Canarina

Canarina
Canarina canariensis

Canarina canariensis

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Campanuloideae
Gattung: Canarina
Wissenschaftlicher Name
Canarina
L.

Die Gattung Canarina (deutsch etwa: Kanarenglockenblumen) gehört zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Sie besteht aus drei Arten, die trotz ihres Namens nicht auf die Kanarischen Inseln beschränkt sind, sondern teils auch in Ostafrika verbreitet sind. Diese Verbreitung lässt vermuten, dass die Gattung ein Relikt des warmtemperierten Tertiärs ist.

Merkmale

Die Arten sind aufrecht, kriechend oder kletternd und teils epiphytisch wachsende krautige Pflanzen. Die Laubblätter sind stets ungeteilt und variieren von eiförmig über herzförmig bis pfeilförmig. Der Blattrand ist gezähnt.

Die radiärsymmetrischen Blüten sind zwittrig und sechszählig. Die sechs Kronblätter sind glockig verwachsen mit nur relativ kurzen Kronzipfeln. Die Krone ist gelb-orange bis rot-orange gefärbt und teils mit dunklen Nerven versehen. Es ist nur ein Kreis mit sechs Staubblättern vorhanden. Der Pollen besitzt drei, selten vier Poren („porat“), die teils langgezogen auslaufen („colporat“). Die Frucht ist eine für Glockenblumengewächse ungewöhnliche Beere.

Die Chromosomenzahl beträgt bei allen Arten 2n=34, tetraploide Individuen kommen auch, aber selten vor.

Ökologie

Die Art der Kanaren ist vogelbestäubt, wobei die Bestäubung auf den Kanarischen Inseln hauptsächlich durch eine dort lebende Unterart des Weidenlaubsängers (Phylloscopus collybita canariensis) erfolgt. Diese Vogelart hat das Saugen von Nektar aus Blüten zur Perfektion gebracht.[1] Bei den afrikanischen Arten sind die Bestäuber unbekannt, jedoch vermutlich ebenfalls Vögel.

Systematik

Die Gattung Canarina gehört zu den Glockenblumengewächsen im engeren Sinne (Campanuloideae) und wird dort in eine Verwandtschaftsgruppe mit Campanumoea, Codonopsis, Cyananthus, Leptocodon und Platycodon gestellt.[2]

Arten und ihre Verbreitung

  • Canarina abyssinica Engl. – von Nord-Tansania bis Äthiopien
  • Canarina canariensis (L.) Vatke – Kanarische Inseln
  • Canarina eminii Asch. & Schweinf. – tropisches Ostafrika bis Äthiopien

Die „Art“ C. zanguebar Lour. lässt sich laut Hedberg 1961 keinem Herbarbeleg zuordnen und kann somit nicht als existent gelten. Die „Arten“ C. moluccana Roxb. und C. laevigata G.Don ex Loud sind ungültig. Die Belege und Beschreibungen von C. elegantissima fallen in die morphologische Spannbreite von Canarina eminii, in die sie nach Hedberg einzuordnen ist.

Literatur

  • Olov Hedberg: Monograph of the genus Canarina L. (Campanulaceae). In: Svensk Botanisk Tidskrift. ISSN 0039-646X, Nr. 55/1961, S. 1–62.

Weblinks

 Commons: Canarina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise

  1. „Weidenvögel“, Beitrag von Olaf Schmidt, im LWF-Bericht Nr. 24, 2000/4, Kapitel 6; hrsg. von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) (PDF-Datei; Datei-Seiten 23–24)
  2. W. M. M. Eddie, T. V. Shulkina, J. F. Gaskin, R. C. Haberle & R. K. Jansen: Phylogeny of Campanulaceae s. str. from ITS sequences of nuclear ribosomal DNA. In: Annals of the Missouri Botanical Garden. ISSN 0026-6493, Nr. 90/2003, S. 554–575.

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