Heute gebräuchliches Klassifikationsschema der irdischen Lebensformen

Die Einteilung des Lebendigen in Reiche ist die allgemeinste Einteilung. Lange Zeit ging man davon aus, dass es lediglich zwei Reiche gebe: das Tier- und das Pflanzenreich (Animalia und Plantae). Diese Annahme wurde jedoch in dem Maße fraglicher, wie das Wissen über die Mikroorganismen zunahm. In Konsequenz daraus schlug der amerikanische Biologe Robert H. Whittaker vor, die Welt des organischen Lebens in nicht weniger als fünf Reiche einzuteilen.

Tier- und Pflanzenreich

Pilze im Gewächshaus
Pilze sind keine Pflanzen, sondern gehören zu einem eigenen Reich.

In Whittakers Modell gehören zum Pflanzenreich und zum Tierreich nur noch vielzellige Organismen (Metabionta). Als Definitionsmerkmal der Pflanzen gelten in diesem Modell der Besitz von Chlorophyll und die Fähigkeit zur Photosynthese. Die Tiere sind dadurch definiert, dass sie andere Organismen als Nahrung vertilgen und über ein Verdauungssystem verfügen.

Pilze

Zu einem dritten Reich, dem der Pilze, gehören vielzellige Organismen, die in mancher Hinsicht den Pflanzen ähneln, aber kein Chlorophyll besitzen. Wie die Tiere leben auch die Pilze von anderen Organismen, verleiben sich diese jedoch nicht ein; sie verdauen ihre Nahrung vielmehr außerhalb ihres Körpers mit Hilfe ausgeschiedener Verdauungsenzyme und resorbieren sie dann.

Einzeller im Heuaufguß
Einzeller im Heuaufguß

Einzeller

In den restlichen beiden Reichen sind die einzelligen Organismen versammelt. Das Reich der Protisten (der Begriff wurde 1866 von dem deutschen Biologen Ernst H. Haeckel geprägt) umfaßt die Eukaryoten unter den Einzellern, und zwar sowohl diejenigen, die in Struktur und Funktionsweise an tierische Zellen erinnern (hierzu zählen Protozoen wie Amöben und die Pantoffeltierchen), als auch diejenigen, die eher die Merkmale pflanzlicher Zellen aufweisen (z.B. bestimmte Algenarten).

Das Reich der Monera oder Prokaryoten schließlich umfassen einzellige Organismen wie Bakterien sowie die Grün- und Blaualgen (Cyanobakterien). In diesem Schema nicht berücksichtigt sind die Viren und Viroiden, die als subzelluläre Organismen vielleicht zu einem sechsten Reich zusammengefaßt werden können.

Das Pflanzenreich

Blatt mit Wassertropfen
Blatt mit abperlenden Wassertropfen

Das Pflanzenreich zerfällt einem der gebräuchlichen Klassifikationsschemata zufolge in zwei Hauptstämme, dem der Bryophyten (bestehend aus den verschiedenen Moosen) und dem der Tracheophyten (Pflanzen mit einem Röhrensystem zum Transport von Säften), der alle übrigen Pflanzen einschließt.

Der Stamm der Tracheophyten zerfällt in drei Hauptklassen: die Farne, die Nacktsamer und die Bedecktsamer. Das Definitionsmerkmal der Farne ist ihre Eigenschaft, sich durch Sporen fortzupflanzen. Zu den Nacktsamern, bei denen die Samen an der Oberfläche der samentragenden Organe liegen, gehören die verschiedenen immergrünen Koniferen (das sind »zapfentragende« Pflanzen). In der Klasse der Bedecktsamer, bei denen die Samen in Hüllen irgendwelcher Art eingeschlossen sind, ist die große Mehrzahl der uns vertrauten Pflanzen vereint.

Die wichtigsten Stämme des Tierreichs

Die Schwämme oder Porifera bestehen aus Kolonien von Zellen, die ein poröses Skelett umschließen. Die einzelne Zelle zeigt Anzeichen von Spezialisierung, hat sich aber eine gewisse Selbstständigkeit bewahrt, was sich etwa darin zeigt, dass die Zellen sich, wenn man sie durch ein Seidentuch passiert, anschließend wieder zu einem neuen Schwamm organisieren können.

Der erste Stamm des Tiereichs, dessen Vertreter man mit Fug und Recht als vielzellige Tiere bezeichnen kann, ist der der Hohltiere oder Coelenterata. Sie haben stets eine schüsselartige Grundform und bestehen aus zwei Zellschichten: einer äußeren, dem Ektoderm, und einer inneren, dem Entoderm. Die bekanntesten Repräsentanten dieses Stamms sind die Quallen und die Seeanemonen.

Protostomia und Deuterostomia

Alle anderen Stämme der Tierwelt weisen eine dritte Zellschicht auf, das Mesoderm (»mittlere Schicht«). Selbst bei den komplexesten Tierarten, einschließlich des Menschen, läßt sich die Abstammung der verschiedenen Organe aus diesen drei Schichten demonstrieren, wie es im Jahr 1845 als erste die deutschen Physiologen Johannes P. Müller und Robert Remak erkannten. Das Mesoderm entsteht im Zuge der embryonalen Entwicklung. Je nach der Art und Weise dieser Entstehung lassen sich die betreffenden Stämme in zwei Stammesgruppen einteilen, sozusagen in überstämme. Diejenigen Stämme, bei denen sich das Mesoderm an der Grenze zwischen Ektoderm und Endoderm bildet, addieren sich zur Stammesgruppe der Protostomia (Urmünder), diejenigen, bei denen es allein aus dem Endoderm entsteht, zur Stammesgruppe der Deuterostomia (Neumünder).

Plattwürmer

Plattwurm Eurylepta
Plattwurm Eurylepta

Der einfachste Stamm der Urmünder ist der der Plathelminthen oder Plattwürmer. Nicht nur der parasitäreBandwurm, sondern auch freilebende Würmer gehören diesem Stamm an. Die Plattwürmer verfügen über kontraktile (d.h. zusammenziehbare) Gewebefasern, die man als primitive Muskeln bezeichnen kann, und sie haben einen Kopf, einen Schwanz, spezialisierte Fortpflanzungsorgane und rudimentäre Ausscheidungsorgane. Ferner weisen die Plattwürmer entlang ihrer Längsachse eine recht-links-Symmetrie auf, d.h., sie haben zwei einander spiegelbildlich ähnliche Körperhälften. Sie bewegen sich in Kopfrichtung, und ihre Sinnesorgane und ihre rudimentären Nerven sind in der Kopfregion konzentriert, so dass man sagen kann, dass die Plattwürmer erste Ansätze zur Organisation eines Gehirns zeigen.

Fadenwürmer

Der nächste Stamm in der Reihe ist der der Nematoden oder Fadenwürmer, die vielleicht bekannteste diesem Stamm angehörige Art sind die Hakenwürmer. Alle Fadenwürmer besitzen eine primitive Vorform eines Blutkreislaufs, eine innerhalb des Mesoderms zirkulierende Flüssigkeit, die alle Zellen durchströmt und ihnen Nährstoffe und Sauerstoff bringt. Die Fadenwürmer können somit, im Gegensatz zu den Plattwürmern, wirklich dreidimensionale Körperstrukturen aufbauen, da die Flüssigkeit auch tiefer im Inneren gelegene Zellen mit Nährstoffen versorgt. Die Nematoden verfügen des weiteren über einen Darm mit zwei öffnungen, deren eine für die Aufnahme von Nahrung und deren andere für die Ausscheidung der Verdauungsprodukte bestimmt ist.

Schnecke
Schnecken (Gastropoda) bilden eine von acht Tierklassen aus dem Stamm der Weichtiere (Mollusca)

Brachiopoden und Mollusken

Die nächsten beiden Stämme dieser Stammesgruppe zeichnen sich durch ein hartes Außenskelett aus, d.h. durch eine Schale (wie man sie allerdings auch bei einigen der einfacheren Arten der primitiveren Stämme findet). Es handelt sich um den Stamm der Brachiopoden oder Armfüßer, bei denen die Weichteile zwischen einer Ober- und einer Unterschale aus Calciumcarbonat eingeschlossen sind, und den der Mollusken oder Weichtiere, bei denen die beiden die Weichteile einschließenden Schalen nicht oben und unten, sondern links und rechts angesetzt sind. Die bekanntesten Weichtiere sind Muscheln und Schnecken.

Ringel- und Gliederwürmer

Regenwurm
Der Regenwurm gehört zur Gattung Lumbricus, die etwa 700 Arten umfasst

Ein besonders wichtiger Stammm innerhalb der Protostomia sind die Ringel- und Gliederwürmer (lat.: Anneliden). Diese Würmer bestehen aus gleichartigen Segmenten, deren jedes im Grunde ein Organismus für sich ist. Jedes Segment oder Glied hat seine eigenen, vom zentralen Nervenstrang abzweigenden Nerven, seine eigenen Blutgefäße, seine eigenen Darmröhren zur Ausscheidung von Abfallstoffen, seine eigen Muskeln usw. Beim bekanntesten Ringelwurm, dem Regenwurm, sind die Segmente durch kleine fleischige Einschnürungen sichtbar voneinander getrennt, so dass der Wurmkörper ein Muster aus Querringen aufweist. Die Segmentierung stellt offenbar ganz generell ein vorteilhaftes Auslesemerkmal dar, denn die erfolgreichtsten Arten des Tierreichs, der Mensch eingeschlossen, sind nach dem Segmentprinzip aufgebaut. (Das komplexeste und erfogreichste unter den nichtsegmentierten Tieren ist der Tintenfisch.) Wer sich über die Segmentierung des menschlichen Körpers noch keine Gedanken gemacht hat, sollte sich einmal die Anordnung unserer Wirbel und Rippen vergegenwärtigen; jeder Wirbel unseres Rückgrats und jede Rippe repräsentieren ein separates Körpersegment mit eigenen Nerven, Muskeln und Blutgefäßen.

Gartenkreuzspinne mit Wespe
Gartenkreuzspinne und Wespe gehören zu den Gliederfüßern.

Arthropoden

Die Ringelwürmer sind, in Ermangelung eines Skeletts, weich und verhältnismäßig wehrlos. Beim Stamm der Arthropoden oder Gliederfüßer verbindet sich die Segmentierung mit dem Vorhandensein eines Skeletts, das ebenso in Segmente gegliedert ist wie der restliche Körper. Das Skelett der Arthropoden ist nicht nur dank der Gliederung in Segmente relativ beweglich, es ist auch, da es auch Chitin (einem Polysaccharid) anstelle des schweren und vollkommen starren Calciumcarbonats besteht, gleichzeitig leicht und stabil. Alles in allem sind die Gliederfüßer - zu ihnen gehören beispielsweise Krebse, Spinnen, Tausendfüßler und Insekten - der erfolgreichste aller heute die Erde bewohnenden Stämme des Tierreichs. Er umfaßt weitaus mehr Arten als alle anderen Stämme zusammen.

Echinodermen

Damit wären die Hauptstämme der Protostomia abgehakt. Die andere Stammesgruppe, die Deuterostomia, enthält nur zwei bedeutende Stämme. Der eine ist der der Echinodermen oder Stachelhäuter; ihm gehören die Seesterne und Seeigel an. Die Stachelhäuter unterscheiden sich von den anderen, mit einem Mesoderm ausgestattenten Stämmen dadurch, dass sie einen radial-symmetrischen Körper ohne klar definiertes Kopf- und Schwanzende haben. (In ihrem Kindheitsstadium zeigen Stachelhäuter allerdings eine Rechts-links-Symmetrie, die sich aber mit zunehmender Reifung verliert.) Der zweite wichtige Stamm der Deuterostomia ist, das kann man wohl sagen, der wichtigere, ist es doch derjenige, zu dem auch der Mensch gehört.

Wirbeltiere

Die heute auf der Erde lebenden Wirbeltiere zerfallen in zwei Oberklassen: in die Fische sowie in die Tetrapoden oder Vierfüßer.

Fischschwarm
Stachelmakrelen und Riffbarsche vor der Küste Santa Catalinas, Panama.

Fische

Die Fische werden in drei Klassen eingeteilt:

  1. die Agnathen oder kieferlosen Fische, die ein echtes Skelett, aber weder Gliedmaßen noch einen Kiefer haben. Die bekanntesten Verteter dieser Klasse, die Neunaugen, zeichnen sich durch ein rundes, napfartiges Saugmaul mit raspelartigen Hornzähnen darin aus.
  2. die Chondrichthyes oder Knorpelfische, mit einem knorpeligen (statt kochigen) Innenskelett mit den Haien als ihren prominentesten Vertreter,
  3. und die Osteichthyes oder Knochenfische.
Amphibium im Zoo Köln
Amphibium Salamander

Amphibien

Bei den Tetrapoden oder Vierfüßern, die alle Lungenatmer sind, gibt es vier Klassen. Die einfachste ist die der Amphibien (»in beidem lebend«, nämlich im Wasser und auf dem Land), zu denen beispielsweise Frösche und Kröten gehören. Diese Tiere haben im Frühstadium ihres Lebens (beispielsweise als Kaulquappen) keine Gliedmaßen und sind Kiemenatmer. Mit dem Heranreifen zum ausgewachsenen Tier entwicklen sie dann vier Extremitäten und eine Lunge. Ihre Eier legen die Amphibien, genauso wie die Fische, ins Wasser ab.

Nashornleguan
Nashornleguan (Cyclura cornuta) im Reptlienhaus des London Zoo.

Reptilien

Die zweite Klasse ist die der Reptilien (nach einem lateinischen Wort mit der Bedeutung »kriechen«). Sie umfaßt Schlangen, Eidechsen, Krokodile und Schildkröten. Die Reptilien sind von Geburt an Lungenatmer und legen ihre Eier (die eine harte, stabile Schale haben) an Land ab. Die am höchsten entwickelten Reptilien besitzen im wesentlichen ein Herz mit vier Kammern, während das der Amphibien drei und das der Fische nur zwei Kammern aufweist

Vögel und Säugetiere

Damit verbleiben noch zwei Vierfüßer-Klassen: die Vögel und die Säugetiere. Beide sind Warmblütler, das heißt, dass ihr Organismus über die Fähigkeit verfügt, unabhängig von der Außentemperatur (sofern diese sich innerhalb der Grenzen des Gewohnten bewegt) eine gleichmäßige Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Da die Körpertemperatur gewöhnlch höher ist als die Außentemperatur, benötigen diese Tiere, um nicht zu viel Wärme zu verlieren, eine Isolierschicht. Bei den Vögeln ist diese Problem durch ein Gefieder, bei den Säugetieren durch eine Körperbehaarung gelöst; beides dient dazu, direkt an der Hautoberfläche einen isolierende Luftschicht einzuschließen. Die Vögel legen Eier, die denen der Reptilien ähneln. Die Säugetiere bringen, wie wir wissen, ihre Jungen schon fertig »ausgebrütet« zur Welt und ernähren sie mit arteigener Muttermilch.

Ursäuger

Schnabeltier
Schnabeltier im Lone Pine Koala Sanctuary

Im 19. Jahrhundert kamen den Zoologen Berichte über eine Entdeckung zu Ohren, die so unwahrscheinlich klangen, dass sie sich zunächst weigerten, ihnen Glauben zu schenken. In Australien war ein Geschöpf entdeckt worden, das behaart war und Muttermilch gab (durch Brustdrüsen, die keine Zitzen hatten), andererseits aber Eier legte. Obschon man den europäischen Zoologen Exemplare dieser Tierart zusandte (leider keine lebenden, da es sich als schwierig erwies, diese Tiere außerhalb ihres natürlichen Lebensraums am Leben zu erhalten), blieben diese ungläubig und neigten dazu, das Ganze für einen ausgemachten Ulk zu halten. Bei der fraglichen Kreatur handelte es sich um ein amphibisch lebendes Tier, das am ehesten einer Ente ähnelte: Es hatte einen Schnabel und Schwimmhäute zwischen den Zehen. Schließlich mußte das Schnabeltier, wie es genannt wurde, als echt und als neue Säugetierart anerkannt werden. Später wurde noch ein weiteres in Australien und Neuguinea lebendes eierlegendes Säugetier entdeckt: der Ameisenigel. Zusammen mit dem Schnabeltier bildet er die Ordnung der Kloakentiere (Monotremata). Zu dem Zeitpunkt, da das Ei gelegt wird, ist der Embryo im Ei bereits so weit entwickelt, dass er nach kurzer Zeit schlüpft. Nicht nur im Eierlegen erweisen sich diese Säugetiere als den Reptilen noch recht hahe. Sie sind auch nur unvollkommene Warmlütler - an kalten Tagen kann ihre Körpeertemperatur um bis zu 10°C absinken.

Koala in Südaustralien
Koala in Südaustralien

Beuteltiere

Zu der zweiten Säugetier-Unterklasse, der der Beuteltiere, gehören unter anderem die Beutelratten, die Opossummäuse und die Kängurus. Bei ihnen werden die Jungen zwar lebend geboren, sind zum Zeitpunkt der Geburt aber noch sehr unentwickelt und und gehen nach kurzer Zeit ein, wenn es ihnen nicht gelingt, den schützenden Beutel und damit die Brustwarzen der Mutter zu ereichen und dort zu bleiben, bis sie kräftig genug sind, sich aus eigener Kraft zu bewegen.

 

Plazentatiere

Schneeleopard
Schneeleopard (Uncia uncia) im Zoo Zürich

Schließlich kommen wir in der Säugetierklassifizierung zur Unterklasse der Plazentatiere. Ihr Definitionsmerkmal, auf das bereits ihr Name hinweist, ist die Plazenta, ein stark durchbluteter Gewebeteil, mit dessen Hilfe der mütterliche Organismus den Embryo mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und seine Stoffwechselprodukte entsorgt - erst dank dieser Einrichtung vermag die Mutter den Embryo bzw. Fetus so lange in ihrem Innern heranwachsen zu lassen (neun Monate beim Menschen, zwei Jahre bei den Elefanten und Walen).

Die Plazentatiere zerfallen in mehr als ein Dutzend Ordnungen; einige werden nachfolgend aufgezählt und anhand einiger Beispiele erläutert:

  • Insectivora (Insektenfresser) - Spitzmäuse, Maulwürfe u.a.
  • Chiroptera (Fledertiere) - Fledermäuse, Flughunde u.a.
  • Carnivora (Raubtiere) - die Familen der Katzen und der Hunde, der Bären und Marder, der Seehunde usw. (Der Mensch gehört icht dazu)
  • Rodentia (Nagetiere) Mäuse, Ratten, Eichhörnchen, Meeschweinchen, Biber, Stachelschweine usw.
  • Edentata (Zahnarme) Faultiere und Gürteltiere (die Zähne besitzen) und Ameisenbären (die keine besitzen).
  • Artiodactyla (Paarzeher) - Huftiere mit einer geraden Zahl von Hufen an jedem Fuß, wie Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Hirsche, Antilopen, Kamele, Giraffen usw.
  • Perissodactyla (Unpaarzeher) - Pferde, Esel, Zebras, Nashörner und Tapire.
  • Proboscidea (Rüsseltiere) - die Elefanten
  • Odontoceti (Zahnwale) - der Pottwal, der Orca und andere Zahnwale.
  • Mystacoceti (Bartenwale) - der Grönlandwal, der Blauwal und die anderen Wale, die ihre Nahrung (winzige Meeresorganismen) durch eine art Bürste aus Hornstränen hindurchsaugen, die wie ein riesiger Schnurrbart im Innern des Mauls wirkt.
  • Primates (Herrentiere) - Menschen, Menschenaffen, Affen und manche anderen Geschöpfe, bei denen wir vielleicht überrascht sind, sie unter unseren näheren Verwandten zu entdecken, etwa Lemuren oder Koboldmakis.
Die Familie der Tupaiidae oder Spitzhörnchen, zu der eichhörnche-nähnliche, insektenfressende Baumbewohner gehören, zählte man bis in die 1980er Jahre eben-falls zu den Primaten. Erst molekulargenetische Studien machten klar, dass Tupaia und Primaten nur weitläufig miteinander verwandt sind.

Eines der Kennzeichen der Primaten sind zum Greifen geeignete Hände und Füße mit entgegengestellten Daumen und stark ausgebildeten Fingern bzw. Zehen. Den Abschluß ihrer Finger bilden, anstelle von Krallen oder schützenden Hufen, abgeflachte Nägel. Die Primaten besitzen ein großes Gehirn, und der Gesichtssinn ist bei ihnen ausgeprägter als der Geruchssinn. Die dem Menschen am nächsten stehenden Primaten sind die Affen und vor allem die Menschenaffen. Bei ersteren unterscheidet man drei Familien.

Die beiden in Mittel- und Südamerika heimischen Affenfamilien, zusammengefaßt als Neuweltaffen, sind die Cebidae und die Callitrichidae. Die dritte Familie umfaßt die Altweltaffen mit den Familien Cercopithecoidea (Meerkatzenverwandte, z.B. Makaken, Paviane und Meerkatzen) und Hominoidea (Kleine und Große Menschenaffen), deren Lebensraum die tropischen und subtropischen Gebiete Asiens und Afrikas sind. Zu dieser Familie zählen unter anderem .

Bei den Menschenaffen faßt man die Arten in zwei Familien zusammen:

  • Hylobatidae (kleine Menschenaffen oder Gibbons) und
  • Hominidae (Orang-Utans und große afrikanische Menschenaffen, einschließlich Mensch)

Ihr Vorkommen ist auf die Alte Welt (Afrika und Asien) beschränkt. Die auffälligsten äußeren Merkmale, durch die sie sich von den anderen Affenarten unterscheiden, sind ihr größerer Wuchs und das Fehlen eines Schwanzes.

Man unterscheidet neben den Menschen (Homo) drei weitere Gattungen: die Gibbons (Hylobates) - die primivste Gattung mit der gerinsten Körpergröße, der stärksten Behaarung und den längsten Armen; die Orang-Utans (Pongo) - größer als die Gibbons, doch ebenfalls Baumbewohner; die Gorillas (Gorilla) - größer als der Mensch, hauptsächlich am Boden lebend und in Afrika heimisch und die Schimpansen (Pan) - ebenfalls Afrikaner, kleiner aber kräftiger als der Mensch und, abgesehen von diesem, die intelligentesten Primaten.

Was uns unsere eigene Gattung (Homo) betrifft, so besteht sie heute nur noch aus einer Art. Linné taufte diese Art auf den Namen Homo sapiens (der verständige Mensch) - bis heute hat niemand an diesem Ehrentitel zu rütteln gewagt, obwohl es Anlässe genug dafür gab.