Bieselheide

Die Bieselheide ist ein Waldgebiet, das sich im Norden von Berlin zwischen den Brandenburgischen Orten Bergfelde und Glienicke/Nordbahn erstreckt. Die Ostgrenze bildet das Bieselfließ, die Westgrenze entspricht etwa dem Verlauf der Berliner Nordbahn.

Name

Der Name Biesel (= kleine Biese) ist vermutlich ähnlich wie die Stadt Biesenthal vom altmärkischen Flüsschen Biese übertragen worden, das sich wiederum vom germanischen Wort bisa für ‚Wisent‘ ableiten lässt.

Geografie

Kartenskizze der Bieselheide

Die Bieselheide besteht vorwiegend aus Sandboden, der nahe dem Bieselfließ durch Niedermoor abgelöst wird. Der höchste Punkt mit 62,8 Meter über NN befindet sich in den Loreleibergen, der niedrigste nahe der Mündung des Bieselfließes unter 40 Meter über NN. Die Bieselheide bedeckte ursprünglich etwa 600 Hektar, wovon heute noch die Hälfte als Wald existiert. Auf aktuellen Landkarten werden aber nur noch die etwa 100 Hektar des Brandenburgischen Teils als Bieselheide bezeichnet. Das Bieselfließ, ursprünglich durch Sickerwasser aus dem Gebiet der Hohen Neuendorfer Rotpfuhle gespeist und den Bergfelder Herthasee durchfließend, mündet bei Glienicke als Kindelfließ in das Tegeler Fließ. Rotpfuhle und Hertasee sind aber inzwischen ausgetrocknet, und das Bieselfließ nimmt nur noch Oberflächenwasser auf.

Geschichte

Hubertussee in der Berliner Bieselheide
Beschilderung am Hubertusweg am Übergang von Brandenburg aus Mühlenbecker Land und Hohen Neuendorf zu Berlin-Frohnau, Waldfläche als Referenzfläche und Wege als Privatstraße der Berliner Forstverwaltung
Bieselfließ von der Holzbrücke am Grenzpunkt Frohnau (SW), Glienicke/Nordbahn (SO), Hohen Neuendorf (NW)

Das Bieselfließ stellte ursprünglich die Grenze zwischen den Gutsbezirken Stolpe und Schönfließ dar. Der einzige bedeutende Weg durch den Wald war der Verbindungsweg zwischen beiden Dörfern. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde ein wenig ergiebiges Tonvorkommen abgebaut, wofür eine Ziegelei nahe dem Forsthaus Bieselhaus gebaut wurde.

1907 wurde der westliche Teil der Bieselheide an die „Berliner Terrain Centrale“ des oberschlesischen Fürsten von Donnersmarck verkauft. Es sollte ein Villenvorort der Gartenstadt Frohnau entstehen, der vom Bahnhof Stolpe der Nordbahn erreichbar gewesen wäre. Da allerdings auf Grund der folgenden Ereignisse des Ersten Weltkriegs und der Inflationszeit das Projekt der nördlichen Gartenstadt nicht ausgeführt wurde, eroberte sich der Wald die bereits gepflasterten und teilweise mit Gehwegen angelegten Straßen zurück. Die Fläche innerhalb der Berliner Stadtgrenze ist heute Referenzfläche der Berliner Forstverwaltung für die Berliner Forsten. Das Waldgebiet wurde während der Zeit der Berliner Mauer als Naherholungsgebiet durch Reinickendorfer Bürger genutzt und besitzt auch noch in den 2010er Jahren diese Funktion und wird auch als Hundeauslaufgebiet genutzt, wobei die Zufahrt auf dem Hubertusweg bis zur Künstlerkolonie, auf der Utestraße bis zum Hubertussee und auf dem Jägerstieg für 20 Meter möglich ist. Zudem führt (teilweise beidseits der Stadt-/Landesgrenze) der Berliner Mauerweg ausgeschildert um das nördliche Gelände des vormals als West-Berlin geführten Teil von Berlin.

Der heutige Hubertussee war für die projektierte Siedlung aus einem verlandeten Tümpel geschaffen worden. Auf „Kiesslings Specialkarte von der Umgegend von Berlin“ (etwa 1908)[1] findet sich ein Fließ, das von Westen her an dieser Stelle in einer forstfreien Fläche endet.

Von Süden und Osten her wurden Siedlungshäuser von Glienicke und Schönfließ aus in den Wald hinein gebaut. Nach der Bildung von Groß-Berlin 1920 wurde der Name Bieselheide zunehmend nur noch für den zu Brandenburg gehörenden Ostteil verwendet.

Ehemaliger Grenzstreifen in der Bieselheide 2008

Zwischen 1961 und 1990 wurde die Bieselheide von DDR-Seite aus wegen der Nähe zu West-Berlin zum Grenzgebiet und der allgemeine Zutritt war verwehrt. Ein Stück des Bieselfließes war mit der Grenzlinie identisch und musste – wie auch ein grenznaher Streifen Wald – dem Ausbau der Sperranlagen (heute auf Brandenburger Territorium) weichen. Der westlichere (Berliner) Teil der Bieselheide wurde für Bürger besonders aus Reinickendorf zum Naherholungsgebiet und nahe gelegenem Naturzugang.

Nach 1990 wurde in Schönfließ auf einem ehemaligen Kasernengelände des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR im Süden der Bieselheide der Wohnpark „Frohe Aue“ errichtet. Die Anzahl der Bewohner des Teilortes von Glienicke/Nordbahn erhöhte sich damit um 1600 Siedler. Die Bieselheide ist heute ohne Bedeutung der schneidenden Landesgrenze zwischen Berlin und Brandenburg Naherholungsgebiet und kann auf Waldwegen oder entlang des alten Grenzstreifens auf dem „Berliner Mauerweg“ durchquert werden.

Einzelnachweise

  1. Digitalisat von: Kiessling's grosse Special-Karte der Umgegend von Berlin. – 1:75.000. – Berlin : Kiessling. – 1 Kt.: mehrfarb. – ohne Auflagenbezeichnung, abgerufen 26. Dezember 2012. Im Weblink ist ca. 1900 angegeben, aber nach der Lage in Frohnau wohl eher 1908/1910

Koordinaten: 52° 39′ 2″ N, 13° 18′ 39″ O

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