Kalmegh



Kalmegh

Andrographis-paniculata

Systematik
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Akanthusgewächse (Acanthaceae)
Unterfamilie: Acanthoideae
Tribus: Andrographideae
Gattung: Andrographis
Art: Kalmegh
Wissenschaftlicher Name
Andrographis paniculata
(Burm.f.) Wall. ex Nees

Kalmegh (Andrographis paniculata, Syn.: Justicia paniculata Burm. f.) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae). Das natürliche Vorkommen dieser Art ist Indien und Sri Lanka. Trivialnamen in anderen Sprachen sind Nepali कालमेघ kālamegha [1], auch „King of Bitters“ .

Sie gehört seit Jahrhunderten zur ayurvedischen Heilkunde und zur traditionellen chinesischen Medizin. Kalmegh ist eine adaptogene Heilpflanze. In Indien wird sie wegen ihrer Heilwirkung auch „Indische Echinacea“ genannt.

Beschreibung

Blütenstand von Andrographis paniculata.

Andrographis paniculata ist ein aufrecht wachsende, einjährige krautige Pflanze mit vierkantigen, im oberen Teil scharf geflügelten Stängeln. Die Laubblätter sind spitz-lanzettlich mit gewelltem Rand und blasser Unterseite.

Die kleinen Blüten stehen entfernt in achsel- oder endständigen traubigen oder rispigen [Blütenstände]n mit lanzettlichen Tragblättern. Die rosenrote Blütenkrone ist zweilippig, mit zweizähniger Ober- und zweilappiger Unterlippe.

Die Kapselfrucht ist länglich-zylindrisch und an den Enden zugespitzt. Sie enthält zahlreiche gelblichbraune Samen, deren Oberfläche durch Dellen rau ist. In Indien blüht diese Art im November und Dezember.[2]

Wirkung/Anwendung

Traditionelle Anwendung: In ayuvedischen Medizin wird die Pflanze zum Schutz der Leber und der Atemwege eingesetzt. Hierbei sollen fiebersenkende und möglicherweise reinigende Effekte gegeben sein, die den Krankheitsverlauf abschwächen und das Abklingen der Erkrankung beschleunigen.

Studienlage: Jüngere wissenschaftliche Studien zu Andrographis belegen positive Effekte bei der Therapie von Erkältungskrankheiten. Rhinoviren binden demnach an den Receptor Intercellular Adhesion Molecule (ICAM-1) auf dem Epithlium des Nasopharynx. So infizierte Zellen setzen Interleukin-8 (IL-8) frei, durch das Entzündungsmediatoren freigesetzt werden. Die Anwesenheit von Kininen und Prostaglandinen (Entzündungsmediatoren) führen zu den klassischen Erkältungssymptomen. Ursächlich sind die Erweiterung der Gefäße (Schwellung), eine größere Durchlässigkeit der Gefäßwände (Abtransport) und die Steigerung der exokrinen Drüsenaktivität (Ausschwemmen). Andrographis wird traditionell eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. In Zellmodellen wurde eine Hemmung der Entzündungsmediatoren Lipoxygenase, Prostaglandin E2, Leukotriene B2, Interleukin-1β und weitere nachgewiesen. In mehreren Studien wurden die Effekte auf Husten, Auswurf, Nasale Beschwerden, Kopfschmerzen, Fieber, Halsentzündung, Ohrenschmerzen, Mattigkeit und Schlafstörungen geprüft und es wurden positive Ergebnisse gefunden. Eine der neuesten Studien wurde in der Phytomedicine 17 (2010) 178 - 185 veröffentlicht. Eine Studie 1995 in Thailand konnte keine Wirkung bei Entzündung der ableitenden Harnwege belegen. Studien die sich hingegen mit der Wirkung bei bakteriellen Durchfall-Erkrankungen beschäftigten konnten positive Effekte belegen.

Experimentelle Pharmakologie: In einer 1990 in Thailand veröffentlichten Untersuchung wurde nach einer möglichen antibakteriellen Wirkung mit Escherichia coli und Staphylococcus aureus kein Effekt gefunden. In einer 1991 in Indien veröffentlichten Untersuchung wurde in einem Mausmodell eine unspezifische Immunantwort per Messung des Macrophage Migration Index, der Phagocytosis von (14C)leucine markierten E.coli und Lymphozyten der Milz festgestellt. Weitere Erkenntnis hierbei war, dass der Effekt eines Extraktes stärker war als der von Andrographoliden oder Neoandrographoliden alleine. Weitere Untersuchungen haben sich mit dem Effekt auf HI-Viren, Malaria-Erregern, Durchfallerregern und Leberschutz beschäftigt.

Vorsicht ist bei Schwangerschaft, Stillzeit und bekannter Allergie gegen Pflanzen der Familie Acanthaceae geboten. Keinesfalls sollten Zubereitungen aus Andrographis intravenös verabreicht werden, da ein gewisses Potential für anaphylaktische Schocks bei dieser Darreichung zu befürchten ist. Mögliche synergistische Effekte mit Isoniaziden sollten ebenfalls beachtet werden.

Der Verzehr größerer Mengen kann zu Irritationen des Verdauungsappartes und damit zu Unwohlsein führen.

Stichworte:

Quellen

Weblinks

Commons: Andrographis paniculata – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die News der letzten Tage