Nocardia

Nocardien (benannt nach dem französischen Infektiologen Edmond Nocard) sind stäbchenförmige, grampositive Bakterien. Sie wachsen oft verzweigt und sind teilweise ähnlich wie Mykobakterien durch Säure nicht wieder entfärbbar (säurefest). Nocardien kommen ubiquitär im Erdboden und in Feuchtbiotopen vor. Sie wachsen besonders gut bei 30 °C, und einige können bei Mensch und Tier Nocardiosen auslösen.

Arten

Einige Arten von Nocardia mit der Typus-Art Nocardia asteroides (Eppinger 1891) Blanchard 1896:

  • Nocardia abscessus Yassin et al. 2000
  • Nocardia araoensis Kageyama et al. 2004
  • Nocardia brasiliensis (Lindenberg 1909) Pinoy 1913
  • Nocardia brevicatena (Lechevalier et al. 1961) Goodfellow and Pirouz 1982
  • Nocardia concava Kageyama et al. 2005
  • Nocardia elegans Yassin and Brenner 2005
  • Nocardia inohanensis Kageyama et al. 2004
  • Nocardia paucivorans Yassin et al. 2000
  • Nocardia terpenica Hoshino et al. 2007

Erkrankungen

Nocardien werden über die Lunge aufgenommen. Beim Menschen sind nur Erkrankungen von Immunsupprimierten durch diesen Erreger bekannt. Dabei kommt es zuerst zur pulmonalen Nocardiose mit Bronchopneumonie und Lungenabszess. Von dort können sie über das Blut (hämatogen) in verschiedene Organe streuen (systemische Nocardiose). Die Erreger befallen bevorzugt das ZNS und lösen Enzephalitiden und Hirnabszesse aus. Nocardien können auch kutane und subkutane Abszesse auslösen (oberflächliche Nocardiose). Letztere wird hauptsächlich von Nocardia brasiliensis ausgelöst.

Therapie

Antibiotische Therapie mit Cotrimoxazol und Doxycyclin. Als Reserveantibiotika stehen Imipenem und Amikacin zur Verfügung.

Literatur

  • Martin Dworkin, Stanley Falkow, Eugene Rosenberg, Karl-Heinz Schleifer, Erko Stackebrandt (Hrsg.): The Prokaryotes, 3. Auflage, Bd. 3: Archaea. Bacteria: Firmicutes, Actinomycetes. Springer Verlag, New York 2006, ISBN 978-0-387-25493-7 (Print), ISBN 978-0-387-30743-5 (Online)
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