Moxonidin

Strukturformel
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Allgemeines
Freiname Moxonidin
Andere Namen

4-Chlor-N-(4,5-dihydro-
1H-imidazol-2-yl)-6-methoxy-
2-methylpyrimidin-5-amin

Summenformel C9H12ClN5O
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 75438-57-2 (freie Base)
  • 75438-58-3 (Hydrochlorid)
PubChem 4810
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Arzneistoffangaben
ATC-Code

C02AC05

Wirkstoffklasse
  • Antihypertensiva
  • Antisympathotonika
Wirkmechanismus
Eigenschaften
Molare Masse 241,68 g·mol−1
Schmelzpunkt
  • 217–219 °C (freie Base)[2]
  • 189 °C (Hydrochlorid)[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Moxonidin ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung der essentiellen Hypertonie (Bluthochdruck) verwendet wird. Er ist ein Analogon zum ebenfalls blutdrucksenkenden Wirkstoff Clonidin und zählt zu den Imidazolinderivaten. Moxonidin wurde 1980 von der Beiersdorf AG patentiert und ist als Generikum im Handel.

Pharmakologie

Wirkmechanismus

Der Wirkstoff dringt aufgrund seiner Lipophilie schnell in das zentrale Nervensystem (ZNS) vor und wirkt dort als Agonist an postsynaptischen α2-Adrenozeptoren am Nucleus tractus solitarii, einer Schaltstelle der Blutdruckregulation, wodurch der Sympathikotonus und somit der Blutdruck gesenkt wird. Zusätzlich werden die peripheren präsynaptischen α2-Adrenozeptoren stimuliert, was zu einer verminderten Noradrenalinfreisetzung führt. Der stärkste Effekt, die blutdrucksenkende Wirkung betreffend, folgt durch die Wirkung als Agonist am Imidazolin-Rezeptor, u. a. in der ventrolateralen Medulla oblongata, die beim Moxonidin viel stärker ausgeprägt ist als beim Clonidin, und wodurch es wiederum zu einer Hemmung der Sympathikus-Aktivität kommt.[1][5]

Anwendung

Moxonidin wird hauptsächlich zur Behandlung der essentiellen arteriellen Hypertonie ohne bekannte Ursache eingesetzt, wofür die Substanz auch zugelassen ist. Außerdem wird sie als Antihypertonikum zur Linderung der Beschwerden bei Opiatentzug verwendet.[1][5]

Pharmakokinetik

Der Wirkstoff wird rasch resorbiert und schnell an den Wirkort in das zentrale Nervensystem transportiert. Die Plasmahalbwertszeit beträgt ca. 2–3 Stunden und die sich anschließende Elimination erfolgt renal (über die Niere).[1]

Nebenwirkungen

Aufgrund der Senkung des Sympathikotonus kann es zu Mundtrockenheit, Benommenheit, Hypotonie, Libido- und Potenzstörungen kommen. Durch die Doppelwirkung auf die α2- und Imidazolin-Rezeptoren ist eine Retention von Natrium-Ionen und somit eine Neigung zur Ödembildung möglich.

Zu Beginn der Behandlung kann es zu einem starken Blutdruckabfall mit Schwindel und Kopfschmerzen kommen.

Ein plötzliches Absetzen ist unbedingt zu vermeiden, da es zu einem massiven Blutdruckanstieg (Blutdruck-Rebound) kommen kann.[1][5]

Wechselwirkungen

Durch den Agonismus an α2-Adrenozeptoren wird die Wirkung von Neuroleptika, Hypnotika und Alkohol verstärkt.[1]

Kontraindikationen

Begründet durch den komplexen Wirkmechanismus gibt es zahlreiche grundsätzliche Kontraindikationen (Auswahl):

Außerdem gibt es etliche Empfehlungen, wo der Arzneistoff wegen fehlender Therapieerfahrung und eines möglichen Wechselwirkungspotentials nicht eingesetzt werden sollte (Auswahl):

Wirkstärken und Dosierung

Moxonidin steht in den Wirkstärken 0,2–0,3 und 0,4 mg zur Verfügung und wird standardmäßig mit 0,2–0,4 mg pro Tag eingesetzt, wobei darauf zu achten ist, dass die maximale Einzelgabe 0,4 mg und die Tagesgesamtdosis 0,6 mg nicht überschreitet.[5]

Handelsnamen

Monopräparate

Cynt (D), Normohex (A), Physiotens (D, CH), zahlreiche Generika (D, A)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Mutschler, Geisslinger, Kroemer, Ruth, Schäfer-Korting: Mutschler Arzneimittelwirkungen: Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie, Wissenschaftliche Verlagsges. 9. Auflage, 2008, ISBN 3-8047-1952-X.
  2. 2,0 2,1 The Merck Index. An Encyclopaedia of Chemicals, Drugs and Biologicals. 14. Auflage, 2006, S. 1087–1088, ISBN 978-0-911910-00-1.
  3. Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. 4,0 4,1 Datenblatt MOXONIDINE CRS (PDF) beim EDQM
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 ABDA-Datenbank (Stand: 28. Juli 2008).

Weblinks

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