Verschollen auf hoher See: Fern der Küste lebt Thioglobus perditus aus ihrem Vorratspack

Bio-News vom 30.04.2018


SUP05-Bakterien leben an Orten, an denen es für sie eigentlich keine Lebensgrundlage gibt. Bremer Forscher haben nun herausgefunden, dass sie dort sogar recht aktiv sind – mit möglichen weitreichenden Folgen für den weltweiten Stickstoffkreislauf. Die Bakterien reisen nämlich mit einem „Vorratspack“. Zudem entzifferten die Forscher das Genom der Bakterien. Die Ergebnisse erscheinen nun im Fachmagazin Nature Communications.

Der Bakterienstamm SUP05 gibt Forschern einige Rätsel auf. Wieso etwa finden sich diese Mikroben im offenen Ozean, obwohl es für sie dort keine Lebensgrundlage gibt? Denn SUP05-Bakterien nutzen zur Energiegewinnung die Schwefelverbindung Sulfid, und das findet sich meist nur nahe den Küsten. Eine Forschergruppe um Marcel Kuypers vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen hat nun in Zusammenarbeit mit dem Sonderforschungsbereich 754 des GEOMAR und er Universität Kiel einige Antworten gefunden: Auf einer Ausfahrt mit dem Forschungsschiff Meteor entdeckten die Forscher im Meer vor Peru einen Vertreter dieses Bakterienstammes, der seinen eigenen Vorrat an Schwefel mit sich trägt.


Blick vom Forschungsschiff auf die Paracas-Halbinsel. Hier liegt die Ursprungsregion der Wasserwirbel, die Thioglobus perditus auf den Ozean hinausspülen.