| Sauergrasgewächse | ||||||||||||
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| Grundblütige Segge (Carex halleriana) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cyperaceae | ||||||||||||
| Juss. |
Sauergrasgewächse (Cyperaceae), auch Riedgrasgewächse oder Riedgräser genannt, sind eine Familie in der Ordnung der Süßgrasartigen (Poales) mit etwa 98 bis 109 Gattungen und etwa 5500 Arten. Sie ist weltweit verbreitet. Es handelt sich um grasartige, hauptsächlich ausdauernde, zum Teil rasen- und horstbildende oder mit Rhizomen kriechende Arten. Zur Unterscheidung von den Süßgräsern gilt: Ihre mehr oder weniger dreikantigen Stängel sind markhaltig und besitzen keine erhabenen Knoten.
Als Sauergräser werden im deutschen Sprachraum gemeinhin weitere Arten aus verschiedenen Familien wie Binsengewächse (Juncaceae), Dreizackgewächse (Juncaginaceae) und Blumenbinsengewächse (Scheuchzeriaceae) bezeichnet. Strenggenommen sind mit dem Begriff jedoch ausschließlich die Arten der Familie der Cyperaceae gemeint.
Sauergrasgewächse sind meistens ausdauernde krautige Pflanzen mit grasähnlichem Habitus. Es können Rhizome vorhanden sein. Der Stängel ist massiv beziehungsweise markig, also nicht hohl, oft dreikantig und die Nodien sind nie knotig verdickt, wie bei der Familie Poaceae. Die meist wechselständig und oft dreizeilig am Stängel angeordneten Laubblätter sind parallelnervig und grasartig schmal, mit geschlossenen oder selten auch offenen Blattscheiden.
Die Blüten stehen zu vielen bis einzeln in Ährchen. Die Ährchen sind einzeln oder zu mehreren in ährigen, rispigenn oder kopfigen Gesamtblütenständen angeordnet. Die Hochblätter sind laubblattähnlich.
Die Blüten sind, wie bei windbestäubten Pflanzen üblich, unscheinbar und entweder zwittrig (Schoenoplectus, Scirpus, Eleocharis, Eriophorum) oder eingeschlechtig. Wenn die Blüten eingeschlechtig sind dann sind die Pflanzen meist einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig. Die Blüten sind dreizählig und radiärsymmetrisch. Die null bis sechs Blütenhüllblätter sind zu Borsten, Haaren oder Schuppen reduziert. Es sind meist nur drei (selten nur zwei oder eines) freie, fertile Staubblätter vorhanden. Die Pollenkörner sind Pseudomonade = Kryptotetrade. das heißt sie enthalten zunächst vier Kerne, von denen drei degenerieren, so dass sich nur ein Pollenkorn aus einer Pollenmutterzelle entwickelt. Zwei oder drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, einfächerigen Fruchtknoten verwachsen mit einer basalen Samenanlage. Es sind ein, zwei oder drei Narbenäste vorhanden.
Die einsamige Nussfrucht, eine Karyopse ist bikonvex oder dreikantig.
Der Schwerpunkt ihrer Verbreitung liegt im gemäßigten bis subarktischen Bereich beider Erdhemisphären.
Sauergrasgewächse wachsen vorwiegend an feuchten Standorten wie zum Beispiel in Mooren, Feucht- und Nasswiesen, Sümpfen, Ufern oder in Verlandungszonen von Gewässern. Ferner sind sie in Erlenbrüchen zu finden. Etliche Arten kommen aber auch in trockeneren Biotopen wie beispielsweise in Trockenrasen auf Dünen, trockenen Wäldern, alpinen Geröllfeldern oder Felsspalten vor.
Neben unterschiedlichsten Feuchtepräferenzen der Arten zeigen sie auch unterschiedliche Ansprüche hinsichtlich des Kalkgehaltes ihrer Wuchsorte. Es überwiegen deutlich jene Arten, welche auf kalkfreien, meist sauren Böden wachsen. Daher rührt auch der Name.
Gattungen der Sauergrasgewächse mit Vertretern in Mitteleuropa:
Die Erstveröfftentlichung der Familie erfolgte 1789 unter dem Namen Cyperoideae durch Antoine Laurent de Jussieu in Genera Plantarum, 26. Typusgattung ist Cyperus L. Sauergrasgewächse (Cyperaceae) und Binsengewächse (Juncaceae) wurden früher einer gemeinsamen systematischen Überordnung (Juncanae) zusammengefasst, da sie näher miteinander verwandt sind als mit den Süßgräsern (Poaceae). Sie bildeten bisher die einzige Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Sauergrasartigen (Cyperales). Neue molekularbiologische Untersuchungen stellen sie allerdings zur Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Innerhalb der Ordnung der Poales sind die Cyperaceae eine Schwestergruppe der Juncaceae. Ein Synonym für Cyperaceae Juss. ist Kobresiaceae Gilly.
Die Familie der Cyperaceae enthält etwa (98 bis) 109 Gattungen und etwa 5500 Arten. Etwa 35 % der Gattungen sind monotypisch, 26 % enthalten nur zwei bis fünf Arten, aber sieben das sind 6 % der Gattungen enthalten jeweils mehr als 200 Arten, die beiden artenreichsten Gattungen sind Cyperus mit 686 Arten und Carex mit etwa 1757 Arten. [1]
Die Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae) wird in zwei (früher in vier bis fünf) Unterfamilien und 14 Tribus (Simpson et al. 2006) gegliedert:
| Alphabetische Liste der rund 100 Gattungen, ohne Berücksichtigung der Zugehörigkeit zu Unterfamilien oder Tribus [2]: | ||
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| Wissenschaftlicher Name | Deutscher Name | Bild |
| Abildgaardia Vahl | ||
| Actinoschoenus Benth. | ||
| Actinoscirpus (Ohwi) R.W.Haines & Lye | ||
| Afrotrilepis (Gilly) J.Raynal | ||
| Alinula J.Raynal | ||
| Amphiscirpus Oteng-Yeb. | ||
| Androtrichum (Brongn.) Brongn. | ||
| Arthrostylis R.Br. | ||
| Ascolepis Nees ex Steud. | ||
| Ascopholis C.E.C.Fisch. | ||
| Becquerelia Brongn. | ||
| Bisboeckelera Kuntze | ||
| Blysmus Panz. ex Schult. | Quellbinsen | |
| Bolboschoenus (Asch.) Palla | Strandsimsen | Gewöhnliche Strandsimse (Bolboschoenus maritimus) |
| Bulbostylis Kunth | ||
| Calyptrocarya Nees | ||
| Capitularina Kern | ||
| Carex L. | Seggen | Sand-Segge (Carex arenaria) |
| Carpha Banks & Sol. ex R.Br. | ||
| Caustis R.Br. | ||
| Cephalocarpus Nees | ||
| Chillania Roiv. | ||
| Chorizandra R.Br. | ||
| Chrysitrix L. | ||
| Cladium P.Browne | Schneiden | |
| Coleochloa Gilly | ||
| Costularia C.B.Clarke | ||
| Courtoisina Sojak | ||
| Crosslandia W.Fitzg. | ||
| Cyathochaeta Nees | ||
| Cymophyllus Mack. ex Britton & A.Br. | ||
| Cyperus L. | Zypergräser | |
| Desmoschoenus Hook.f. | ||
| Didymiandrum Gilly | ||
| Diplacrum R.Br. | ||
| Diplasia Pers. | ||
| Dulichium Pers. | ||
| Egleria G.Eiten | ||
| Eleocharis R.Br. | Sumpfbinsen | Einspelzige Sumpfbinse (Eleocharis uniglumis) |
| Epischoenus C.B.Clarke | ||
| Eriophorum L. | Wollgräser | Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum) |
| Evandra R.Br. | ||
| Everardia Ridl. | ||
| Exocarya Benth. | ||
| Exochogyne C.B.Clarke | ||
| Ficinia Schrad. | ||
| Fimbristylis Vahl | Fransenbinsen | |
| Fuirena Rottb. | ||
| Gahnia J.R.Forst. & G.Forst. | ||
| Gymnoschoenus Nees | ||
| Hellmuthia Steud. | ||
| Hypolytrum Rich. ex Pers. | ||
| Isolepis R.Br. | Moorbinsen | |
| Kobresia Willd. | Nackt-/Schuppenried | |
| Koyamaea W.W.Thomas & Davidse | ||
| Kyllinga Rottb. | ||
| Kyllingiella R.W.Haines & Lye | ||
| Lagenocarpus Nees | ||
| Lepidosperma Labill. | ||
| Lepironia Rich. | ||
| Lipocarpha R.Br. | ||
| Machaerina Vahl | ||
| Mapania Aubl. | ||
| Mapaniopsis C.B.Clarke | ||
| Mesomelaena Nees | ||
| Microdracoides Hua | ||
| Morelotia Gaudich. | ||
| Neesenbeckia Levyns | ||
| Nelmesia Van der Veken | ||
| Nemum Desv. | ||
| Oreobolopsis Koyama & Guagl. | ||
| Oreobolus R.Br. | ||
| Oxycaryum Nees | ||
| Paramapania Uittien | ||
| Phylloscirpus C.B.Clarke | ||
| Pleurostachys Brongn. | ||
| Principina Uittien | ||
| Pseudoschoenus (C.B.Clarke) Oteng-Yeb. | ||
| Ptilanthelium Steud. | ||
| Pycreus P.Beauv. | ||
| Queenslandiella Domin | ||
| Reedia F.Muell. | ||
| Remirea Aubl. | ||
| Rhynchocladium T.Koyama | ||
| Rhynchospora Vahl | Schnabelriede | |
| Schoenoplectus (Rchb.) Palla | Teichbinsen | Tümpel mit Teichbinse (Schoenoplectus lacustris), rechts. |
| Schoenoxiphium Nees | ||
| Schoenus L. | Kopfried | |
| Scirpodendron Zipp. ex Kurz | ||
| Scirpoides Seg. | Kugelbinsen | |
| Scirpus L. | Simsen | |
| Scleria Bergius | ||
| Sphaerocyperus Lye | ||
| Sumatroscirpus Oteng-Yeb. | ||
| Tetraria P.Beauv. | ||
| Trachystylis S.T.Blake | ||
| Trianoptiles Fenzl ex Endl. | ||
| Trichophorum Pers. | Rasenbinsen | Alpen-Rasenbinse (Trichophorum alpinum) |
| Trichoschoenus J.Raynal | ||
| Tricostularia Nees ex Lehm. | ||
| Trilepis Nees | ||
| Uncinia Pers. | ||
| Volkiella Merxm. & Czech | ||
| Websteria S.H.Wright | ||
Der führende Cyperaceae-Forscher des 19. Jahrhunderts war der Apotheker und Botaniker Johann Otto Böckeler (Hannover 1803, Varel/Oldb. 1899)