Trieste


Trieste
Schiffsdaten
Flagge Vorlage:ITA-H
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Schiffstyp Bathyscaph
Stapellauf 26. August 1953
Verbleib Ausstellungsstück im United States Navy Museum
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
18,14 m (Lüa)
Breite 3,51 m
Tiefgang max. 5,46 m
Verdrängung 51 t
 
Besatzung 2 Mann
colspan="2" style="background:#ADD8E6; border-color:#FFFFFF;" Vorlage:Infobox Schiff/U-Boot

Die Trieste war ein von Auguste Piccard konstruierter Bathyscaph, ein U-Boot, das speziell für die Tiefseeforschung gebaut wurde. Erste Pläne für dieses Unterwasserfahrzeug entwickelte Piccard im Jahr 1952, es wurde in Italien hergestellt und am 26. August 1953 vom Stapel gelassen. Dieses Fahrzeug war anfangs für Tauchtiefen bis zu 20.000 Fuß (= 6.096 Meter) konzipiert.

Bereits am 30. September 1953 führte die Trieste im Tyrrhenischen Meer bei Ponza einen Rekordtauchgang durch. Auguste Piccard und sein Sohn Jacques Piccard stießen dabei in ihrem Tauchgerät auf eine Tiefe von 3.150 Meter vor.[1][2] Dieser Rekord wurde jedoch 1954 durch den französischen Bathyscaphen FNRS-3 überboten, welcher vor der Küste des Senegal 4.050 m tief tauchte.

Zeichnung der Trieste
Die Trieste am 23. Januar 1960 vor der Rekordtauchfahrt

1958 wurde das Boot von der US-Marine übernommen und war an mehreren Suchaktionen nach verschollenen Schiffen und U-Booten beteiligt, unter anderem an der Suche nach dem verlorenen Atom-U-Boot USS Thresher. Ab 1958 wurde das Fahrzeug umgerüstet, um für Tauchgänge in größere Tiefen geeignet zu sein.

Die eigentliche Bathysphäre (die Druckkörperkugel) wurde vom Unternehmen Krupp-Maschinenbau in Essen hergestellt. Sie ließ nunmehr Tauchfahrten bis zu maximal 36.000 Fuß (≈11.000 m) zu. Ein besonderes Sicherheitsmerkmal war der aus etlichen Stahlkugeln bestehende Teil des Ballasts, der von Elektromagneten gehalten wurde. Bei einem Ausfall der Stromversorgung lösten sich die Kugeln sofort und das Boot tauchte selbsttätig auf. Als Auftriebskörper dienten rund 85 m³ Benzin in einem zylinderförmigen Blechtank.

Am 23. Januar 1960 war die Trieste das erste U-Boot, das im Marianengraben mit rund 10.910 m Tiefe das Challengertief, eine der tiefsten Stellen des Weltmeeres, erreichte und anschließend wieder auftauchte. In dieser Tiefe herrscht ein Druck von über 1000 bar. Die tiefste Stelle im Pazifik und in den gesamten Weltmeeren ist das sog. Witjastief 1. Sie befindet sich etwa 1.850 km östlich der Philippinen 11° 19′ N, 142° 15′ OKoordinaten: 11° 19′ N, 142° 15′ O im südwestlichen Teil des Marianengrabens und liegt nur ca. 112 m tiefer als die damals erreichte Tiefe der Trieste

Die Besatzung manövrierte die Trieste bis nur 4 m über den Meeresboden, was wohl als Sicherheitsabstand diente; die 10.910 m Meerestiefe (je nach Quelle wird auch eine Tiefe von 10.916 m genannt) ist der bis heute ungeschlagene Tauchrekord eines U-Boots. Nach der Tauchfahrt erhielt dieses Meerestief die Bezeichnung Triestetief. Insassen waren der Schweizer Jacques Piccard und der Amerikaner Don Walsh.

In verschiedenen Nachschlagewerken wird fälschlich eine Tiefe von über 11.000 Meter angegeben. Die Differenz ist auf die fehlerhafte Kalibrierung des Tiefenmessgerätes zurückzuführen, die im Süßwasser durchgeführt wurde.

Nach der Außerdienststellung des Bootes wurde der Druckkörper weiter verwendet und in den Nachfolger Trieste II eingepasst. Die Trieste ist heute im United States Navy Museum in Washington D. C. ausgestellt. Ein fehlerhafter Erprobungsguss des Druckkörpers wurde in den 1960er Jahren im Kruppwerk in Essen vor der Verschrottung gerettet. Die Innenausstattung wurde mit teils originalen Ersatzteilen nachgebaut, um möglichst gut dem Vorbild zu entsprechen. Das aufgeschnittene Modell steht heute in der Schifffahrtsabteilung des Deutschen Museums in München.

Nahaufnahme von Druckkörper und Ballastsilo (vorne)
Don Walsh und Jacques Piccard in der Trieste

Einzelnachweise

  1. "Augsburger Allgemeine" vom 30. September 2008
  2. Planet Erde, abgefragt am 30. September 2009

Weblinks

Commons: Trieste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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