Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (,internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen‘) oder kurz IUCN ist eine Internationale Nichtregierungsorganisation. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die menschlichen Gesellschaften für den Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren und so zu beeinflussen, dass eine nachhaltige und schonende Nutzung der Ressourcen sichergestellt ist.
Die IUCN erstellt unter anderem die Rote Liste gefährdeter Arten und kategorisiert Schutzgebiete mittels der World Commission on Protected Areas (,Weltkommission für geschützte Gebiete‘).
Die IUCN wurde am 5. Oktober 1948 nach einer internationalen Konferenz in Fontainebleau, Frankreich als International Union for the Protection of Nature (IUPN) gegründet. 1956 änderte sie ihren Namen in International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), welcher heute immer noch gültig ist, aber selbst von der IUCN offiziell nur noch in der verkürzten Form International Union for Conservation of Nature verwendet wird. Die Verwendung des Namens World Conservation Union in Verbindung mit der IUCN begann 1990. Seit März 2008 wird dieser Name nicht mehr länger verwendet[1].
Der Hauptsitz der IUCN befindet sich heute in Gland in der Schweiz[2]. Daneben unterhält sie Niederlassungen in 62 Ländern.
Die aktuelle Mitgliederzahl von 1.056 (Stand 2007) setzt sich wie folgt zusammen:
Neben den oben genannten zahlenden Mitgliedern besteht die Organisation aus einem „Knowledge Network“ von circa 10.000 freiwilligen Mitgliedern weltweit. Insgesamt sind in der IUCN mehr als 1.144 Organisationen vereint.[3]
Alle vier Jahre kommen die Mitglieder zu einer Generalversammlung, auch Weltnaturschutzkongress respektive World Conservation Congress genannt, zusammen. Im November 2004 fand sie in Bangkok statt, der vierte Weltnaturschutzkongress im Oktober 2008 in Barcelona.
Die IUCN führt alle zehn Jahre den World Parks Congress durch, bei dem Strategien zum Schutz der Natur in Schutzgebieten festgelegt werden. Zuletzt fand der World Parks Congress im September 2003 im südafrikanischen Durban statt.
Seit 1963 führt die IUCN die internationale Rote Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Sie unterscheidet folgende Gefährdungsstufen:
Alle Vögel und fast alle Säugetiere wurden einer der ersten acht Stufen zugeordnet, während dies bisher bei nur 3.400 (von über 1 Mio. beschriebenen) Arten wirbelloser Tiere geschehen ist. Eine der ersten fünf Stufen haben momentan 3.524 Wirbeltiere, 1959 wirbellose Tiere und 6774 Pflanzen. Insgesamt (Stand 2006) gelten 16.119 Tier- und Pflanzenarten als bedroht.
Die Vogelschutzorganisation BirdLife International erstellt im Auftrag der IUCN die Rote Liste gefährdeter Arten der Vögel.
Die IUCN verwendet ein 1978 eingeführtes und 1994 überarbeitetes System, in das alle Schutzgebiete der Erde kategorisierbar sind:
Das System findet bei der Erstellung der UN List of Protected Areas durch das UNEP World Conservation Monitoring Centre Anwendung, zuletzt 2003.
Das Umweltrechtsprogramm (ELP)[4] ist einer der Hauptbestandteile der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur und natürlicher Hilfsquellen (IUCN).
Das Programm wird ausgeführt durch die gemeinsamen Bemühungen der Kommission für Umweltrecht (CEL), dem IUCN Umweltrechtszentrum, einem weltweiten Netzwerk von ca. 950 Umweltrechtsspezialisten aus mehr als 130 Ländern und dem IUCN Environmental Law Centre (ELC), welches 1970 in Bonn eröffnet wurde und zur Zeit über 15 rechts-, politik- und informationswissenschaftliche Arbeitskräfte verfügt.[5]
Das ELP umfasst eine Reihe von Aktivitäten auf der nationalen, regionalen und globalen Ebene, die Entscheidungsträger mit Informationen, rechtlichen Analysen, Beratung, Gesetzentwürfen, und der Ausbildung und Kapazitätsbildung dient. Das Umweltrechtsprogramm ist auch ein Forum zum Austausch von Informationen und Erfahrungen zwischen Regierungen, nichtstaatlichen Organisationen und Anderen.
Leiter des ELP und Direktor des Umweltrechtszentrums in Bonn ist Dr. Alejandro O. Iza, Vorsitzende der Umweltrechtskommission Sheila Abed.
Die IUCN berät das Welterbekomitee in allen Belangen des Naturschutzes. Bevor Stätten zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt werden, evaluiert sie den Vorschlag. Auf diesem Gutachten basiert das Welterbekomitee dann seine Entscheidung. Für alle Stätten des Weltnaturerbe unterhält die IUCN zudem ein Monitoring und gibt regelmäßige Berichte zum Stand der Erhaltung ab.[6]
Das Brüsseler Regional-Büro der IUCN für Europa koordiniert seit 2004 die Aktivitäten rund um das Grüne Band Europa, ein Projekt zur Schaffung eines Biotopenverbundes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs.