Bale-Grünmeerkatze (Chlorocebus djamdjamensis)

Meerkatzen, Makaken und Paviane

Die Bale-Grünmeerkatze (Chlorocebus djamdjamensis) ist ein tagaktiver Primat aus der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae) und gehört zur Gattung der Grünen Meerkatzen (Chlorocebus).


Lebensraum

Die seltenen Primaten leben nur im Hochland Äthiopiens, östlich des äthiopischen Rift Valley in den Bale Mountains, wo sie in Höhenlagen zwischen 2.400 und 3.000 m anzutreffen sind [1][3].

Bale-Grünmeerkatzen (Chlorocebus djamdjamensis) haben anscheinend spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum, da sie in den Bale Montains hauptsächlich in der Bambuswaldzone anzutreffen sind [1].


Aussehen

Das Haar der Bale-Grünmeerkatzen (Chlorocebus djamdjamensis) ist viel länger und dichter als bei anderen Arten der Gattung Chlorocebus. Die Körperfarbe ist dunkelbraun, die Gliedmaßen sind dunkelgrau, das Gesicht ist schwarz und von einem weißen "Bart" umgeben, der weiße Streifen auf der Stirn (ein gattungsspezifisches Merkmal) ist sehr dünn. Die Männchen haben wie alle Männchen der Gattung ein charakteristisch blaues Skrotum, das mit einem hellroten Penis kontrastiert [4].


Verhalten

Über die Gewohnheiten der Bale-Grünmeerkatzen (Chlorocebus djamdjamensis) ist wenig bekannt. Es wird angenommen, dass sie nicht allzuviel von denen anderer Arten der Gattung Chlorocebus abweichen. So leben sie wahrscheinlich sowohl auf dem Boden als auch in den Bäumen und bilden Gruppen mit mehreren Männchen und Weibchen und deren Nachwuchs.


Ernährung

Die Ernährung dürfte vielfältig sein und viele Früchte, andere Pflanzenteile und Insekten beinhalten.


Gefahren

Die größte Bedrohung für Bale-Grünmeerkatzen (Chlorocebus djamdjamensis) geht derzeit vom Verlust von Lebensraum aus. In einigen Regionen (z.B. im Harenna Wald, wo die Primaten bereits sehr selten sind) [2] wächst die menschliche Bevölkerung ständig, was die Ausbreitung von landwirtschaftlichen Flächen sowie die Entnahme von Waldprodukten wie Bambus und Hölzer zur Verfeuerung zur Folge hat. Eine weitere Gefahr liegt im Verhalten der Affen selbst: Sie fallen manchmal über die Ernte her und werden daher geschossen. Es gibt die Vermutung, dass sie an den Rändern ihres Verbreitungsgebiets mit der Äthiopischen Grünmeerkatze (Chlorocebus aethiops) hybridisieren, darüber gibt es jedoch noch keine bestätigten Berichte [1].

Die Weltnaturschutzunion stuft Bale-Grünmeerkatzen (Chlorocebus djamdjamensis) als gefährdet (Vulnerable) ein, da ihr Vorkommen auf eine Fläche von weniger als 20.000 km² (mit starker Fragmentierung) begrenzt ist und sich die Populationen aufgrund des anhaltenden Lebensraumverlusts auf dem Abwärtstrend befinden. Außerdem sind die Populationen nicht sehr dicht und benötigen einen sehr speziellen und ungewöhnlichen Lebensraum [1].


Systematik


[1] Butynski, T.M., Gippoliti, S., Kingdon, J. & De Jong, Y. 2008. Chlorocebus djamdjamensis. In: IUCN 2010. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2010.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 23 June 2010; [2] Carpaneto und Gippoliti, 1994; [3] Groves, 2005; [4] Kingdon, 1997

Das könnte dich auch interessieren


Newsletter

Neues aus der Forschung