Naturaquarium

Beispiel für ein Naturaquarium

Als Naturaquarium, auch Japanisches Naturaquarium genannt, werden die Süßwasseraquarien bezeichnet, bei denen Aquarienpflanzen mindestens eine ebenbürtige Rolle zu den im Aquarium gepflegten Fischarten innehaben. Ziel des Aquarianers ist es, unter Verwendung von aquarientauglichem Dekorationsmaterial wie Moorkienwurzeln und Steinen landschaftsähnliche Räume zu schaffen. Trotz des etwas irreführenden Namens handelt es sich nicht um ein Biotop-Aquarium. Wesentlich geprägt wurde dieser Zweig der Aquaristik durch den japanischen Fotografen und Aquarianer Takashi Amano.

Typisch für die Bepflanzung eines Naturaquariums ist eine weitläufige und dichte Bepflanzung des Vordergrundes mit kleinbleibenden Aquarienpflanzen. Dies verschafft dem Aquarium eine gewisse optische Tiefe. Der freie Raum im Aquarium ist ein zentrales Gestaltungsmittel und wird stark betont. Amano verwendet generell sehr weiches, karbonatarmes Wasser mit geringer Nitrit- und Nitratkonzentration. Die Seitenwände sind fast immer frei von Dekoration. Auf die Rückseite des Aquariums wird häufig eine schwarze oder tiefblaue Folie aufgeklebt.

Die Abgrenzung zum Holländischen Pflanzenaquarium ist schwierig. Im Holländischen Pflanzenaquarium werden die Pflanzen einem Gartenbeet vergleichbar im Aquarium eingesetzt. Generell werden viele unterschiedliche Pflanzen gepflegt. Ein Naturaquarium kann dagegen beispielsweise aus einer „Wiese“ grasartiger Schwertpflanzen oder kurzgehaltenem Javamoos bestehen, aus der eine Holzwurzel wie ein Baum hervorragt. Andere typische Pflanzen im Japanischen Naturaqaurium sind Zungenblatt, Teichlebermoos und Nadelsimse.

Beide Aquarientypen sind wegen der großen Rolle, die Aquarienpflanzen hierbei spielen, häufig auf eine Kohlenstoffdioxid-Düngung angewiesen.

Weblinks

Die News der letzten Tage

22.06.2022
Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Insektenkunde
Forschung mit Biss
Wie stark können Insekten zubeißen?
21.06.2022
Klimawandel | Meeresbiologie
Algenmatten im Mittelmeer als Zufluchtsort für viele Tiere
Marine Ökosysteme verändern sich durch den Klimawandel, auch im Mittelmeer.
21.06.2022
Taxonomie | Meeresbiologie
Korallengärten auf der „Mauretanischen Mauer“ entdeckt
Wissenschaftler*innen haben eine neue Korallenart entdeckt: Die Oktokoralle Swiftia phaeton wurde auf der weltweit größten Tiefwasserkorallenhügelkette gefunden.
20.06.2022
Genetik | Insektenkunde
Was ein Teebeutel über das Insektensterben erzählen kann
Man kennt die Szenerie aus TV-Krimis: Nach einem Verbrechen sucht die Spurensicherung der Kripo bis in den letzten Winkel eines Tatorts nach DNA des Täters.
20.06.2022
Mikrobiologie | Physiologie | Primatologie
Darmflora freilebender Assammakaken wird im Alter einzigartiger
Der Prozess ist vermutlich Teil des natürlichen Alterns und nicht auf eine veränderte Lebensweise zurückzuführen.
20.06.2022
Botanik | Evolution
Das Ergrünen des Landes
Ein Forschungsteam hat den aktuellen Forschungsstand zum Landgang der Pflanzen, der vor rund 500 Millionen Jahren stattfand, untersucht.
17.06.2022
Anatomie | Entwicklungsbiologie
Das Navi im Spermienschwanz
Nur etwa ein Dutzend der Millionen von Spermien schaffen den langen Weg durch den Eileiter bis zur Eizelle.
15.06.2022
Botanik | Klimawandel
Trotz Klimawandel: Keine Verschiebung der Baumgrenze
Die Lebensbedingungen für Wälder in Höhenlagen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten infolge des Klimawandels signifikant verändert.