Montelukast

Strukturformel
Struktur von Montelukast
Allgemeines
Freiname Montelukast
Andere Namen
  • IUPAC: 2-[1-[[(1R)-1-[3-[(E)-2-(7-Chlorchinolin-2-yl)-
    vinyl]phenyl]-3-[2-(2-hydroxypropan-2-yl)-
    phenyl]propyl]sulfanylmethyl]cyclopropyl]essigsäure
  • (R)-(E)-2-[1-[[-1-[3-[-2-(7-Chlorchinolin-2-yl)-
    vinyl]phenyl]-3-[2-(2-hydroxypropan-2-yl)-
    phenyl]propyl]sulfanylmethyl]cyclopropyl]essigsäure
Summenformel C35H36ClNO3S
CAS-Nummer 158966-92-8
PubChem 5281040
ATC-Code

R03DC03

DrugBank DB00471
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Leukotrienrezeptor-Antagonist

Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse 586,18 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar

H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2]

Xn
Gesundheits-
schädlich
R- und S-Sätze R: 20/21/22
S: 36/37
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden


Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Montelukast (Handelsname Singulair) ist ein oral eingenommener Arzneistoff zur Behandlung von leichtem bis mittelschwerem Asthma und allergischer Rhinitis, der seit 1998 in Deutschland erhältlich ist.

Pharmakologie

Indikationen

Montelukast wird bei Erwachsenen vorwiegend als ergänzende Therapie zusätzlich zu inhalativen Kortikosteroiden angewendet, wenn diese allein nicht den gewünschten Erfolg bringen. Der synergistische Effekt beruht darauf, dass Kortison zwar einen großen Teil der asthmatischen Entzündungskaskade hemmt, aber keinen Einfluss auf die Leukotriene hat. In Studien konnte belegt werden, dass ein großer Teil der Patienten von einer solchen Kombinationstherapie profitiert. Bei Kindern wird Montelukast als Monotherapie in der Asthmastufe zwei empfohlen, wenn inhalative Kortikoide nicht genommen werden können. Bei mittelgradigem kindlichem Asthma wird es gleichfalls ergänzend zu inhalativen Kortikoiden (Budesonid, Fluticason, Beclometason, Mometason, Ciclesonid etc.) verabreicht. Montelukast ist bei Kindern ab sechs Monaten zugelassen und wird oral verabreicht. Außerdem ist Montelukast bei Heuschnupfen (allergischer Rhinitis) zugelassen, da es in Studien eine vergleichbare Wirksamkeit gezeigt hat, wie orale Antihistaminika. Auch bei Urticaria (Nesselsucht) und Neurodermitis ist die Substanz wirksam.

Wirkweise

Der Arzneistoff ist ein sogenannter Leukotrienrezeptor-Antagonist, der kompetitiv die Bindung von Leukotrienen an ihren Rezeptor in den Bronchien verhindert. Leukotriene sind Entzündungsmediatoren, die an der Entstehung der Entzündung bei Asthma bronchiale beteiligt sind.

Montelukast bindet an die in den Atemwegen vorhandenen Cys-LT1-Rezeptoren. Die Wirkungen der Leukotriene hinsichtlich Verstärkung von Entzündungsvorgängen und vermehrter Schleimsekretion werden somit unterbunden. Die Cysteinylleukotriene sind verantwortlich für die Entzündungen, welche wiederum auf die Atemwege verengend wirken und die Lungenfunktion schwächen.

Nebenwirkungen

In Zulassungsstudien wurden neben Kopfschmerzen vermehrt gastrointestinale Probleme beobachtet. Nach Markteinführung traten bei Patienten vereinzelt erhöhte Blutungsneigung, Schlafstörungen und Ruhelosigkeit auf. Zudem wurde eine erhöhte Inzidenz für das Auftreten eines Churg-Strauss-Syndroms beobachtet, ein Zusammenhang mit der Einnahme von Leukotrienrezeptor-Antagonisten konnte jedoch bislang weder ausgeschlossen noch bestätigt werden.

In den USA fielen Patienten unter Montelukast-Behandlung mit neuropsychiatrischen Ereignissen wie Depression, Albträumen und Selbstmord auf. Die Gesundheitsbehörde FDA ließ daraufhin einen Hinweis auf diese möglichen Nebenwirkungen in die Fachinformation des Medikaments aufnehmen.[3]

In fünf verschiedenen klinischen Studien, für die Zulassung des Produktes Singular® konnten keine signifikanten Nebenwirkungen gegenüber einem Placebo festgestellt werden. Getestet wurde an Personen ab sechs Monaten. Jedoch wurden nach der Markteinführung folgende unerwünschten Arzneimittelwirkungen festgestellt:

  • Erhöhte Blutungsneigung
  • Überempfindlichkeitsneigungen
  • Psychische Störungen (Abnormes Träumen, Halluzinationen, Reizbarkeit, Agitiertheit, aggressives oder ablehnendes Verhalten, Ruhelosigkeit und Tremor, Ängstlichkeit, Depression, Desorientierung, Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Somnambulismus, Schlaflosigkeit)
  • Schläfrigkeit, Schwindel, Parästhesie/Hypoästhesie und sehr selten Krampfanfälle.
  • Herzklopfen
  • Epistaxis
  • Übelkeit, Erbrechen, Dyspepsie, Durchfall.
  • Erhöhte ALT und AST, sehr selten Hepatitis
  • Angioödem, Erythema nodosum, Pruritus, Hautausschlag, Urtikaria, Hämatome.
  • Arthralgie, Myalgie einschliesslich Muskelkrämpfe.
  • Asthenie/Müdigkeit, Ödeme, Fieber.

Für die oben genannten Nebenwirkungen gibt es keine Angaben zur Häufigkeit, da diese nicht in einer klinischen Studie festgestellt wurden. Somit kann auch nicht beurteilt werden, ob diese Symptome wirklich von Montelukast verursachte Nebenwirkungen sind. [4]

Studienergebnisse

Montelukast ist im direkten Vergleich schlechter wirksam als inhalative Kortikosteroide.[5][6]

Handelsnamen

Singulair, Montelubronch (D)

Einzelnachweise

  1. In Bezug auf ihre Gefährlichkeit wurde die Substanz von der EU noch nicht eingestuft, eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. Montelukast bei Sequioa Research, das Symbol wird im SDB nicht angegeben, ergibt sich aber zwangsläufig aus den R-Sätzen 20/21/22
  3. FDA: Updated Information on Leukotriene Inhibitors: Montelukast (marketed as Singulair), Zafirlukast (marketed as Accolate), and Zileuton (marketed as Zyflo and Zyflo CR)
  4. Arnzeimittel-Kompendium der Schweiz
  5. Ostrom NK, Decotiis BA, Lincourt WR, Edwards LD, Hanson KM, Carranza Rosenzweig JR, Crim C: Comparative efficacy and safety of low-dose fluticasone propionate and montelukast in children with persistent asthma. J Pediatr. 2005 Aug;147(2):213-20. PMID 16126052
  6. Garcia Garcia ML, Wahn U, Gilles L, Swern A, Tozzi CA, Polos P: Montelukast, compared with fluticasone, for control of asthma among 6- to 14-year-old patients with mild asthma: the MOSAIC study. Pediatrics. 2005 Aug;116(2):360-9. PMID 16061590 Volltext
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Das könnte Dich auch interessieren