Kopfschwarte

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Skalp,
Karl-May-Museum Radebeul

Als Kopfschwarte (auch Skalp) bezeichnet man die funktionelle Einheit von Haut, Unterhaut und Sehnenhaube (Galea aponeurotica) über dem Schädeldach (Calvaria). Das lockere subaponeurotische Bindegewebe verbindet hierbei die Sehnenhaube mit dem Periost und ermöglicht so die freie Bewegung des Skalps, der bei einem Erwachsenen eine typische Dicke von 5 mm hat.

Da die Kopfschwarte sehr gut durchblutet ist, sehen auch kleine Kopfplatzwunden meist bedrohlicher aus, als sie eigentlich sind. Bei sehr starken Blutungen, beispielsweise bei Durchtrennung der Schläfenarterie (Arteria temporalis), sollten jedoch sofort Notmaßnahmen eingeleitet und der Rettungsdienst gerufen werden. Jedoch sollte man auch bei kleinen Platzwunden die nächste chirurgische Ambulanz aufsuchen, da durch die Ursache der Wunde (Schlag auf den Kopf, Sturz usw.) eine Blutung innerhalb des Kopfes bzw. des Gehirns nicht ausgeschlossen werden kann. Eine nicht erkannte Hirnblutung ist tödlich, zeigt jedoch erst verspätet die Zeichen eines Schlaganfalls.

Skalpieren

Beim Skalpieren wird die Kopfschwarte vom Schädel gezogen, wobei sich das Periost relativ leicht vom Knochen lösen lässt. Bei der Leichenöffnung macht man sich diesen Umstand zu nutze, um das Gehirn zwecks Untersuchung zu entfernen, ohne jedoch den kosmetischen Aspekt dabei zu vernachlässigen, der beispielsweise bei der Aufbahrung der Leiche von Bedeutung ist. Dazu wird die Haut am Hinterkopf aufgetrennt und bis zur Stirn vorgeschoben, was ausreichend Platz schafft, um das Schädeldach aufsägen zu können. Später wird die Kopfhaut wieder zurückgestülpt und der Hautschnitt vernäht.

Auch Verletzungen sind auf gleiche Weise möglich: Wenn Haare in rotierende Maschinen gezogen werden, so wird die gesamte Kopfschwarte abgerissen. Deshalb schreiben Arbeitsschutzbestimmungen vor, dass man bei langen Haaren eine Kopfbedeckung tragen muss, bevor man sich beispielsweise einer in Betrieb befindlichen Bohrmaschine oder Drehbank nähert. Das Skalpieren Lebender hat eine ernste Auswirkung. Da der Körper seiner schützenden Oberfläche beraubt ist, kann auch durch Austrocknung eine Infektion der Schädeldecke und damit eine Infektion der Hirnhäute auftreten, eine lebensgefährliche Erkrankung.

In der Literatur wird das Ritual des Skalpierens als Siegestrophäe bei nord- und südamerikanischen Indianern erwähnt. Von Ausnahmen abgesehen wurden offenbar nur im Kampf getötete Gegner ihres Skalps beraubt. Ob das Ritual des Skalpierens ursprünglich indianisch war oder von den Europäern eingeführt wurde, ist teilweise umstritten.

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