Christian Eduard Langethal

Christian Eduard Langethal (* 6. Januar 1806 in Erfurt; † 28. Juli 1878 in Jena) war ein deutscher Pflanzenbauwissenschaftler, Botaniker und Agrarhistoriker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Langeth.“.

Leben und Wirken

Christian Eduard Langethal, Sohn eines Schuhmachermeisters, studierte seit 1827 Naturwissenschaften an der Universität Jena und erwarb dort 1831 den philosophischen Doktorgrad. Während seines Studiums wurde er 1827 Mitglied der Jenaischen Burschenschaft und 1830 der Burschenschaft Arminia Jena. 1835 ging er mit seinem Lehrer, Professor Friedrich Gottlob Schulze, an die kurz zuvor gegründete Landwirtschaftliche Akademie Eldena bei Greifswald und hielt dort Vorlesungen über Naturgeschichte. Gemeinsam mit Schulze kehrte er 1839 an die Universität Jena zurück und wurde zum Professor für landwirtschaftliche Botanik und Pflanzenbau berufen.

Langethals Lehrtätigkeit wurde durch Schwerhörigkeit stark beeinträchtigt. Um so intensiver betätigte er sich als Fachautor auf den Gebieten der landwirtschaftlichen Botanik und der Agrargeschichte. Sein erfolgreichstes Werk wurde das „Lehrbuch der landwirthschaftlichen Pflanzenkunde für praktische Landwirthe und Freunde des Pflanzenreichs“. Es ist in mehreren Teilbänden (1841 bis 1845) erschienen und wurde fünfmal aufgelegt, zuletzt 1876 unter dem Titel „Handbuch der landwirthschaftlichen Pflanzenkunde und des Pflanzenbaues“. Es galt jahrzehntelang als ein Standardwerk für Agrarwissenschaftler, Botaniker und Landwirte. Die fundierte Beschreibung der wichtigsten landwirtschaftlichen Feldfrüchte, der Gemüse- und Arzneipflanzen sowie der zum Bereich der Landwirtschaft gehörenden Obst- und Waldbäume diente nachfolgenden Lehrbuchautoren als Vorbild.

Einen Namen als Agrarhistoriker erwarb sich Langethal mit seiner von 1847 bis 1856 in vier Teilbänden erschienenen „Geschichte der deutschen Landwirthschaft“. Der vierte Teilband, der den Zeitraum zwischen 1618 bis 1800 umfasst, ist besonders für die Frühgeschichte der Pflanzenbauwissenschaft eine wertvolle Informationsquelle. Die Verlagsbuchhandlung Paul Parey in Berlin hat später das Gesamtwerk neu bearbeiten lassen. In der Reihe der „Thaer-Bibliothek“ sind nach 1880 unter dem gleichen Titel weitere Auflagen erschienen.

Hauptwerke

  • Lehrbuch der landwirthschaftlichen Pflanzenkunde für praktische Landwirthe und Freunde des Pflanzenreichs, 4 Teilbände, Verlag der Cröker´schen Buchhandlung Jena 1841-1845; 2., 3. und 4. Aufl. ebd. in Teilbänden 1851-1866. – 5. vollst. neu bearb. Aufl. unter dem Titel Handbuch der landwirthschaftlichen Pflanzenkunde und des Pflanzenbaues, 4 Teilbände, Verlagsbuchhandlung Paul Parey Berlin 1876.
  • Die Gewächse des nördlichen Deutschlands nach ihren natürlichen Familien, Standörtern und Stoffen mit einem nach neuen Grundsätzen bearbeiteten Blüthen-Kalender. Für Landwirthe, Forstmänner, Apotheker und alle Freunde des Pflanzenreichs. Verlag Luden Jena 1843.
  • Terminologie der beschreibenden Botanik. Nebst einem lateinisch-deutschen und deutsch-lateinischen Wörterbuche. Verlag Mauke Jena 1845.
  • Geschichte der deutschen Landwirthschaft. 4 Teilbände, Verlag Luden Jena 1847, 1850, 1854 u. 1856. − Neuauflagen unter dem gleichen Titel, gekürzt und überarbeitet von E. Michelsen und F. Nedderich. Verlagsbuchhandlung Paul Parey Berlin 2. Aufl. 1882; 3. Aufl. 1890, 4. Aufl. 1902 = Thaer-Bibliothek Bd. 4.
  • Beschreibung der Gewächse Deutschlands nach ihren natürlichen Familien und ihrer Bedeutung für die Landwirthschaft. Verlag Mauke Jena 1858; 2. Aufl. ebd. 1868.
  • Keilhau in seinen Anfängen. Erinnerungen des ältesten Zöglings der Anstalt. Jena, 1867. Verlag Friedr. Frommann.

Literatur

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 3: I–L. Heidelberg 1999, S. 235–237.
  • Carl Leisewitz: Langethal, Christian Eduard. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 684 f.
  • M. Güntz: Christian Eduard Langethal. Ein Gedenkblatt zu seinem 100. Geburtstage. In: Landwirtschaftlich-Historische Blätter Jg. 5, 1906, Nr. 1, S. 1-3 (mit Bild).

Weblinks

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