Amodiaquin

Strukturformel
Struktur von Amodiaquin
Allgemeines
Freiname Amodiaquin
Andere Namen

IUPAC: 4-[(7-Chlorchinolin-4-yl)amino]- 2-(diethylaminomethyl)phenol

Summenformel C20H22ClN3O
CAS-Nummer
  • 86-42-0
  • 6398-98-7 (Dihydrochlorid-Dihydrat)
PubChem 2165
ATC-Code

P01BA06

DrugBank APRD00796
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antiprotozoikum

Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse 355,86 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]

Dihydrochlorid-Dihydrate

keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: keine R-Sätze
S: keine S-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden


Amodiaquin ist ein dem Chloroquin ähnlicher Arzneistoff zur Behandlung der durch Plasmodium falciparum verursachten Malaria.

Pharmakologische Eigenschaften

Amodiaquin ist in Struktur und Wirkungsweise dem Chloroquin ähnlich und mindestens genauso wirksam, hat aber eine längere Plasmahalbwertszeit als Chloroquin. Amodiaquin wirkt auch gegen viele Chloroquin-resistente Plasmodien.

Amodiaquin ist außerdem das von der FDA bevorzugte Substrat für die Markerreaktion von Cytochrom-P450-2C8 im in vitro-Metabolismus.

Präparate und Verwendung

Amodiaquin wird insbesondere in Afrika seit langem als Monopräparat, in letzter Zeit aber vorwiegend als Kombinationspräparat mit anderen Malariamitteln wie Artesunat zur Therapie der Malaria eingesetzt. Ein Artesunat-Amodiaquin-Kombinationspräparat (ASAQ) wurde in Zusammenarbeit zwischen der Drugs for neglected Diseases Initiative (DNDi) und sanofi-aventis entwickelt und in mehreren afrikanischen Ländern registriert.[2] Ältere Amodiaquin-Monopräparate wie Camoquin® wurden zwischenzeitlich in Europa und den USA wegen schwerer Nebenwirkungen vom Markt genommen. Diese schweren Nebenwirkungen wurden jedoch bisher nicht bei der im Kombinationspräparat verwendeten niedrigeren Dosis beobachtet.[3] Für das ASAQ-Präparat wird eine Zulassung angestrebt, es soll in Zukunft unter dem Markennamen Coarsucam® vertrieben werden.

Der Schwerpunkt für die Anwendung von Artesunat-Amodiaquin ist die Behandlung der unkomplizierten Malaria tropica, insbesondere bei Plasmodien, die gegen andere Arzneistoffe wie Chloroquin resistent sind.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Datenblatt Amodiaquin dihydrochloride dihydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 5. Mai 2011.
  2. zur ASAQ Registrierung auf DNDi.org (Archivversion vom 23. Juli 2007).
  3. Abstract zu ASAQ von Ärzte ohne Grenzen.
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Die News der letzten Tage

22.06.2022
Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Insektenkunde
Forschung mit Biss
Wie stark können Insekten zubeißen?
21.06.2022
Klimawandel | Meeresbiologie
Algenmatten im Mittelmeer als Zufluchtsort für viele Tiere
Marine Ökosysteme verändern sich durch den Klimawandel, auch im Mittelmeer.
21.06.2022
Taxonomie | Meeresbiologie
Korallengärten auf der „Mauretanischen Mauer“ entdeckt
Wissenschaftler*innen haben eine neue Korallenart entdeckt: Die Oktokoralle Swiftia phaeton wurde auf der weltweit größten Tiefwasserkorallenhügelkette gefunden.
20.06.2022
Genetik | Insektenkunde
Was ein Teebeutel über das Insektensterben erzählen kann
Man kennt die Szenerie aus TV-Krimis: Nach einem Verbrechen sucht die Spurensicherung der Kripo bis in den letzten Winkel eines Tatorts nach DNA des Täters.
20.06.2022
Mikrobiologie | Physiologie | Primatologie
Darmflora freilebender Assammakaken wird im Alter einzigartiger
Der Prozess ist vermutlich Teil des natürlichen Alterns und nicht auf eine veränderte Lebensweise zurückzuführen.
20.06.2022
Botanik | Evolution
Das Ergrünen des Landes
Ein Forschungsteam hat den aktuellen Forschungsstand zum Landgang der Pflanzen, der vor rund 500 Millionen Jahren stattfand, untersucht.
17.06.2022
Anatomie | Entwicklungsbiologie
Das Navi im Spermienschwanz
Nur etwa ein Dutzend der Millionen von Spermien schaffen den langen Weg durch den Eileiter bis zur Eizelle.
15.06.2022
Botanik | Klimawandel
Trotz Klimawandel: Keine Verschiebung der Baumgrenze
Die Lebensbedingungen für Wälder in Höhenlagen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten infolge des Klimawandels signifikant verändert.