Steinbock

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Steinbock (Begriffsklärung) aufgeführt.

Datei:Ibex-gornergrat-496x278.ogv Als Steinbock werden mehrere Tierarten aus der Gattung der Ziegen (Capra) benannt:

Die Ziegen sind eine Gattung mit äußerst komplizierter interner Systematik. Einige Ziegenarten wie Alpen-, Sibirischer und Syrischer Steinbock sehen sehr ähnlich aus und galten als besonders nah verwandt. Rätselhaft blieb dabei die Tatsache, dass die Verbreitungsgebiete dieser drei Formen jeweils durch die von anderen Wildziegenarten getrennt sind. Neueren genetischen Studien zufolge bilden diese als Steinböcke bezeichneten Arten aber offenbar keine natürliche Verwandtschaftsgruppe. Diese Untersuchungen deuten stark darauf hin, dass der Sibirische Steinbock und der Syrische Steinbock jeweils eigene Arten darstellen, wobei der Sibirische Steinbock an der Basis der Gattung Capra steht. Die äußerlichen Ähnlichkeiten zum Alpensteinbock und zum Syrischen Steinbock wären demnach kein Zeichen enger Verwandtschaft, sondern Plesiomorphien. Der Alpensteinbock gleicht dagegen in genetischer Hinsicht sehr dem äußerlich recht verschiedenen Iberiensteinbock, der ihm geografisch auch am nächsten steht. Der Westkaukasische Steinbock scheint eng mit der Wildziege und weniger mit dem Ostkaukasischen Steinbock verwandt zu sein, während die teilweise festgestellte genetische Nähe zu Letzterem auf Hybridisierung beruhen dürfte. Der Markhor, der sich äußerlich stark von allen anderen Ziegenarten unterscheidet, divergiert genetisch weit weniger von den übrigen Arten als ursprünglich angenommen und bildet keine eigene Seitengruppe[1].

Literatur

  • D. E. Wilson, D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005. ISBN 0801882214

Weblinks

 Commons: Steinbock (Capra ibex) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Einzelnachweise

  1. Phylogenetic Reconstructions in the Genus Capra (Bovidae, Artiodactyla) Based on the Mitochondrial DNA Analysis. Russian Journal of Genetics, 2007, Vol. 43, No. 2, pp. 181–189. online

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