Isoniazid

Strukturformel
Struktur von Isoniazid
Allgemeines
Freiname Isoniazid
Andere Namen
  • Isonicotinsäurehydrazid (INH)
  • Pyridin-4-carbohydrazid
Summenformel C6H7N3O
CAS-Nummer 54-85-3
PubChem 3767
ATC-Code
DrugBank APRD01055
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antibiotikum

Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse 137,14 g·mol−1
Schmelzpunkt

169–172 °C[1]

Löslichkeit

mäßig in Wasser (125 g/l bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 262 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [1]

Xn
Gesundheits-
schädlich
R- und S-Sätze R: 22
S: 24
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Isoniazid, auch Isonicotinsäurehydrazid, engl. isonicotinic acid hydracide, abgekürzt INH, ist ein bakterizides Antibiotikum, das vor allem in Kombination mit Rifampicin zur Behandlung der Tuberkulose angewendet wird.

Isoniazid wurde bereits 1912 von Meyer und Malley an der Universität Prag synthetisiert. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die antibiotische Wirkung erkannt. In den Laboratorien von Hoffmann-La Roche in Nutley, New Jersey entwickelten H. Herbert Fox und Mitarbeiter Isoniazid und die Variante Iproniazid zur Marktreife. Auch Gerhard Domagk arbeitete an diesen Substanzen für die Bayer AG.

In Mycobacterium tuberculosis, dem Tuberkulose-Bakterium, wird Isoniazid durch das Enzym Katalase/Peroxidase (KatG) zum Isonicotinsäure-Radikal umgewandelt, welches sich an dasjenige NADH-Molekül anlagert, das an die für die Mykolsäuresynthese essenzielle Reduktase InhA gebunden ist, die dadurch dauerhaft gehemmt wird. Resistenzen, die das Bakterium neu entwickelt, betreffen ausschließlich das katg-Gen und damit die Aktivierung von Isoniazid.[3][4]

Bei der Medikation mit INH kann es zu Störungen des Zentralen Nervensystems, Magen-Darm-Störungen oder Allergien kommen. Des Weiteren kann ein intrahepatischer Ikterus als Nebenwirkung auftreten. Pyridoxin (Vitamin B6) kann als Begleitpäparat gegeben werden um die Nebenwirkungen auf das Nervensystem zu verringern. In Verbindung mit Alkohol kann es zu einer temporären Alkoholunverträglichkeit (chemische Alkoholintoleranz) führen.

INH wird meist oral verabreicht und es hat eine sehr gute Bioverfügbarkeit (≈ 90 %). In der Leber wird es zu 75 % acetyliert. Daneben wird es enzymatisch zu Isonicotinsäure hydrolysiert. Isoniazid und seine Metaboliten werden vorwiegend renal ausgeschieden.

Handelsnamen

Monopräparate

INH (A), Isozid (D), Rimifon (CH), Tebesium (D)

Kombinationspräparate

Iso-Eremfat (D), Isozid-comp. (D), Rifater (D, A, CH), Rifinab (D), Rifinah (CH), Rifoldin (A), Rimactazid (D), Rimstar (CH), Tebesium Duo/Trio (D)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Datenblatt Isoniazid bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  2. 2,0 2,1 Eintrag zu CAS-Nr. 54-85-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 6. April 2011 (JavaScript erforderlich).
  3. D. A. Rozwarski, G. A. Grant u.a.: Modification of the NADH of the isoniazid target (InhA) from Mycobacterium tuberculosis. In: Science (New York, N.Y.) Band 279, Nummer 5347, Januar 1998, S. 98–102. PMID 9417034.
  4. C. E. Cade, A. C. Dlouhy u.a.: Isoniazid-resistance conferring mutations in Mycobacterium tuberculosis KatG: catalase, peroxidase, and INH-NADH adduct formation activities. In: Protein science : a publication of the Protein Society Band 19, Nummer 3, März 2010, S. 458–474. doi:10.1002/pro.324. PMID 20054829. PMC 286627.
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