Steckbrief

IUCN Status
Endangered / stark gefährdet
Fischkatze (Prionailurus viverrinus)
Physiologie*
Gewicht (kg): 5,5 - 8
Kopf-Rumpf-Länge (cm): 55 - 85
Schwanzlänge (cm): 10 - 32
Fortpflanzung*
Tragzeit (Tage): 63 - 70
Junge pro Wurf: 1 - 4
Geburtsgewicht (g): 170
*Daten nach Macdonald (2006)

Verbreitung

 
IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.1. www.iucnredlist.org

Die Fischkatze (Prionailurus viverrinus) ist eine wilde Katze Südasiens, die mit der Bengalkatze nahe verwandt und dieser sehr ähnlich, aber deutlich größer ist.

Aussehen

Fischkatze im Dresdner Zoo
Fischkatze (Prionailurus viverrinus) im Dresdner Zoo.

Fischkatzen sind größer als Hauskatzen, sie sind robust gebaut und haben einen großen, breiten Kopf sowie einen kurzen Schwanz. Das kurze, grobe Fell ist hauptsächlich grau mit einem leichten, braunen Schimmer und ist besetzt mit verlängerten dunkelbraunen Punkten, die in Längsreihen über den gesamten Körper verteilt sind. Es gibt sechs bis acht dunkle Linien, die von der Stirn zum Nacken verlaufen. Der Kopf ist verhältnismäßig groß und breit und das Maul wirkt ein wenig verlängert. Die Augen haben eine grünliche Iris, die Ohren sind eher kurz und rund, an den Rückseiten schwarz mit einem weißen Punkt in der Mitte. Die Beine sind kurz mit zwei ausgeprägten Ellbögen an den Vorderpfoten. Fischkatzen können ihre Krallen nur unvollständig einziehen. Der Schwanz misst ungefähr die Hälfte der Kopf-Rumpflänge und ist verhältnismäßig dick. Er ist mit einer Reihe unvollständiger Ringe gezeichnet und hat eine schwarze Spitze.

Lebensraum, Ernährung

Fischkatzen sind eine weitere Katzenart, die gegen die allgemeine Annahme sprechen, alle Katzen seien wasserscheu. Man trifft sie in einer Vielzahl von Feuchthabitaten an, einschließlich sumpfige Dickichte, Mangrovesümpfe sowie dicht bewachsene Bereiche entlang von Flüssen und Strömen. Man kann sie beim Waten und Schwimmen in flachen Gewässern beobachten, wo sie Jagd auf allerlei Wassergetier machen, darunter Fische, Frösche und Kröten, Schnecken und Krebstiere. Sie fangen auch kleinere Vögel, Säugetiere und Schlangen. Manchmal brechen sie in Ställe ein und reißen Kälber und junge Ziegen.

Fortpflanzung

Man nimmt an, dass Fischkatzenweibchen mehrmals im Jahr empfängnisbereit sind und einen ganz charakteristischen Paarungsruf haben, dieser ist aber noch nicht beschrieben worden. Sie bauen ihre Höhlen unter dichtem Gebüsch, in Schilfbereichen sowie in hohlen Bäumen, in Felsspalten oder an anderen schwer zugänglichen Orten. Fischkatzen mit Neugeborenen wurden in der Wildnis in den Monaten April und Juni beobachtet, wobei sich im Zoo von Philadelphia beispielsweise im März und August Nachwuchs einstellte. Fischkatzen bringen ein bis vier Junge nach einer Tragzeit von 63 - 70 Tagen zur Welt, diese wiegen bei der Geburt um die 170 g. Die Augen der Kätzchen öffnen sich bis zum 16-ten Tag und nach 53 Tagen nehmen sie erstmals Fleisch zu sich. Vollständig von der Muttermilch entwöhnt sind sie nach vier bis sechs Monaten und nach acht bis neun Monaten haben sie die Körpergröße der Elterntiere erreicht. Schließlich sind sie nach 12 bis 18 Monaten unabhängig von der Mutter. Es gibt Anzeichen, dass der Vater bei der Beaufsichtigung der Jungen behilflich ist, dies ist aber noch nicht bestätigt worden. In Gefangenschaft haben einzelne Fischkatzen ein Alter von 12 Jahren erreicht.

Fischkatzen im Dresdner Zoo.

Bedrohung

Die Zerstörung der Sumpf- und Feuchtgebiete in ihrem Lebensraum ist die Hauptbedrohung für den Bestand der Fischkatzen, so sind über 50% der asiatischen Sumpfgebiete in Gefahr vollständig trockengelegt zu werden. In einigen Gegenden ihres Verbreitungsgebietes gelten Fischenkatzen bei den Einheimischen als Nahrungsmittel, sie werden aber auch verfolgt, weil sie gelegentlich Jagd auf Viehbestände des Menschen machen. Ihre Felle tauchen manchmal auf den asiatischen Märkten auf, jedoch weitaus weniger häufig als die anderer Katzen. Fischkatzen sind in den meisten Staaten ihres Verbreitungsgebietes geschützt, Ausnahmen bilden Bhutan, Malaysia und Vietnam. Obgleich sie recht häufig in den noch verbliebenen Sumpfgebieten vorkommen, ist doch recht wenig über den Gesamtstatus der Art bekannt. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES listet die Fischkatze im Anhang II.


David W. Macdonald (Hrsg). The Encyclopedia of Mammals. Oxford University Press; Auflage: New edition (12. Oktober 2006)

Mukherjee, S., Sanderson, J., Duckworth, W., Melisch, R., Khan, J., Wilting, A., Sunarto, S. & Howard, J.G. 2010. Prionailurus viverrinus. In: IUCN 2012. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2012.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 19 August 2012 .

Haque, M., V. Vijayan. 1993. Food habits of the fishing cat Felis Viverrina in Keoladeo National park Bharatpur, Rajasthan. Journal of Bombay Natural Historical Society, 90: 498-500.

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Sunquist, M., F. Sunquist. 2002. Wild cats of the world. Chicago: University of Chicago Press.