Markea

Markea
Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Markea
Wissenschaftlicher Name
Markea
Rich.

Markea ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die je nach Autor 14 oder 17 Arten wachsen meist epiphytisch.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Markea sind epiphytisch wachsende Pflanzen, die meist als Lianen, seltener als aufrechte oder niederliegende Sträucher von (selten nur 1) 1,5 bis 3,5 m Höhe wachsen. Nur in Ausnahmefällen sind es auch bis zu 6 m hohe Bäume. An den Wurzeln treten oftmals Verdickungen auf. Die Pflanzen können myrmekophil sein. Sie sind mit einer Vielzahl unterschiedlich gestalteter Haare besetzt, diese können einfach, verzweigt und baumförmig verzweigt sein, zudem gibt es drüsige Haare mit vielzelligen Köpfen und einem zweizelligen Stiel. Die Sprossachse ist (wahrscheinlich in allen Fällen) hohl und erreicht einen Durchmesser von bis zu 8 cm.

Die Laubblätter scheinen quirlig in Gruppen von drei bis sechs zu stehen. Die Blattspreite ist meist membranartig, selten auch lederartig und dick, sie ist schmal oder breit elliptisch oder umgekehrt eiförmig-elliptisch. Die Basis ist spitz zulaufend, zugespitzt, abgerundet oder herzförmig, häufig am Stiel herablaufend; die Spitze ist meist spitz zulaufend, seltener zugespitzt, stumpf oder abgerundet. In einigen Arten haben die Blattspreiten mittlere Größe von (2,1) 4,5 bis 9 (13) × 2 bis 5 (6,8) cm, in anderen Arten sind sie größer, dann (7) 10 bis 22 (31) × (2,9) 4 bis 10 (14) cm. Die Blattstiele sind 6 bis 25 (60) mm lang.

Blütenstände und Blüten

Die duftenden, manchmal übelriechenden oder auch geruchlosen Blüten stehen einzeln, nur in Ausnahmefällen paarig oder in zwei- bis zehnblütigen (in Ausnahmefällen bis siebzehnblütigen) zymösem Blütenständen. Die Blütenstandstiele sind entweder (3) 12 bis 30 (50) cm lang, fadenförmig, biegsam und aufrecht stehend oder nur 0,3 bis 16 cm lang, dick, starr und holzig. Die Blütenstiele sind entweder nur 1,5 bis 7 mm lang oder aber länger und dann 15 bis 25 mm, selten auch bis 63 mm lang. Nur in Ausnahmefällen sind die Blüten auch aufsitzend. Die Kelchblätter sind oft wenig verwachsen, so dass die Kelchröhre sehr kurz oder fast inexistent ist. Manchmal ist die Kelchröhre stärker ausgebildet, meist jedoch kürzer als die Kelchzipfel, nur in Ausnahmen ist die Kelchröhre auch länger. Die Krone ist rot, orange-rot, gelblich-orange, gelb-grünlich, grünlich, grünlich-weiß, violett oder schwärzlich-violett gefärbt. Sie ist oft in die für die Unterfamilie Juanulloideae typischen zwei Sektoren geteilt, von denen der untere, kürzere röhrenförmig und der obere lang trichterförmig ist. Einige Arten haben jedoch auch überbecherförmige oder trichterförmige Kronen. Die Länge der Krone ist variabel, meist liegt sie zwischen 4,5 und 11 cm, in zwei Arten werden sie auch länger und in einer Art (M. sturmii) wird die Krone nur etwa 2,45 cm lang. Die Kronlappen sind breiter als lang und für gewöhnlich zurückgebogen.

In einigen Arten stehen die Staubblätter über die Krone hinaus. Die Staubbeutel sind an der Basis fixiert, etwa 9,5 bis 18 mm lang, in einigen Arten auch kaum 6 bis 9,5 mm, sie stehen meist zusammengeneigt. Die Staubfäden sind länger, kürzer oder gleich lang wie die Staubbeutel, sind nur am unteren Ende behaart und etwa 5 bis 20 oder 30 mm von der Kronenbasis an dieser fixiert. Die Pollen sind mit einem Durchmesser von 24 bis 38 µm mittelgroß, die Pollenkornwand (Exine) ist dick oder dünn, meist um den Pollenäquator schuppig oder runzelig. Nur in der Art M. lopezii besitzen die Pollenkörner kleine Stacheln, Ubisch-Körper sind nur aus sechs Arten bekannt.

Der meist birnenförmige Fruchtknoten ist zweilappig und zweikammerig. Die Nektarien sind gut ausgeprägt. Die Narbe ist sattelförmig oder besitzt zwei kurze Verzweigungen.

Früchte

Die Früchte sind Kapseln, die in einem sich vergrößernden Kelch stehen, der meist größer als die Früchte ist, nur in M. coccinea sind Frucht und Kelch beinahe gleich lang. Die Früchte besitzen an der Spitze einen langen oder kurzen Schnabel. Das Perikarp ist nur in M. crosbyana dick und lederig, in den anderen Arten ist es dünn und membranartig. Die Früchte enthalten etwa 50 bis 100 Samen, diese sind bumerang- oder leicht gebogen bis fast gerade stäbchenförmig und 1,9 bis 3,8 mm lang. Das Embryo ist 1,6 bis 3,2 mm lang und leicht gebogen. Es besitzt anliegende Keimblätter, die länger als breit und kürzer, aber breiter als das restliche Embryo sind. Endosperm ist nur sehr kärglich vorhanden.

Vorkommen

Hauptverbreitungsgebiet der Gattung ist das nördliche Südamerika, wo die meisten Arten der Gattung vorkommen. Sie wachsen dort in bergigen Regionen in Höhen zwischen 500 und 3000 m, zehn der Arten prägen die Vegetation der Anden Kolumbiens, Ecuadors, Perus und Bolivien. Drei Arten sind endemisch in Mittelamerika, vier myrmekophile Arten kommen im Amazonasbecken und Guyana vor.

Systematik

In der Gattung Markea werden 14 oder 17 Arten anerkannt, die drei mittelamerikanischen Arten werden zum Teil auch zur Gattung Schultesianthus gestellt.

Auswahl der Arten:

  • Markea crosybana D'Arcy (syn. Schultesianthus crosbianus (D'Arcy) S. Knapp)
  • Markea coccinea Rich.
  • Markea formicarum Dammer
  • Markea longiflorum Miers
  • Markea lopezii Hunz.
  • Markea sessiliflora Ducke
  • Markea sturmii Cuatrec.
  • Markea uniflora Lundell (syn. Schultesianthus uniflorus (Lundell) S. Knapp)
  • Markea venosa Standl. et C.V. Morton (syn. Schultesianthus venosus (Standl. et C.V. Morton) S. Knapp)

Die Typusart ist M. coccinea.

Literatur

  • Armando T. Hunziker: The Genera of Solanaceae. A.R.G. Gantner Verlag K.G., Ruggell, Liechtenstein 2001. ISBN 3-904144-77-4.

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