Triapsider Schädel

Diapsider Schädel mit zusätzlichem Präorbitalfenster (triapsider Schädel)

Der Triapside Schädel ist ein Schädeltyp bei Reptilien.

Bei den primitivsten Amnioten und einigen ihrer Nachfahren ist das Schädeldach geschlossen, d.h., es gibt außer den Augen- und Nasenlöchern keine Öffnungen. Dieser Schädeltyp heißt anapsid. Man trifft ihn heute nur bei den Schildkröten[1] an. Im Laufe der Amnioten-Evolution bildeten sich zusätzliche Öffnungen im Schädeldach. Danach unterscheidet man drei weitere Grundtypen den Amniotenschädels: den synapsiden Typ (ein Schläfenfenster seitlich hinter der Augenhöhle), den euryapsiden Typ (ein Schläfenfenster oben hinter der Augenhöhle) und den diapsiden Typ (zwei Schläfenfenster). Letzterer ist in mehr oder weniger stark abgewandelter Form bei allen anderen lebenden Reptilien und ihren nächsten Verwandten, den Vögeln, anzutreffen. Der Sinn von Schädelfenstern besteht darin, dass sie einerseits Platz und Ansatzstellen für die Gebissmuskulatur bieten und andererseits die Flexibilität des Schädels erhöhen und zusätzlich dessen Gewicht verringern.

Als triapsid bezeichnet man nun einen diapsiden Schädel, der ein weiteres Schädelfenster vor der Augenhöhle, das sogenannte Antorbitalfenster oder Präorbitalfester, aufweist. Die frühen Archosaurier, die Flugsaurier und die Dinosaurier besaßen diesen Schädeltyp. Die Öffnung vor den Augenhöhlen wird häufig als Drüse interpretiert, mit der das Tier überschüssiges Salz ausscheidet. Bei großen Dinosaurierschädeln vermindern die Fenster das Gewicht erheblich, ohne die Stabilität wesentlich zu beeinträchtigen.

Der Schädel der heute noch lebenden Archosaurier, der Krokodile und Vögel, ist relativ stark spezialisiert und entspricht nicht mehr dem triapsiden Typ.

Fußnoten

  1. dies ist möglicherweise kein ursprünglich fensterloser Schädel sondern ein sekundär fensterloser Diapsidenschädel

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