Paul Delos Boyer

Paul Delos Boyer (* 31. Juli 1918 in Provo, Utah) ist ein US-amerikanischer Biochemiker, der 1997 gemeinsam mit John Ernest Walker und Jens Christian Skou für seine Arbeiten am Adenosintriphosphat (ATP) mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde.

Biographie

Paul Delos Boyer wurde 1918 in der Stadt Provo im US-amerikanischen Bundesstaat Utah geboren. Sein Biochemiestudium absolvierte er an der Brigham Young University, danach schloss sich eine Forschungsassistenz an der University of Wisconsin in Madison an. Hier promovierte er 1943.

Von 1956 bis 1963 war er Professor für Biochemie an der University of Minnesota, danach wechselte er 1963 als Professor für Chemie an die University of California in Los Angeles, wo er bis zu seiner Emeritierung 1989 blieb.

Werk

Wie seine Kollegen Skou und Walker beschäftigte sich Paul Delos Boyer vor allem mit Enzymen, die die Arbeit des Adenosintriphosphat, des Hauptenergielieferanten im Metabolismus der Organismen, katalysieren. Er und Walker konzentrierten sich dabei vor allem auf die Synthese des ATP durch das Enzym ATP-Synthase. Dieses stellt aus dem Adenosindiphosphat (ADP) und einem weiteren Phosphatmolekül das ATP her, indem es diese beiden aneinander bindet. Boyer konnte bereits in den 1950er Jahren nachweisen, dass dieser Vorgang vor allem bei der Enzymaktivität und die Freigabe des ATP Energie bindet statt wie bis dahin angenommen durch die Bindung des ADP an das Phosphat.

In den 1980er Jahren stellte Boyer ein Modell vor, wie über die ATP-Synthase das ATP gebildet werden konnte. Als Basis dienten ihm biochemische Analysedaten. Die Korrektheit des Modells wurde von Walker durch Strukturanalysen des Enzyms bestätigt. Beide lieferten entsprechend wesentliche Grundlagen zum Verständnis des Energiestoffwechsels in lebenden Zellen.

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