Hautmuskel

Unter Hautmuskeln (lat. Musculi cutanei) versteht man quergestreifte Muskulatur, die zwischen Haut und Faszie eingelagert ist. Sie hat damit keinen direkten Kontakt zum Skelett, sondern dient vorwiegend der Bewegung der Haut. Die Hautmuskulatur ist beim Menschen nur gering entwickelt, da Menschen praktisch jeden Ort der Körpers mit den Händen erreichen können. Bei den übrigen Säugetieren erstreckt sie sich über den Kopf, Hals, Schulter und Bauch und dient vorwiegend der Abwehr von Insekten über Hautzuckungen. Die Hautmuskulatur des Kopfes spielt darüber hinaus eine Rolle in der Mimik.

Hautmuskeln von Kopf und Hals

Am Hals ist beim Menschen das Platysma ausgebildet, bei Fleischfressern durch zwei weitere Halshautmuskeln (Musculus sphincter colli superficialis und profundus) erweitert. Bei Huftieren ist nur im hinteren Halsbereich der Musculus cutaneus colli ausgebildet.

Das Platysma erstreckt sich auch auf den Kopf. Bei Huftieren ist dieser nur in der Region des Masseter ausgebildet und wird hier als Kopfhautmuskel (Musculus cutaneus facei) bezeichnet.

Hautmuskeln des Rumpfes

Im Bereich des Rumpfes sind beim Menschen keine Hautmuskeln ausgebildet.

Bei Tieren wird der Großteil des Bauches vom Rumpfhautmuskel (Musculus cutaneus trunci) bedeckt, der mit etwa horizontalem Faserverlauf von der Rippengegend zur Kniefalte zieht. Bei Großtieren (z. B. Pferde und Rinder) ist er bis zu 2 cm dick, bei Hunden nur etwa 1 mm. Bei Huftieren erstreckt sich dieser Muskel als Musculus cutaneus omobrachialis auch auf den Schulter- und Oberarmbereich. Der Rumpfhautmuskel löst eine Zuckung der Rumpfhaut zur Insektenabwehr aus (Pannikulusreflex).

Vom Rumpfhautmuskel spalten sich bei einigen Spezies kleine Muskelbänder ab, die als Vorhautmuskeln (Musculi preputiales cranialis und caudalis) bezeichnet werden. Sie erlauben ein aktives Vor- und Zurückziehen der Vorhaut.

Literatur

Salomon/Geyer/Gille (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Enke Stuttgart, 2004

Die News der letzten Tage

02.12.2022
Ethologie | Säugetierkunde
Markierungsbäume von Geparden sind Hotspots der Kommunikation – auch für andere Tierarten
Markierungsbäume sind für Geparde wichtige Hotspots der Kommunikation: Dort tauschen sie über Duftmarken, Urin und Kot Informationen mit anderen und über andere Geparde aus.
02.12.2022
Land-, Forst-, Fisch- und Viehwirtschaft | Ökologie
DBU: Weltbodentag am 5. Dezember
Mittlerweile leben acht Milliarden Menschen auf der Welt und Ernährungssicherung wird zu einer dringendsten Herausforderungen unserer Zeit.
01.12.2022
Physiologie
Altern Frauen anders als Männer?
Studien an Fruchtfliegen zeigen, wie das biologische Geschlecht die Wirkung des derzeit vielversprechendsten Anti-Aging-Medikaments Rapamycin beeinflusst.
29.11.2022
Ethologie | Zoologie
Geschlechterrollen im Tierreich hängen vom Verhältnis von Weibchen und Männchen ab
Wie wählerisch sollten Weibchen und Männchen sein, wenn sie einen Partner auswählen?
28.11.2022
Ökologie | Paläontologie | Säugetierkunde
Fossil aus dem Allgäu: Biber leben seit mehr als 11 Millionen Jahren im Familen-Clan
Die Hammerschmiede im Allgäu, Fundstelle des Menschenaffen Danuvius, ist eine einmalige Fundgrube für Paläontologen: Bereits über 140 fossile Wirbeltierarten konnten hier geborgen werden.
28.11.2022
Anthropologie | Neurobiologie
Arbeitsgedächtnis: Vorbereitung auf das Unbekannte
Beim Arbeitsgedächtnis, oder auch Kurzeitgedächtnis genannt, galt lange die Theorie, dass seine Kernaufgabe die aktive Speicherung von Informationen über einen kurzen Zeitraum ist.
28.11.2022
Meeresbiologie | Ökologie
Offshore-Windparks verändern marine Ökosysteme
Der Ausbau von Offshore-Windparks in der Nordsee geht voran, doch die Konsequenzen für die marine Umwelt, in der sie errichtet werden, sind noch nicht vollständig erforscht.
25.11.2022
Evolution | Genetik | Neurobiologie
Was haben Oktopus und Mensch gemeinsam?
Kopffüßler sind hochintelligente Tiere mit komplexem Nervensystem, dessen Evolution mit der Entwicklung von auffällig viel neuer microRNA verbunden ist.
25.11.2022
Klimawandel | Ökologie
Der Klimawandel in den Wäldern Norddeutschlands
Immer mehr Bäume leiden an den Folgen des menschgemachten Klimawandels der vergangenen Jahrzehnte.
24.11.2022
Biochemie | Entwicklungsbiologie | Genetik
Das Erwecken des Genoms
Die Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium ist der Beginn neuen Lebens, die mütterliche und väterliche Erbinformation, die DNA, wird neu kombiniert und speichert den Aufbau des Lebewesens.
24.11.2022
Genetik | Mykologie | Taxonomie
Die Welt der Pilze revolutioniert
Ein internationales Forschungsteam hat unter den bisher bekannten Pilzen und Flechten eine neue Großgruppe identifiziert: Mithilfe von Genom-Sequenzierung konnte nachgewiesen werden, dass über 600 Arten einen gemeinsamen Ursprung haben.
24.11.2022
Insektenkunde | Ökologie
Vegetationsfreie Flächen fördern bodennistende Wildbienen
Über die Nistansprüche bodennistender Wildbienen ist bisher relativ wenig bekannt, obwohl Nistplätze für die Förderung der meisten Wildbienenarten von zentraler Bedeutung sind.