Panzers Wespenbock

Panzers Wespenbock
Panzers WespenbockNecydalis ulmi

Panzers Wespenbock
Necydalis ulmi

Systematik
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Familie: Bockkäfer (Cerambycidae)
Unterfamilie: Necydalinae
Gattung: Necydalis
Art: Panzers Wespenbock
Wissenschaftlicher Name
Necydalis ulmi
(Chevrolat, 1838)

Panzers Wespenbock (Necydalis ulmi) ist ein Käfer aus der Familie der Bockkäfer, der entfernt einer großen Holzwespe ähnelt. Dies liegt am länglichen Körper und an der Tatsache, dass die kleinen, ledrigen Vorderflügel leicht übersehen werden und die häutigen Hinterflügel in Ruhe ungefaltet dem Hinterleib aufliegen. Der stattliche Käfer ist ziemlich selten und entwickelt sich meist in alten Eichen. Er ist in den meisten Ländern streng geschützt.

Merkmale des Käfers

Bild 1: Ansicht von oben, Flügel beschädigt
Bild 2: Vorderansicht
Bild 3: Behaarung der Vorderbrust

Mit 19 bis 21 Millimeter Länge gehört Panzers Wespenbock zusammen mit dem Großen Wespenbock zu den beiden mitteleuropäischen Käferarten, die sich durch ihre Größe deutlich von anderen Bockkäfern mit verkürzten Flügeldecken (Gattung Molorchus) unterscheiden.

Kopf, Halsschild und Hinterleib sind größtenteils schwarz, Teile des Hinterleibs gelbrot. Die Beine sind gelbrot, die Spitzen der Hinterschenkel und Hinterschienen angedunkelt.

Der Kopf ist von oben gesehen breiter als lang, die Mundwerkzeuge zeigen nach unten. Die Fühler sind fadenförmig und erreichen nur etwa die halbe Körperlänge. Der Kopf schließt breit an den Halsschild auf.

Die Flügeldecken sind klein, braun, an der Spitze einzeln abgerundet und goldgelb behaart. Sie bedecken nur den zweiten Brustabschnitt, aber nicht einmal teilweise die Hinterflügel.

Männchen und Weibchen sind am Hinterleibsende leicht zu unterscheiden. Bei den Weibchen ist dieses spitz abgerundet, bei den Männchen breit. Die Unterscheidung zwischen Panzers Wespenbock und Großem Wespenbock ist nicht einfach. Bei den Männchen unterscheidet sich die Farbe der Hinterleibsglieder und der Beine; da die Färbung jedoch variiert, ist dies kein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Das fünfte Hinterleibsegment des Männchen ist bei Panzers Wespenbock auf der Unterseite über die ganze Länge tief und breit eingedrückt, beim Großen Wespenbock dagegen nur am Ende. Bei den Weibchen sind das 4. und 5. Hinterleibsegment unten beim Großen Wespenbock fast gleich punktiert, bei Panzers Wespenbock dagegen ist das fünfte Hinterleibsegment weniger dicht, aber gröber punktiert als das vierte. Außerdem ist Panzers Wespenbock seitlich am Pronotum dicht und lang abstehend gelblich behaart (Bild 3). In Mitteleuropa gilt dies für den Großen Wespenbock nicht, im Osten des Verbreitungsgebietes ist dieses Unterscheidungsmerkmal aber nicht sicher.

Biologie

Die Larve von Panzers Wespenbock[1] entwickelt sich in alten Laubbäumen, hauptsächlich in Eichen, Buchen und Ulmen, in morschen Stämmen oder starken Ästen noch lebender Bäume.

Die Eier werden in Baumhöhlen mit Pilzbefall abgelegt.[2] Die Larve lebt in einem rotbraunen bis gelben Substrat, welches bei der Tätigkeit verschiedener holzzerstörender Pilze entsteht. Das Pilzmycel umgibt die Larvengänge und die dabei entstehende charakteristische Färbung verrät die Anwesenheit der Art.[3]

Der Lebenszyklus beträgt drei bis vier Jahre. Der Käfer erscheint im Juli, im Westen des Verbreitungsgebietes auch früher. Man findet ihn an den Brutbäumen oder auf Umbelliferen.[4]

Verbreitung

Das Verbreitungsareal erstreckt sich von Spanien bis in die Ukraine und nach Weißrussland. Auch Gebiete westlich des Kaukasus werden erreicht. Im mittleren und östlichen Südeuropa umfasst das Verbreitungsgebiet Italien und Griechenland. Man findet den Käfer dabei von Meereshöhe bis in Lagen von 800 Meter.[5][6]

Literatur

  •  Heinz Freude, Karl Wilhelm Harde (Hrsg.), Gustav Adolf Lohse (Hrsg.): Die Käfer Mitteleuropas. Band 9. Cerambycidae Chrysomelidae, Spektrum Akademischer Verlag, München 1966, ISBN 3-8274-0683-8.
  • Rejzek M. and Vlasák J. (2000[1999]): "Larval nutrition and female oviposition preferences of Necydalis ulmi Chevrolat, 1838", Biocosme Mésogéen (Nice) 16 (1-2): S. 55-66

Einzelnachweise

  1. Larve von Panzers Wespenbock
  2. Geeignete Baumhöhle zur Eiablage
  3. Querschnitt eines Baumes mit Gängen der Larve von Panzers Wespenbock
  4. Adolf Horion: Faunistik der mitteleuropäischen Käfer, Bd. XII. Überlingen-Bodensee 1974
  5. Verbreitungsgebiet von Necydalis ulmi in Fauna Europaea
  6. Beschreibung in "Cerambycidae of West Palaearctic Region"

Weblinks

 Commons: Panzers Wespenbock – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien