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Cyclopogon
Cyclopogon bicolor, Illustration aus „The Botanical Register“

Cyclopogon bicolor, Illustration aus „The Botanical Register“

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Cranichideae
Untertribus: Spiranthinae
Gattung: Cyclopogon
Wissenschaftlicher Name
Cyclopogon
C.Presl

Cyclopogon ist eine Gattung aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Sie enthält mehr als achtzig Arten krautiger Pflanzen, die im tropischen Amerika beheimatet sind.

Beschreibung

Die Arten der Gattung Cyclopogon bilden an einem Rhizom stark gestauchte Sprosse, die oberirdisch eine Blattrosette und unterirdisch ein Büschel aus fleischigen, behaarten, spindel- oder zylinderförmigen Wurzeln hervorbringen. Die gestielten Blätter sind oval bis lanzettlich geformt, am Ende zugespitzt. Bei einigen Arten sind die Blätter bräunlich, recht häufig kommen hellgrüne, weiße oder dunkelgrüne Streifenmuster auf den Blättern vor.

Der endständige, traubige Blütenstand ist in Abständen mit Hochblättern besetzt und zumindest im oberen Teil behaart. Die resupinierten Blüten stehen bei einigen Arten einseitswendig. Sie sind etwas herabhängend, fleischig, röhrenförmig, häufig duftend. Es kommen grünliche, weißliche oder bräunliche Farben vor, die Lippe ist weiß, oft mit dunklerer Zeichnung. Der Fruchtknoten ist zylindrisch bis leicht spindelförmig, sitzend oder sehr kurz gestielt, behaart, etwas verdreht und gebogen. Die Sepalen sind frei oder an der Basis ein Stück weit röhrenförmig verwachsen. Alle drei Sepalen sind an ihrer Basis etwas schüsselförmig erweitert, wobei nur die beiden seitlichen ein Nektarium umschließen. Die Petalen liegen am dorsalen Sepal an. Die Lippe ist an der Basis abrupt verschmälert („genagelt“), dann folgen zwei nach hinten gerichtete, seitlich sitzende Nektardrüsen. Der Mittelteil der Lippe ist wie eine Rinne geformt, die Seiten sind nach oben geschlagen und haften der Säule an. Der vordere Teil der Lippe ist nach einer Einschnürung wieder verbreitert, oft etwas dreilappig, mit Schwielen oder Haaren besetzt. Die Säule ist keulenförmig mit einem kurzen „Säulenfuß“. Das ungestielte Staubblatt ist oval mit einer häutigen Verlängerung an der Spitze, es enthält zwei Pollinien. Diese sind längs gefurcht, von mehliger Konsistenz, sie hängen über mit je einem Stielchen an einer gemeinsamen Klebscheibe (Viscidium). Die Narbe unterscheidbaren oder ineinander übergehenden Flächen. Das Trenngewebe zwischen Staubblatt und Narbe (Rostellum) ist länglich, fleischig, es endet stumpf.

Bei einigen Arten wurden Bienen aus der Familie Halictidae (Augochloropsis, Dialictus, Pseudoaugochloropsis) als Bestäuber beobachtet. Die Pollinien haften am Kopf. Durch die mehlige, bröselige Konsistenz können mit einem Pollinium mehrere Blüten bestäubt werden.

Die bekannten Chromosomenzahlen variieren über einen weiten Bereich von 2n=28, 30, 32, 45, 56 und 66.

Vorkommen

Cyclopogon ist im tropischen Amerika verbreitet. Von Florida und Mexiko im Norden kommt die Gattung über Mittelamerika und die Karibik bis nach Argentinien und Uruguay im Süden vor. Es werden Höhenlagen bis 3000 Meter besiedelt. Cyclopogon obliquus kommt adventiv in Südostasien vor.

Die Standorte sind vielfältig: neben feuchten Wäldern, gibt es auch Arten, die in Savannen, Grasland, Sümpfen oder Mooren vorkommen. Die meisten Arten wachsen terrestrisch, es gibt jedoch einige Epiphyten.

Systematik und botanische Geschichte

Cyclopogon wird innerhalb der Tribus Cranichideae in die Subtribus Spiranthinae eingeordnet. Die Gattung wurde von Burns-Balogh in die sogenannte Pelexia-Gruppe eingeordnet, die Szlachetko als eigene Subtribus Cyclopogoninae auffasste. Neuere Untersuchungen haben als verwandte Gattungen Pelexia und Sarcoglottis ermittelt.[1]

Cyclopogon wurde erstmals 1827 von Presl beschrieben. Der Name Cyclopogon setzt sich aus den griechischen Wörtern κύκλος cyclos, „Kreis“ und πώγων pogon, „Bart“, zusammen. Der Bezug ist unklar, Garay erklärt, pogon bedeute etwa „Feuerschwanz mit geteilten Enden“, was beschreibe die bei getrockneten Herbarexemplaren rötlichen inneren Blütenblätter, die aus dem Kreis der äußeren hervorschauen. Typusart ist Cyclopogon ovalifolius.

Garay sah den Unterschied zwischen der Typusart und den anderen Arten der Gattung als so gravierend an, dass er für letztere eine neue Gattung Beadlea aufstellte. Spätere Autoren argumtierten, bei diesem Unterschied - der Grad der Verwachsung der Blütenblätter - gebe es fließende Übergänge und keine scharfe Trennlinie zwischen Gattungen. Weitere Gattungen, die als separat vorgeschlagen wurden, sind Cocleorchis und Warscaea (meist als Synonyme geführt) sowie Stigmatosema.

Blüte von Cyclopogon elatus

Die Arten der Gattung Cyclopogon:[2]

  • Cyclopogon adhaesus Szlach.
  • Cyclopogon alexandrae (Kraenzl.) Schltr.
  • Cyclopogon aphyllus Schltr.
  • Cyclopogon apricus (Lindl.) Schltr.
  • Cyclopogon argyrifolius (Barb.Rodr.) Barb.Rodr.
  • Cyclopogon argyrotaenius Schltr.
  • Cyclopogon bangii (Rolfe ex Rusby) Schltr.
  • Cyclopogon bicolor (Ker Gawl.) Schltr.
  • Cyclopogon bidentatus (Barb.Rodr.) Szlach.
  • Cyclopogon calophyllus (Barb.Rodr.) Barb.Rodr.
  • Cyclopogon casanaensis Schltr.
  • Cyclopogon cearensis Barb.Rodr.
  • Cyclopogon comosus (Rchb.f.) Burns-Bal. & E.W.Greenw.
  • Cyclopogon condoranus Dodson
  • Cyclopogon congestus (Vell.) Hoehne
  • Cyclopogon cranichoides (Griseb.) Schltr.
  • Cyclopogon deminkiorum Burns-Bal. & M.S.Foster
  • Cyclopogon dressleri Szlach.
  • Cyclopogon dusenii Schltr.
  • Cyclopogon dutrae Schltr.
  • Cyclopogon elatus (Sw.) Schltr.
  • Cyclopogon eldorado (Linden & Rchb.f.) Schltr.
  • Cyclopogon elegans Hoehne
  • Cyclopogon ellipticus (Garay) Dodson
  • Cyclopogon epiphyticus (Dodson) Dodson
  • Cyclopogon estradae Dodson
  • Cyclopogon eugenii (Rchb.f. & Warm.) Schltr.
  • Cyclopogon gardneri Mytnik, Szlach. & Rutk.
  • Cyclopogon glabrescens (T.Hashim.) Dodson, Brako & Zarucchi
  • Cyclopogon goodyeroides (Schltr.) Schltr.
  • Cyclopogon gracilis Schltr.
  • Cyclopogon graciliscapus Schltr.
  • Cyclopogon hatschbachii Schltr.
  • Cyclopogon hennisianus (Sandt) Szlach.
  • Cyclopogon hirtzii Dodson
  • Cyclopogon iguapensis Schltr.
  • Cyclopogon inaequilaterus (Poepp. & Endl.) Schltr.
  • Cyclopogon itatiaiensis (Kraenzl.) Hoehne
  • Cyclopogon laxiflorus Ekman & Mansf.
  • Cyclopogon lindleyanus (Link, Klotzsch & Otto) Schltr.
  • Cyclopogon longibracteatus (Barb.Rodr.) Schltr.
  • Cyclopogon luerorum Dodson
  • Cyclopogon luteoalbus (A.Rich. & Galeotti) Schltr.
  • Cyclopogon macer Schltr.
  • Cyclopogon maldonadoanus Dodson
  • Cyclopogon millei (Schltr.) Schltr.
  • Cyclopogon miradorensis Schltr.
  • Cyclopogon monophyllus (Lindl.) Schltr.
  • Cyclopogon multiflorus Schltr.
  • Cyclopogon obliquus (J.J.Sm.) Szlach.
  • Cyclopogon oliganthus (Hoehne) Hoehne & Schltr.
  • Cyclopogon olivaceus (Rolfe) Schltr.
  • Cyclopogon ovalifolius C.Presl
  • Cyclopogon paludosus (Cogn.) Schltr.
  • Cyclopogon papilio Szlach.
  • Cyclopogon pelagalloanus Dodson
  • Cyclopogon peruvianus (C.Presl) Schltr.
  • Cyclopogon plantagineus Schltr.
  • Cyclopogon prasophylloides (Garay) Szlach.
  • Cyclopogon prasophyllus (Rchb.f.) Schltr.
  • Cyclopogon pringlei (S.Watson) Soto Arenas
  • Cyclopogon proboscideus Szlach.
  • Cyclopogon pululahuanus Dodson
  • Cyclopogon rimbachii Schltr.
  • Cyclopogon rotundifolius (Cogn.) Schltr.
  • Cyclopogon saccatus (A.Rich. & Galeotti) Schltr.
  • Cyclopogon sillarensis Dodson & R.Vásquez
  • Cyclopogon stenoglossus Pabst
  • Cyclopogon subalpestris Schltr.
  • Cyclopogon tandapianus Dodson
  • Cyclopogon taquaremboensis (Barb.Rodr.) Schltr.
  • Cyclopogon torusus Mytnik, Szlach. & Rutk.
  • Cyclopogon trifasciatus Schltr.
  • Cyclopogon truncatus (Lindl.) Schltr.
  • Cyclopogon variegatus Barb.Rodr.
  • Cyclopogon venustus (Barb.Rodr.) Schltr.
  • Cyclopogon vittatus Dutra ex Pabst
  • Cyclopogon warmingii (Rchb.f.) Schltr.
  • Cyclopogon werffii Dodson
  • Cyclopogon williamsii Dodson & R.Vásquez

Einzelnachweise

  1.  Gerardo A. Salazar, Mark W. Chase, Miguel A. Soto Arenas, Martin Ingrouille: Phylogenetics of Cranichideae with emphasis on Spiranthinae (Orchidaceae, Orchidoideae), evidence from plastid and nuclear DNA sequences. In: American Journal of Botany. Bd 90, Columbus 2003, S. 777-795. ISSN 0002-9122
  2. World Checklist of Cyclopogon. In: The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.

Siehe auch

Literatur

  •  James D. Ackerman: Cyclopogon. Hrsg. v. Flora of North America Editorial Committee. In: Flora of North America. Bd 26, New York/Oxford 1993, S. 520f..
  •  Leslie A. Garay: 225 (1). Orchidaceae (Cypripedioideae, Orchidoideae and Neottioideae). Hrsg. v. Gunnar Harling, Benkt Sparre. In: Flora of Ecuador. Bd 9, Stockholm 1978, S. 258. ISSN 0347-8742
  •  Leslie A. Garay: A generic revision of the Spiranthinae. In: Botanical Museum Leaflets / Harvard University. Bd 28, Nr. 4, Cambridge Ma 1982, S. 298–299, 308–309. ISSN 0006-8098
  •  Alec M. Pridgeon, Phillip Cribb, Mark W. Chase, Finn Rasmussen (Hrsg.): Genera Orchidacearum. Orchidoideae. Part 2. Vanilloideae. Bd 3/2, Oxford University Press, New York/Oxford 2003, S. 188–192. ISBN 0-19-850711-9

Weblinks

 Commons: Cyclopogon – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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