Dicke Marie

Der Baum im Juni 2012

Die Dicke Marie im Berliner Ortsteil Tegel ist ein eingetragenes Naturdenkmal[1] und der vermutlich älteste Baum der Stadt.

Geschichte

Die Stieleiche (Quercus robur) soll im Jahr 1107 an der Großen Malche, einer Bucht, die den nördlichen Ausläufer des Tegeler Sees bildet, nahe dem Schloss Tegel gekeimt sein. Den Namen erhielt der Baum von den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt, die ihre Jugendjahre im Schloss Tegel verbrachten, in Anspielung auf die wohlbeleibte Köchin des Schlosses.[2] Auch Johann Wolfgang von Goethe besuchte 1778 bei seinen Reisen den Baum und verweilte in seinem Schatten.

Zu Alter und Standort

Gegenwärtig weist der Baum eine maximale Höhe von 26 Meter bei einem Umfang von 665 cm und einen Durchmesser in Brusthöhe von rund 210 cm auf, und wird als 900-jährig angegeben. Wenn die Annahme der Keimung um 1107 stimmen sollte, wäre der Baum älter als die Stadt Berlin, die erstmals urkundlich 1237 erwähnt wurde. Dendrologischen Erfahrungen zufolge ist jedoch keine Eiche in Deutschland älter als 800 Jahre, so dass die Maße des Umfanges und des Durchmessers eher für ein Alter des Baumes zwischen 400 und 500 Jahren sprechen. Eine genauere Bestimmung wäre durch eine Kernbohrung möglich, die jedoch noch nicht erfolgt ist.

In früheren Zeiten genoss der Baum einen freien Standort, wie die Reste des kompakten Wuchses und die tief ansetzende Beastung erkennen lassen, und zwar nahe dem Ufer eines weiteren kleineren Ausläufers der Großen Malche, die heute durch einen Fahr- und Wanderweg vom See getrennt ist. Der separierte Teil unterliegt heutzutage großen, witterungs- und saisonabhängigen Schwankungen des Wasserstandes, und ist mit einem noch relativ jungen Bruchwald bestanden, in dem die Schwarzerle (Alnus glutinosa) die dominante Baumart bildet.

Sonstiges

Ein großer Teil dieses Buchtausläufers ist bereits komplett verlandet, und weist einen dichten Bewuchs mit standorttypischen Gehölzen der Hartholzaue wie Spitzahorn und Flatterulme auf, die mit dem alten Baum stark um Licht und Standort konkurrieren, weswegen sich die „Dicke Marie“ heute in einem stark abgängigen Zustand befindet.

Mit einer „Dicken Marie“ umschreibt der Volksmund auch das Vorhandensein von viel Geld.[3]

Siehe auch

Literatur

  •  Hainer Weißpflug: Die „Dicke Marie“. In: Berlinische Monatsschrift. Nr. 5/1996, Luisenstädtischer Bildungsverein, S. 62–65 (Online, abgerufen am 21. Februar 2010).

Weblinks

 Commons: Dicke Marie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Einzelnachweise

  1. Verordnung zum Schutz von Naturdenkmalen in Berlin vom 2. März 1993; S. 40
  2. Oliver Ohmann: Mein Freund, der Baum, erzählt sein Leben In: B.Z., 27. März 2009
  3. Rheinisches MitmachWörterbuch

52.59388888888913.263888888889Koordinaten: 52° 35′ 38″ N, 13° 15′ 50″ O


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