Wachsmotten



Wachsmotten

Hummelnestmotte (Aphomia sociella)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Überfamilie: Pyraloidea
Familie: Zünsler (Pyralidae)
Unterfamilie: Wachsmotten
Wissenschaftlicher Name
Galleriinae
Zeller, 1848

Die Wachsmotten (Galleriinae) sind eine Unterfamilie innerhalb der Familie der Zünsler (Pyralidae). Ungefähr 300 Arten sind derzeit weltweit bekannt, von denen sieben Arten auch in Mitteleuropa vorkommen. Die Raupen der namensgebenden Arten ernähren sich von Pollen- oder Brutrückständen in den Wachs-Waben von Stechimmenarten. Die bekanntesten Arten sind die Große Wachsmotte (Galleria mellonella), die Kleine Wachsmotte (Achroia grisella) sowie die Hummelnestmotte (Aphomia sociella). Jedoch leben nicht alle Wachsmottenarten parasitär. Die Raupen einiger Arten ernähren sich an Pflanzen oder von Samen (Melissoblaptes zelleri, Paralipsa gularis, Corcyra cephalonica).

Lebensweise

Die Falter der parasitären Wachsmotten fliegen durch Duft angelockt in die Nester von Hummeln und Honigbienen und legen dort Eier. Die daraus schlüpfenden Larven ernähren sich von Pollenresten und den zurückgelassenen Kokons von bebrüteten Zellen der Waben. Das Zerfressen der Waben schädigt die Brut der befallenen Insektenvölker. Teilweise fressen die Wachsmottenlarven auch den Wabeninhalt samt den enthaltenen Eiern oder Larven. Da die Wachsmottenlarven den Nestgeruch annehmen, werden sie nicht als Eindringlinge erkannt und bekämpft. Von reinem Wachs können sich die Larven allerdings nicht ernähren. Manche Arten, wie z. B. Corcyra cephalonica ernähren sich von trockenen pflanzlichen Materialien.

Schadwirkung

In der Imkerei besteht mehr die Gefahr, dass den Bienenvölkern im Herbst entnommene Waben bei der Lagerung zerfressen werden. Bisher unbebrütete Waben (z. B. aus dem Honigraum) ohne Pollenreste sind aber nicht gefährdet. Zudem ist eine Mindesttemperatur von 14 °C zur Entwicklung der Larven erforderlich. Durch den Kot der Wachsmotten können auch Krankheiten, z. B. die Faulbrut von einem kranken auf ein gesundes Bienenvolk übertragen werden. Allerdings sind in einem solchen Fall andere Übertragungswege, wie Räuberei und Wabentausch durch den Imker viel wahrscheinlicher.

Durch einen starken Befall mit diesen Parasiten kann ein Hummelvolk in seiner Entwicklung erheblich geschädigt werden oder ganz erlöschen.

Nutzen

Wilde Bienenvölker bauen ihre Nester, je nach Art im Freien oder besser geschützt in Baumhöhlen. Die Wachsmotten zerstören den Wabenbau von alten, verlassenen oder abgestorbenen Bienennestern so nachhaltig, dass wieder Platz für eine neue Besiedlung durch die Bienen vorhanden ist. Durch diesen hygienischen Effekt werden auch Krankheiten, beispielsweise die Amerikanische Faulbrut verhindert. Wild lebende Bienenvölker der in Höhlungen brütenden Westlichen Honigbiene kommen heute nur noch in Afrika und durch die ursprüngliche Verbreitung durch den Menschen in den wärmeren Regionen von Süd-, Mittel- und Nordamerika vor.

Die Larven von Galleria mellonella und Achroia grisella finden in der Terraristik als Futterinsekten Verwendung.

Systematik (Europa)

Die Unterfamilie der Wachsmotten ist in Europa mit acht Gattungen und 16 Arten vertreten.[1] In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind bisher sieben Arten nachgewiesen worden.[2]

Tribus Tirathabini

  • Aphomia curvicostella (Zerny, 1914)
  • Aphomia grisea Turati, 1913
  • Aphomia murciella (Zerny, 1914)
  • Hummelnestmotte (Aphomia sociella Linnaeus 1758) A, CH, D
  • Aphomia unicolor (Staudinger, 1880)
  • Melissoblaptes zelleri Joannis, 1932 (Syn. Aphomia zelleri) A, CH, D
  • Melissoblaptes foedellus (Zeller), (Syn. Aphomia foedella)
  • Corcyra cephalonica (Stainton, 1866) A, CH
  • Lamoria anella ([Denis & Schiffermüller], 1775) A, CH, D
  • Lamoria jordanis Ragonot, 1901
  • Lamoria ruficostella Ragonot, 1888
  • Paralipsa gularis (Zeller, 1877) A, CH

Tribus Galleriini

  • Kleine Wachsmotte (Achroia grisella Fabricius 1794) A, CH, D
  • Arenipses sabella Hampson, 1901
  • Große Wachsmotte (Galleria mellonella Linnaeus 1758) A, CH, D
  • Pseudarenipses insularum Speidel & Schmitz, 1991

Quellen

Einzelnachweise

  1. Galleriinae. Fauna Europaea, abgerufen am 27. März 2007.
  2. Pyralidae. Lepiforum e.V., abgerufen am 26. März 2007.

Literatur

  • Barry Goater: British Pyralid Moths. 175 S., Harley Books, Colchester, Essex 1986, ISBN 978-0946589081
  • Eugene G. Munroe, M. Alma Solis: The Pyraloidea. In: Niels Peder Kristensen (Hrsg.): Lepidoptera, Moths and Butterflies. Volume 1: Evolution, systematics, and biogeography. In: Maximilian Fischer (Hrsg.), Handbook of Zoology. Volume IV Arthropoda: Insecta, Part 35. S.233–256, Walter de Gruyter, Berlin 1998, ISBN 3-11-015704-7
  • František Slamka: Die Zünslerfalter (Pyraloidea) Mitteleuropas: Bestimmen - Verbreitung - Fluggebiet - Lebensweise der Raupen. 2. teilweise überarbeitete Aufl. 112 S., Bratislava 1997, ISBN 8-096-75402-5
  • Thomas Kaltenbach, Peter Victor Küppers: Kleinschmetterlinge. Verlag J. Neudamm-Neudamm, Melsungen 1987, ISBN 3-788-80510-2

Weblinks

Commons: Galleriinae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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