Steckbrief

IUCN Status
Least Concern / nicht gefährdet
Puma (Puma concolor)
Physiologie*
Gewicht (kg): 35 - 105
Kopf-Rumpf-Länge (cm): 70 - 95
Schwanzlänge (cm): 28 - 37
Fortpflanzung*
Tragzeit (Tage): 90 - 96
Junge pro Wurf: 3 - 4
Geburtsgewicht (g): 226 - 453
*Daten nach Macdonald (2006)

Verbreitung

 
IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.1. www.iucnredlist.org

Der Puma (Puma concolor) ist eine große Katze Nord- und Südamerikas. In seinen Heimatländern ist er unter zahlreichen weiteren Namen bekannt und für viele davon gibt es auch im Deutschen eine Entsprechung: Silberlöwe, Berglöwe oder Kuguar (von engl. cougar, frz. couguar). Gelegentlich wird er in den USA auch einfach als „Panther“ bezeichnet, ein Name, der außerhalb der USA für verschiedene große Katzen verwendet wird. Der Name Puma ist aus dem Quechua entlehnt.

Verbreitung

Pumas haben die größte Nord-Süd Ausbreitung aller wilden Katzen, im Norden von British Columbia in Kanada bis zur äußersten Südspitze Südamerikas. Es wurden über 30 Unterarten von verschiedenen Fachautoren beschrieben, aber meist handelt es sich um lokale Varianten oder Rassen, die über ihr Verbreitungsgebiet allmählich ineinander übergehen. Neuere genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Zahl der heute lebenden Unterarten auf sechs reduziert werden sollte.

Aussehen

Wegen ihrer immensen Ausbreitung gibt es große Variationen in der Farbe des Fells, die von sandbraun über braun bis rötlich, silber oder schiefergrau reicht. Das Fell ist relativ kurz und grob, wobei es auf dem Rücken etwas dunkler ist als das blasse Braun der Brust, dem Bauch und den Innenseiten der Beine. Insgesamt ist das Fell in seiner Farbe ziemlich einheitlich und hat im Großen und Ganzen keine Markierungen. Der Kopf des Pumas ist ziemlich klein mit dunkelbraunen bis schwarzen Flecken auf der Schnauze. Die Iris der Augen ist grüngelb bis goldbraun. Die Ohren sind kurz und abgerundet und auf der Rückseite grau bis schwarz. Die Vorderbeine sind kürzer als die Hinterbeine und die Füße sind relativ groß. Der Schwanz des Pumas ist relativ lang und dünn und wird zur Spitze hin allmählich dunkler. Die Pumas in Zentral- und Südamerika sind kleiner als in Nordamerika.

Puma - Berglöwe - © Zigi-FOTOLIA
Puma - Berglöwe.

Lebensraum

Pumas leben in einer Vielzahl von Lebensräumen, z.B. in Nadelwäldern, Laubwäldern, tropischen Wäldern, in Sümpfen, Grasland und Halbwüsten, von Meeresspiegelniveau bis hinauf in Höhen von 4.500 Metern. Radiotelemetrische Studien in Chile haben ergeben, dass die Reviere der Pumas bis zu 100 km² groß sind, wobei oft bis zu 16 km in ein paar Stunden zurücklegen können. Pumas sind mit ihrem kräftigen Körperbau unglaublich anpassungsfähig. Sie sind kraftvolle Springer und gute Kletterer. Außerdem können sie gut schwimmen, gehen aber nur ins Wasser, wenn es unbedingt notwendig ist. Pumas sehen sehr gut, das Gehör ist gut entwickelt, aber ihr Geruchssinn ist nicht besonders ausgeprägt.

Nahrung

Pumas sind in erster Linie dämmerungs- und nachtaktiv, so ist die Zeit der höchsten Aktivität in der Abenddämmerung und im Morgengrauen. Sie jagen in einem weiten Gebiet, wobei sie ihre Beute sorgfältig verfolgen und im richtigen Augenblick auf ihren Rücken springen, oder sie nach einer kurzen, schnellen Jagd niederstrecken. Die Liste der Beutetiere ist lang: Elche, Hirsche, Karibus, Biber, Stachelschweine, Erdhörnchen, Murmeltiere, Pacas, Agutis, Mäuse und Ratten, Hasen und Kaninchen, Waschbären, Kojoten, Opossums, Schweine und Pekaris, Guanakos und auch Fledermäuse und Heuschrecken. Haustiere wie Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde werden ebenfalls gejagt. Große Beutetiere werden oft mit Pflanzen und Erde bedeckt, wobei die Katzen in der Nähe bleiben und häufig zurückkommen, um zu fressen. Fleisch, das von Beutetieren anderer Räuber stammt, wird selten angerührt.

Fortpflanzung

Weibliche Pumas werden mehrmals im Jahr rollig und es gibt in den meisten Regionen ihres Verbreitungsgebiets keine klar abgegrenzten Fortpflanzungszeiten. In Nordamerika finden die meisten Geburten vom Spätwinter bis ins Frühjahr statt. Die Empfängnisbereitschaft kann bis zu neun Tage dauern, nur während dieser Zeit streifen Männchen und Weibchen gemeinsam umher. Ein Weibchen ist in der Regel jedes zweite Jahr trächtig. Die Wurfgröße bewegt sich zwischen ein bis sechs Nachkommen, wobei zwei bis vier die Regel sind. Die Jungen kommen in Höhlen, Felsspalten, hohlen Baumstämmen, unter umgestürzten Bäumen oder in dichter Vegetation zur Welt. Die Tragzeit beträgt 80-96 Tage. Die Jungen wiegen bei der Geburt 226 bis 453 Gramm und ihr braun-gelbliches Fell ist mit dunkelbraunen Flecken übersät, die aber mit zunehmendem Alter verblassen. Ihre blauen Augen nehmen im Alter von etwa 16 Monaten die grünlich-gelbe oder gelbbraune Farbe der Erwachsenen an. Die Augen öffnen sich nach neun bis zehn Tagen und nach etwa 14 Tagen beginnen die Kleinen umherzulaufen. Die Säuglinge werden für drei oder mehr Monate gestillt, können aber bereits nach sechs Wochen Fleisch zu sich nehmen. Die jungen Katzen bleiben mindestens über den ersten Winter bei der Mutter, in der Regel jedoch 18 bis 24 Monate. Wurfgeschwister können nach dem Verlassen der Mutter noch ein paar Monate gemeinsam umherstreifen und jagen. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit etwa zweieinhalb Jahren, Männchen erst nach drei Jahren. Die Lebenserwartung liegt bei 21 Jahren.

Kulturelle Bedeutung

Verschiedene Ureinwohner in Nord- und Südamerika haben den Puma wie den Jaguar (Panthera onca) verehrt. Die alte peruanische Stadt Cuzco wurde in der Form eines Pumas errichtet. Die Cochiti Indianer New Mexicos haben lebensgroße Statuen dieser Katze aus Stein gemeißelt und bauten ihr zu Ehren einen Schrein auf einer Hochebene. Die Indianerstämme der Großen Seen glaubten, dass ihre Schwänze Wellen und Stürmen aufpeitschen, und christliche Missionare in Süd-Kalifornien sahen im Puma ein erhebliches Hindernis bei der Gründung von neuen Missionen. Viele Ureinwohner respektierten die große Katze so sehr, dass sie keine Jagd auf sie machten.

Bedrohung, Schutz

Als einer der Top-Räuber in der Nahrungskette wurde der Puma von weißen Siedlern unbarmherzig verfolgt. Mit Schußwaffen, Gift, Schlingen, Fallen und Jagdhunden rückte man ihm zu Leibe, oft unter dem Deckmantel von regierungs-sanktionierten Predator Control Programmen. Erst 1988 wurden fast 200 Pumas in einem vom United States Department of Agriculture durchgeführten Programm getötet, denn Farmer und Viehzüchter liegen seit Jahrzehnten in Fehde mit diesen großen Katzen.

In Mittel- und Südamerika kommen Pumas in ihrem historischen Verbreitungsgebiet noch recht häufig vor. Dort sind sie in den meisten Ländern geschützt, mit Ausnahme von Ecuador, El Salvador und Guyana. Die nordamerikanische Population ist im östlichen Teil ihres Verbreitungsgebietes geschützt, doch anderswo variiert der Schutzstatus erheblich. Es gibt weniger als fünfzig Florida Panther, so nennt man eine Unterart des Pumas (Puma concolor coryi) , und sie werden zusammen mit zwei anderen Unterarten vom Washingtoner Artenschutzübereinkommen im Anhang II gelistet.


David W. Macdonald (Hrsg). The Encyclopedia of Mammals. Oxford University Press; Auflage: New edition (12. Oktober 2006)

Caso, A., Lopez-Gonzalez, C., Payan, E., Eizirik, E., de Oliveira, T., Leite-Pitman, R., Kelly, M., Valderrama, C. & Lucherini, M. 2008. Puma concolor. In: IUCN 2012. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2012.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 19 August 2012 .

Nowak, R.M., Paradiso, J.L. 1983. Walker's Mammals of the World. The Johns Hopkins

Kurta, A. 1995. Mammals of the Great Lakes Region. Ann Arbor, Michigan: The University of Michigan Press.