Rolle spielen, beschrieben. Bereits in den 1960er Jahren hatte er zur Aufklärung des genetischen Codes beigetragen, als er zusammen mit Kollegen die Frameshift-Mutationen entdeckte.

Auszeichnungen

  • 1971: Albert Lasker Award for Basic Medical Research
  • 1974: Royal Medal der Royal Society
  • 1975: Prix Charles-Léopold Mayer
  • 1975: Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, seit 2008 Nationale Akademie der Wissenschaften
  • 1978: Gairdner Foundation International Award
  • 1987: Genetics Society of America Medal
  • 1994: Max-Delbrück-Medaille
  • 2000: Albert Lasker Special Achievement Award
  • 2002: March of Dimes Prize in Developmental Biology
  • 2002: Nobelpreis für Physiologie oder Medizin
  • 2009: Großkreuz des Ordens des Infanten Dom Henrique

Weblinks


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