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Kuheuter mit zwei Zitzenpaaren

Eine Zitze ist bei den höheren Säugetieren die zusammengeführte Mündung mehrerer Milchdrüsen zu einem gemeinsamen Ausführgang. Bei den brustständigen Zitzen der Primaten einschließlich des Menschen spricht man aufgrund ihrer Lage und Ausbildung von Brustwarzen.[1]

Aufbau

Weibliche Brustwarze des Menschen

Eine Zitze ist in der Regel zylindrisch und langgezogen. Sie besteht aus einem Hohlraum (Zisterne), in die die Ausführgänge mehrerer Milchdrüsen gemeinsam ausmünden sowie einem Zitzengang, der den gemeinsamen Ausgang der Milchdrüsen aus der Zisterne bildet. Umhüllt ist die Zitze von Hautgewebe, das sowohl die Zisterne wie auch den Zitzengang als Duplikatur ausbildet.

Die Brustwarzen der Primaten stellen keine echten Zitzen dar. Bei ihnen münden die Ausführgänge direkt in einer Erhöhung der Haut, die als Nippel bezeichnet wird.[1]

Lage und Anzahl

Die Zitzen der Säugetiere sind paarig angelegt und können sich bezüglich ihrer Lage bei den unterschiedlichen Tiergruppen stark unterscheiden.

In der Regel liegen sie paarweise entlang einer bauchseitigen, paarigen Milchleiste, die vom Brustkorb bis zur Leistenregion reicht. Diese Form der Lokalisation wird als thorako-inguinal bezeichnet und ist zum Beispiel bei den meisten Säugetieren wie etwa den Nagetieren, den Insektenfressern, den meisten Raubtieren und einigen Huftieren wie etwa den Schweinen vorhanden. Bei einigen Säugergruppen wie bei den Primaten oder auch den Elefanten sind die Zitzen auf den Brustkorb beschränkt (Brustdrüsen), man spricht von einer thorakalen Lokalisation. Insbesondere bei Wiederkäuern und Pferden konzentrieren sich die Zitzen auf die Leistengegend (inguinale Lokalisation) und bilden hier einen Euter.

Die Anzahl der Zitzen ist bei Säugetieren an die durchschnittliche Wurfgröße angepasst. Als grobe Faustregel gilt dabei, dass die Zitzenzahl der doppelten durchschnittlichen Zahl der Jungtiere entspricht.

Funktion

Säugendes Kalb an einem Kuheuter

Die Zitzen dienen bei allen Säugern der effizienten Nahrungsversorgung des Nachwuchses. Anders als bei den Kloakentieren, bei denen der Milchaustritt durch ein Milchfeld im Fell stattfindet und die Jungtiere die austretende Milch auflecken müssen, bieten die Zitzen den Jungtieren eine direkte Saugstelle an, die sie in den Mund nehmen können und aus der sie bei Bedarf Milch saugen können.

Belege

  1. 1,0 1,1 Gerhard Storch: Mammalia, Säugetiere. In: W. Westheide, R. Rieger: Spezielle Zoologie. Teil 2. Wirbel- oder Schädeltiere. Spektrum Akademischer Verlag, München 2004; S. 446–447, ISBN 3-8274-0307-3.

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