Katze mit Maus
Schon die Kleinsten sind auf der Jagd

Unter den Fleischfressern gibt es eine Familie, und nur eine, deren Mitglieder allesamt spezialisierte Killer sind: die Katzen. Für sie ist Omnivorie keine Option. Von der größten Katze, einem männlichen, 360 kg schweren Sibirischen Tiger bis zur kleinsten Katze, einer etwa 1 kg schweren Schwarzfußkatze (Felis nigipes), haben alle die lange Schnauze ihrer Vorfahren gegen einen hohen, gewölbten Schädel und eine kurze Schnauze eingetauscht. Die sorgt die für die Verankerung jener Muskeln, die einer Katze die notwendige Kraft für den tödlichen Biss verleihen. Die scherenartigen Reisszähne haben zwar in der Evolution aller Fleischfresser eine entscheidende Rolle gespielt, aber nur die Katzen haben es zu solch scharfen, feinen Klingen gebracht.

Katzen verlassen sich bei der Jagd auf Tarnung und Hinterhalt. Die ersten bekannten Katzen, die dieses Verhalten praktizierten, entwickelten sich aus Vorfahren, die wahrscheinlich aussahen wie heutige Ginsterkatzen (Genetta). Diese Jäger der Baumwipfel sind keine echten Katzen, sondern Angehörige eines anderen Zweigs der Katzenfamilie, der Schleichkatzen (Viverridae). Als die allesfressenden (omnivoren) Vorfahren der Katzen auf den Boden herabstiegen, legten sich einige in Waldlichtungen auf die Lauer. Zweifellos fühlten sich diese frühen Katzen, wie eine andere moderne Schleichkatze, die Fossa, sowohl auf dem Boden als auch in den Ästen zu Hause. Die madagassische Fossa zeigt, wie der grundlegende Bauplan eines Fleischfressers vor 40 Millionen Jahren, der in den Ginsterkatzen (Genetta) weiterlebt, in den Bauplan einer Katze umgewandelt werden konnte. Wie bei einer Katze kommen bei der Fossa dolchartige Eckzähne und einziehbaren Krallen bei der Jagd auf Vögel und Lemuren zum Einsatz.