Vetiver

Dieser Artikel beschreibt die Pflanzenart Vetiveria zizanioides, zur Band Vetiver siehe Vetiver (Band).
Vetiver
Kulturpflanzen

Kulturpflanzen

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Panicoideae
Gattung: Vetiveria
Art: Vetiver
Wissenschaftlicher Name
Vetiveria zizanioides
(L.) Nash

Vetiver (Vetiveria zizanioides, Syn.: Chrysopogon zizanioides, Andropogon squarrosus Hack., Andropogon muricatus Retz.) ist ein tropisches, ursprünglich aus dem tropischen Asien kommendes Süßgras. Die Grashorste haben einen Durchmesser von etwa 30 cm, die Höhe der Pflanze beträgt 50 bis 150 cm. Die Wurzeln dringen bis zu 3 Meter tief mit einem dichten und massereichen Geflecht in den Boden.

Verwendung

Vetiver wird wegen seines dichten Wurzelgeflechts gezielt überall dort angepflanzt, wo Bodenerosion droht. Die Wurzeln halten zudem den Boden feucht und können ihn bis zu einem gewissen Grad entgiften. Deshalb wird Vetiver in Südostasien einerseits zur Bodenverbesserung angepflanzt, andererseits als Feldumrandung.

Das Gras wird auch als Viehfutter verwendet und sollte dafür alle 1–3 Monate gemäht werden.[1]

Vetiver-Bündel auf einem Markt

Vetiver-Öl (oft auch Vetyver geschrieben) wird aus den gereinigten frischen und/oder getrockneten Wurzeln des Grases durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Das Öl ist leicht viskos, hat eine bräunliche, manchmal leicht rötlich-braune Färbung und einen intensiven balsamischen, haftenden erdig-holzigen Geruch. Auf Grund der Tatsache, dass sehr unterschiedliche Qualitäten verarbeitet werden, frische und getrocknete Wurzeln zum Einsatz kommen, gibt es große Qualitätsunterschiede bei den im Handel angebotenen Ölen. Vetiver wird in der Parfümherstellung, Aromatherapie und Naturheilkunde verwendet und dient zugleich als Räucherwerk.

Für die Herstellung von Parfum ist der Riechstoff Vetiverylacetat von großer Bedeutung. Die bitteren, rauchigen und deutlich erdigen Nuancen des Vetiveröls treten in den Hintergrund, während sich die holzig-balsamischen Duftbestandteile viel eleganter entfalten. Vetiverylacetat ist ein Ester, das durch Acetylisierung von Vetiveröl mit Acetanhydrid gewonnen wird.

Inhaltsstoffe

Zu den ca. 100 Komponenten des ätherischen Öles gehören unter anderm:

Benzoesäure Furfurol
Vetiven Vetivenylvetivenat
Terpinen-4-ol 5-Epiprezizan
Khusimen α-Muurolen
Khusimon Calacoren
β-Humulen α-Longipinen
γ-Selinen δ-Selinen
δ-Kadinen Valencen
Kalaren,-gurjunen α-Amorphen
Epizizanal 3-Epizizanol
Khusimol Iso-Khusimol
Valerenol β-Vetivon
α-Vetivon Vetivazulen

Quellen

  • Encke/Buchheim/Seybold: Zander, Handwörterbuch der Pflanzennamen, 15. Auflage, ISBN 3-8001-5072-7.
  • Martinez/ Hartwig: Taschenbuch der Riechstoffe, Verlag Harri Deutsch, Frankfurt/a.Main, 1. Aufl. 1998, ISBN 3-8171-1539-3.
  • Susanne Fischer-Rizzi: Botschaften an den Himmel - Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk, Heyne, München, 1999, ISBN 3-453-15504-1.

Nachweise

  1. P. Truong, T. Tan Van, E. Pinners (2008). Vetiver Systems Application, Technical Reference Manual. The Vetiver Network International. pp. 89.

Weblinks

 Commons: Vetiver – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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