Antilope

25px Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Antilope (Begriffsklärung) aufgeführt.

Antilope(n) ist die Sammelbezeichnung für mehrere, zum Teil nicht näher miteinander verwandte Arten der Hornträger (Bovidae).

Als Antilopen werden in der Regel all die Hornträger bezeichnet, die nicht zu den Rindern, Schafen und Ziegen gehören und sich durch eine schlankere Gestalt auszeichnen. Dies sind die Impalas, die Kuhantilopen, die Gazellenartigen, die Ducker, die Pferdeböcke, die Wasser- und Riedböcke, die Waldböcke und manchmal auch die Böckchen. Zu weiteren Informationen zur Systematik dieser Taxa siehe Hornträger.

Auch der Gabelbock, der nicht zu den Hornträgern gehört, wird manchmal als „amerikanische Antilope“ oder „Gabelhornantilope“ bezeichnet.

Antilopen sind damit schlechthin alle Hornträger mit Ausnahme der Angehörigen der beiden Unterfamilien Rinder (Bovinae) und Ziegenartige (Caprinae) und machen etwa 75% der insgesamt etwa 100 Arten der Hornträger aus. Obwohl die verschiedenen Antilopen jedoch keine stammesgeschichtliche und damit auch keine systematische Einheit bilden, so dass die Bezeichnung Antilopen lediglich ein zwar gebräuchlicher, aber nicht-wissenschaftlicher Sammelbegriff für mehrere altweltliche Unterfamilien der Hornträger ist.

Geschichte

In früheren Zeiten waren viele Antilopen eine wichtige Nahrungsquelle für die im gleichen Gebiet lebenden Menschen. Nicht nur ihr Fleisch wurde geschätzt, sondern auch ihr Gehörn und das vortreffliche Fell wurde verwendet. Besonders die Großantilopen sind aber immer stärker zurückgedrängt worden, da sie Nahrungskonkurrenten der zunehmenden Weideherden von Haustieren, wie Rinder, Schafe und Ziegen, sind. In vielen Gebieten hat ihnen der Mensch durch Landkultivierung und durch industrielle Einrichtungen auch unmittelbar ihren Lebensraum streitig gemacht.

Nahrung

Die Nahrung besteht nur in Pflanzenstoffen, hauptsächlich in Gräsern und Kräutern, in Blättern, Knospen und jungen Trieben. Einige begnügen sich mit dürftigster Äsung, andere sind ungemein wählerisch und genießen nur die saftigsten und leckersten Pflanzen. Bei frischem grünem Futter können die meisten lange dürsten und manche sogar tage- und wochenlang frisches Wasser vollständig entbehren.

Fabelwesen

Darstellung der Antilope im Harvey-Bestiarium (um 1240)

Das Wort „Antilope“ (über lat. antalopus von gr. άνθόλοψ) wird erst seit der frühen Neuzeit in seinem heutigen Sinne gebraucht; in antiken und mittelalterlichen Bestiarien bezeichnete es ein wildes Fabelwesen, das an den Ufern des Euphrat lebt. Es ist so flink, dass kein Jäger in der Lage ist, es zu stellen; seine Hörner sind scharf wie Sägen und das Tier so in der Lage, mit ihnen Bäume zu fällen. Gelegentlich verfängt es sich mit den Hörnern jedoch im Gestrüpp und kann nur in dieser Notlage erlegt werden.

Diese fabelhafte Antilope ist es, die im Mittelalter auch in die Heraldik Eingang fand. Als Wappentier zierte sie etwa das Siegel der englischen Könige Heinrich IV., V. und VI.

Literatur

  • Brehms Neue Tierenzyklopädie / Band 3: Säugetiere 3 / Bertelsmann Lexikon / ISBN 3-570-08603-8

Weblinks

 <Lang> Commons: Antilope – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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