Ewald Langer

Ewald Langer (* 15. November 1960 in Böblingen) ist ein deutscher Biologe und Hochschulprofessor. Sein botanisch-mykologisches Autorenkürzel lautet „Langer“.

Der Sohn eines Naturkundelehrers besuchte von 1968 bis 1972 die Grundschule und anschließend das Stiftsgymnasium in Sindelfingen. Nach dem Abitur 1982 studierte er Biologie an der Universität Tübingen, wo er bei Franz Oberwinkler mit der Dissertation „Die Gattung Hyphodontia John Eriksson“ promoviert wurde. Bei dieser Arbeit bekam er Kontakt mit Helga Große-Brauckmann und den skandinavischen Mykologen Kurt Hjortstam, Leif Ryvarden, Nils Hallenberg sowie Ellen und Karl-Henrik Larsson und konnte so seine Kenntnisse in der Pilzgruppe der Corticiaceen vertiefen, deren Arten sehr schwer zu bestimmen sind.[1]

Nach der Promotion baute er als wissenschaftlicher Assistent zusammen mit seiner Frau in Tübingen ein molekularbiologisches Labor auf, in dem er auf seinen Hauptarbeitsgebieten, der DNA-Sequenzierung und der Naturstoffforschung wirkte.[1]

Nach der Habilitation erhielt er 2002 einen Ruf an die Universität Kassel auf den Lehrstuhl für Ökologie mit den Forschungsschwerpunkten Phylogenie, Biodiversität und Ökologie von Nichtblätterpilzen.[1]

Langer war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM).[1][2]

Schriften

  •  Die Gattung Hyphodontia John Eriksson. Dissertation. In: Bibl. Mycol.. 154, Universität Tübingen 1994.
  •  Hessisches Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten (Hrsg.): Rote Liste der Großpilze Hessens. Wiesbaden 2000.
  •  Phylogeny of non-gilled and gilled basidiomycetes: DNA sequence inference, ultrastructure and comparative morphology. Habilitationsschrift. Universität Tübingen 2002.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3  Ewald Langer: Vorstellung der neuen Präsidiumsmitglieder. Selbstporträt. In: DGfM-Mitteilungen. 75(1), 2009 (PDF; 1,71 MB).
  2.  Wahl des Präsidenten. Protokoll der Mitgliederversammlung der DGfM, 18.09.2010, 19-23 Uhr, Großer Hörsaal Biozentrum Kleinflottbek. In: DGfM-Mitteilungen. 77(1), 2011 (PDF; 1,26 MB).

Weblink

Die News der letzten Tage

19.05.2022
Virologie | Parasitologie | Insektenkunde
Neue Virusvariante bedroht Bienengesundheit weltweit
Eine gefährliche Variante des Krüppelflügelvirus ist weltweit auf dem Vormarsch: Das Virus befällt Honigbienen, wird von der Varroamilbe übertragen und sorgt dafür, dass ihre Flügel verkümmern und die Tiere sterben.
17.05.2022
Evolution | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Leben am Vulkan – in zwei Schritten zur Anpassung
Ein internationales Team hat eine Wildpopulation der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) untersucht, die sich am Fuß eines Stratovulkans angesiedelt hat.
18.05.2022
Klimawandel | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Insektensterben: Was stört die Kolonie-Entwicklung der Steinhummel?
Bestäubende Insekten sind für die Biodiversität und die landwirtschaftliche Produktion unersetzlich - doch seit Jahren geht der Bestand an Bienen, Hummeln und weiteren Insekten stark zurück.
18.05.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Insektenvielfalt: Öko-Landbau oder Blühstreifen besser?
Wie wirksam Agrarumweltmaßnahmen für die biologische Vielfalt sind, hängt von verschiedenen Faktoren und dem jeweiligen Blickwinkel ab.
18.05.2022
Ethologie | Primatologie
Wie flexibel Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht und dabei besonderes Augenmerk auf individuelle Unterschiede und Flexibilität in den Kommunikationsstrategien von Orang-Utan-Müttern gelegt.
17.05.2022
Ökologie | Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Ökologie: Fließgewässer stehen weltweit schlecht da
Landwirtschaft, Habitatverlust oder Abwässer – menschgemachte Stressoren wirken sich negativ auf die biologische Vielfalt in Bächen und Flüssen aus.
17.05.2022
Ethologie | Primatologie
Schimpansen kombinieren Rufe zu einer Vielzahl von Lautsequenzen
Verglichen mit dem menschlichen Sprachgebrauch erscheint Tierkommunikation einfach, doch unklar blieb bisher, wie sich unsere Sprache aus einem so einfachen System entwickelt haben könnte.
17.05.2022
Anatomie | Taxonomie | Paläontologie
Unbekannte Delfinarten aus dem Schweizer Mittelland identifiziert
Vor 20 Millionen Jahren schwammen Delfine dort, wo heute das Schweizer Mittelland liegt.
12.05.2022
Physiologie | Neurobiologie
Das bewusstlose Gehirn ist alles andere als stumm
Die Grosshirnrinde gilt als zentrale Hirnregion für bewusste Verarbeitung: Während einer Vollnarkose wird dieser Bereich jedoch nicht lahmgelegt.
12.05.2022
Ökologie | Insektenkunde
Was Heuschrecken fressen
Über die Nahrungsnetze pflanzenfressender Insekten ist nicht viel bekannt: Ein Team vom Biozentrum forscht nach – in Unterfranken ebenso wie in den Berchtesgadener Alpen.
12.05.2022
Mykologie | Biodiversität
Artenschutz für Pilze
Eines vorweg: Es geht nicht um die großen Speisepilze, sondern um die mikroskopisch kleinen Vertreter im Wasser.
11.05.2022
Evolution | Biochemie
Der Ursprung des Lebens: Eine neue Weltsicht
Chemiker schlagen ein neues Konzept vor, eine Mischung aus RNA-Molekülen und Peptiden brachten die Evolution hin zu komplexeren Lebensformen in Gang.
10.05.2022
Genetik
Für Weinliebhaber: Roter Riesling entstand aus Weißem Riesling
Die Erbinformation für die Riesling-Rotfärbung ist auf dem Chromosomensatz des weißbeerigen Elter "Weißer Heunisch" verortet.